„Dritte-Welt-Blödsinn“: Ehemaliger Navy Seal kritisiert Trumps Pläne für Militärparade

US-Präsident Trump möchte eine Militärparade, bei der Soldaten und Panzer durch Washington ziehen. (Bild: AP Photo)

Eine Militärparade in Washington: Das wünscht sich US-Präsident Donald Trump – und hat dem Weißen Haus zufolge bereits die Planung in Auftrag gegeben. Dafür hagelt es nun schon seit Tagen Kritik.

Und die richtet sich nicht nur gegen die immensen Kosten dieses Vorhabens, sondern vor allem gegen die Botschaft einer solchen Parade. Unter anderem äußerte sich der ehemalige US-Soldat Robert O’Neill zum Thema.

Ex-Navy-Seal Robert O’Neill hält nichts von einer Militärparade. (Bild: AP Photo)

O’Neill, der nach eigenen Angaben derjenige war, der im Geheimeinsatz „Neptune’s Spear“ den al-Qaida-Anführer Osama bin Laden erschoss, schrieb auf Twitter: „Eine Militärparade ist Dritte-Welt-Blödsinn. Wir bereiten uns [auf Angriffe] vor. Wir verhindern sie. Wir kämpfen. Hört auf, darüber zu reden.“


Auch andere äußerten sich bereits kritisch zum Vorhaben des US-Präsidenten. Jackie Speier, die den Bundesstaat Kalifornien im US-Repräsentantenhaus vertritt, sagte gegenüber dem US-Sender „CNN“: „Wir haben hier jemanden, der sich zu einem Napoleon entwickelt. Ich bin entschieden dagegen. Außerdem wird es eine Menge Geld kosten. Was haben die amerikanischen Bürger also wirklich davon?“

Adam Smith, ebenfalls Politiker im Repräsentantenhaus, gab außerdem zu bedenken, dass vergangene Militärparaden in den USA große nationale Meilensteine markierten, wie etwa den Golfkrieg oder das Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie wären für die Menschen gewesen, die dort gekämpft haben, so Smith. Trumps Parade hingegen würde sich lediglich um eine Person drehen – nämlich ihn selbst. „Das ist etwas, was autoritäre Regime machen, keine Demokratien“, so Smith in einem offiziellen Statement.

Das Pentagon prüft nach eigenen Angaben derzeit weiterhin die Möglichkeiten der Umsetzung. So könnte die Parade womöglich auf einen Tag mit historischer Bedeutung gelegt werden, sagte der Sprecher des Pentagons, Rob Manning.

Trump und Macron im Juli 2017 bei der traditionellen Militärparade zum französischen Nationalfeiertag, der an den Sturm auf die Bastille erinnert. (Bild: AP Photo)

Die Idee für eine Militärparade könnte dem US-Präsidenten nach seinem Frankreich-Besuch gekommen sein, wie die „Washington Post“ vermutet. Dort hatte er im vergangenen Sommer mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron an einer Militärparade teilgenommen und zeigte sich äußerst beeindruckt.