Dreyer: Energiewende nur mit Stadtwerken machbar

dpa-AFX

MAINZ (dpa-AFX) - Bundesratspräsidentin Malu Dreyer (SPD) hält die Stadtwerke für zentrale Akteure bei der Umstellung auf Strom aus Wind, Sonne und anderen erneuerbaren Energien. "Die dezentrale Umsetzung der Energiewende ist ohne die Stadtwerke überhaupt gar nicht vorstellbar", sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin beim Stadtwerkekongress des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) in Mainz am Dienstag. Auch organisierten die Stadtwerke die Auf- und Umrüstung der Netzinfrastruktur zur Verteilung des Stroms.

Der Verband sprach von einer "deutlichen Dynamik" bei den erneuerbaren Energien. Ihr Anteil an der installierten Leistung der Stadtwerke sei von 2015 auf 2016 um fast 20 Prozent gestiegen. Nun liege sie bei 17,5 Prozent, erklärte der Verband auf Basis einer unter seinen Mitgliedern durchgeführte Erzeugungsumfrage. Den größten Anteil haben die meistens auf Gas basierenden Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen.

Dreyer forderte die Stadtwerke auf, sich stärker an der Versorgung mit Hochgeschwindigkeit-Internet bis vor die Haustür zu beteiligen. In einem einzigen Graben könnten Glasfaser, Biogas und Strom zusammen verlegt werden. "Das ist ein großer Auftrag an die Stadtwerke: Überall da, wo gegraben wird, wo gebuddelt wird, wo Versorgungsleitungen verlegt werden, dass man wirklich daran denkt, auch die Voraussetzungen zu schaffen für Glasfaserverlegungen." Das sei "eigentlich ein Muss".