Dritter Streik bei französischer Bahn

Dritter Streik bei französischer Bahn

Kurz vor Beginn der Ferien im Ballungsraum Paris und im Süden Frankreichs sind die Bahnbeschäftigten zum dritten Mal in Streik getreten. Nach Angaben der staatlichen Gesellschaft SNCF fuhr am Freitag nur jeder dritte Hochschwindigkeitszug (TGV) und jeder dritte Regionalzug. Erst ab Sonntag soll sich der Verkehr wieder normalisieren.

Auch Züge nach Deutschland fielen erneut aus. Der Eurostar zwischen Paris und London und der Thalys Richtung Dortmund verkehrten dagegen weitgehend normal.

Nach Angaben der SNCF war die Streikbeteiligung geringer als bei den beiden vorherigen Aufrufen seit dem 3. April. Danach beteiligten sich 38 Prozent der Mitarbeiter an dem Ausstand, zuvor waren es bis zu 48 Prozent gewesen.

Präsident Emmanuel Macron hatte am Donnerstag angekündigt, er werde die geplante Bahnreform ungeachtet der Proteste "bis zum Ende" durchziehen. Macron will die SNCF ab 2020 wie von der EU beschlossen für den Wettbewerb öffnen. Die Gewerkschaften fürchten eine Privatisierung und protestieren vor allem gegen die geplante Abschaffung des beamtenähnlichen Status der Bahnbeschäftigten.

Als Vorbild lobte Macron in dem Fernsehinterview die Deutsche Bahn. Diese habe ihren Service und die Kosten seit den Reformen der 1990er Jahre deutlich verbessert. Die Streiks sollen noch bis Ende Juni dauern.