Dreyer begrüßt umfassendes Jubiläumsprogramm zu 200. Geburtstag von Karl Marx

Marx-Skulptur in Trier

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat das umfassende Jubiläumsprogramm zum 200. Geburtstag von Karl Marx in dessen Geburtsstadt Trier begrüßt. "Wir schaffen hier einen Rahmen, über Marx zu diskutieren, vieles über Marx zu erfahren und sich mit ihm auseinanderzusetzen", sagte Dreyer am Freitag im Südwestrundfunk. Es gehe aber nicht darum, "Marx hochleben zu lassen".

Der Philosoph sei "der weltweit anerkannteste Denker des 19. Jahrhunderts", sagte Dreyer. Marx sei "streitbar" bis zum heutigen Tag. Es gebe viele Ansatzpunkte, sich kritisch mit ihm auseinanderzusetzen. Es müsse aber auch gesagt werden, "dass Marx natürlich nicht verantwortlich dafür ist, was im 20. Jahrhundert an Gewalttaten und Verbrechen begangen worden ist". Er sei ein "Theoretiker und Analytiker" gewesen.

Die SPD-Politikerin stellte sich auch hinter die Entscheidung der Stadt zur Aufstellung einer Marx-Statue, bei der es sich um ein Geschenk Chinas handelt. Die Debatte im Stadtrat darüber habe sie als konstruktiv erlebt. "Wir pflegen einen guten Kontakt zu China", hob Dreyer hervor. Menschenrechtsverletzungen seien nicht zu akzeptieren, aber es sei wichtig, "dass man die Brücke eher weiter baut und das Verhältnis intensiviert".

Die Jubiläumsfeierlichkeiten in Trier beginnen am Freitagabend offiziell mit einem Festakt und einer Rede von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Marx wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren, er starb am 14. März 1883 in London. In der rheinland-pfälzischen Universitätsstadt wird ab dem Wochenende unter anderem mit mehreren großen Ausstellungen an Marx erinnert. Außerdem soll die Statue aus China enthüllt werden.