Dreyer sieht Fortschritte beim Wiederaufbau nach Flut im Ahrtal

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Flutschäden im Ahrtal (AFP/CHRISTOF STACHE) (CHRISTOF STACHE)

Rund sechs Monate nach der verheerenden Flutkatastrophe im rheinland-pfälzischen Ahrtal mit 134 Toten sieht Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) Fortschritte beim Wiederaufbau. "Sechs Monate nach der Flutkatastrophe wurde viel erreicht", erklärte Dreyer am Mittwoch anlässlich eines Rundgangs durch die Gemeinde Schuld. Es sei noch ein schwieriger Weg. "Ich bin aber überzeugt, dass wir gemeinsam das Ahrtal wiederaufbauen."

Sechs Monate nach der Flut könnten alle Schüler wieder zur Schule gehen, auch wenn diese zum Teil in Containern untergebracht seien. Für Kitakinder seien Notbetreuungen gefunden worden. "Infrastrukturprojekte, die normalerweise Jahre dauern, wurden binnen hundert Tagen aufgebaut", bilanzierte Dreyer. Dazu gehörten eine Hochdruckgasleitung, Teile der Ahrtalbahn und zwei Kläranlagen.

"Von Anfang an war es oberste Prämisse der Landesregierung, den Betroffenen schnell zu helfen und die Infrastruktur wiederaufzubauen", sagte Dreyer. Sechs Wochen nach der Flut waren alle betroffenen Orte wieder über Straßen erreichbar. 15 temporäre Brücken wurden aufgebaut. Seit Ende Juli funktioniert das Mobilfunknetz wieder.

In den ersten Monaten nach der Katastrophe sei so viel Sperrmüll angefallen wie innerhalb von 40 Jahren. Alle Haushalte an der Ahr werden seit Dezember wieder mit Erdgas versorgt.

"Das war nur möglich, weil die Menschen vor Ort von unzähligen Helfern und Helferinnen beeindruckende Solidarität und Unterstützung erfahren haben", sagte Dreyer. Sie bedankte sich bei allen haupt- und ehrenamtlichen Helfern.

Laut Landesregierung sind 42.000 Menschen im Landkreis Ahrweiler von der Katastrophe betroffen. Etwa 8800 Gebäude entlang der Ahr wurden zerstört oder stark beschädigt. Allein in Schuld seien 50 Prozent der Häuser entweder stark beschädigt, zerstört oder von den Wassermassen mitgerissen worden. Nach Angaben der Landesregierung wurden bisher rund 167,25 Millionen Euro an Soforthilfen ausgezahlt.

"Die schrecklichen Ereignisse verdeutlichen einmal mehr, warum der Einsatz gegen den menschengemachten Klimawandel so wichtig ist", betonte Landesklimaschutzministerin Katrin Eder (Grüne). Sie forderte, dass Hochwasservorsorge nicht an Gemeinde- oder Landkreisgrenzen enden dürfe. "Wir wollen ausgehend von der großen Katastrophe den Weg in ein nachhaltiges, zukunftsweisendes, modernes Ahrtal gehen."

Starke Regenfälle hatten Mitte Juli katastrophale Überschwemmungen an Flüssen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ausgelöst. Viele Gemeinden, insbesondere im Ahrtal, wurden verwüstet. In Rheinland-Pfalz kamen im Zusammenhang mit dem Hochwasser 134 Menschen ums Leben. In Nordrhein-Westfalen gab es 48 Tote.

ald/cfm

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