Dresscode für ein Konzert? Fans wütend auf Arcade Fire

Arcade Fire haben sich selbst einen eigenwilligen Dresscode auferlegt. (Bild: WENN.com)

Die Band Arcade Fire soll von ihren Fans verlangt haben, sich beim Besuch ihrer Konzerte an einen strikten Dresscode zu halten. Nach einer Welle der Entrüstung rudert sie nun zurück.

Die Releaseparty für das Album „Everything Now“ sollte offenbar etwas ganz Besonderes werden. Wer online ein Ticket für die Release-Show der fünften Platte der Band erwerben wollte, wurde automatisch darauf hingewiesen, welche Garderobe man sich für das Event wünschte.

Wie „BrooklynVegan“ berichtet, hieß es, kurze Hosen, große Logos, Flip-Flops, Tank-Tops, bauchfreie Oberteile, Basecaps und komplett rote oder weiße Kleidung sollten bitte nicht getragen werden. „Wir behalten uns das Recht vor, allen den Eintritt zu verweigern, die nicht angemessen gekleidet sind“, so die klare Botschaft. Darüber hinaus sollten Handys am Empfang abgegeben und weggeschlossen werden.

Das führte zu einem mittelgroßen Shitstorm gegen die Band: „Arcade Fire klingt für mich nicht nach viel Spaß. Ein erzwungener Dresscode für eine 30-Minuten-Show?“

„Haben alle schon vergessen, dass Arcade Fire vor ein paar Jahren schon mal einen Dresscode hatte, der komplett unsinnig war? Das sind ein paar Spinner, die seltsames Zeug blubbern.“

„Hmm … Kann ich im Gegenzug verlangen, dass sie mehr als ein gutes Album machen?“

„Porträt von Arcade Fire, nachdem sie ihren Dresscode für ihre BK Release-Show bekannt gegeben haben“

Nun versucht die Band, den Schaden zu begrenzen. So twitterte der Social-Media-Manager, der das Album betreut, dass er es gewesen sei, der die Nachricht mit dem Dresscode zu verantworten habe – und zog alles zurück.

„Die Band bat mich, folgende Statements abzugeben:
1. Ihr könnt bei der Show alles tragen, was ihr wollt. Was auch immer „hip und trendy“ für euch bedeutet, ist in Ordnung. Wir wollen euch aber ermutigen, etwas „altmodisches und unpopuläres“ zu tragen. Wenn ihr Logos tragen wollt, nehmt doch Arcade Fire oder Everything Now-Logos.
2. Die Show hat eine normale Länge, nicht nur 30 Minuten.
3. Euer Telefon wird euch nicht abgenommen werden, aber zu tanzen ist leichter, wenn ihr euer Gesicht nicht darin vergraben habt.“

Die Band stand ihrem Social-Media-Manager zur Seite und verkündete ihrerseits: „Tragt, was auch immer ihr wollt zu jeder Show. Das war ein offizielles Band-Statement.“

Der Sänger von Arcade Fire, Win Butler, legte außerdem noch einmal nach: „Die Band hat nichts mit dem Dresscode zu tun oder damit, dass Leuten die Handys abgenommen werden. Ist wohl ein Apple-Ding. Vielleicht schwarze Rollkragenpullis.“

War der Dresscode womöglich tatsächlich die Idee eines einflussreichen Sponsors? Weil die Show live über Apple Music gestreamt werden soll, vermuten einige Fans infolge dieses Tweets, dass Apple keine Logos anderer Marken zeigen und überhaupt dafür sorgen möchte, dass das Unternehmen die Ästhetik der Veranstaltung bestimmt.

Im Statement des Social-Media-Managers aber nimmt er die Verantwortung auf sich.
„Ich wollte die Show ein bisschen stilvoller werden lassen, weil sie von buchstäblich Milliarden von Menschen gesehen wird. Das ist unseren Partnern bei Apple zu verdanken. Verklagt mich doch für meinen Wunsch, etwas Schönes zu schaffen.“ Die Fans jedenfalls sind auch mit der Gegenoffensive der Band nicht zufrieden. „Erst ein Dresscode, dann leugnen sie ihn? Arcade Fire ist so eine bescheuerte Band“, so das Urteil eines „Fans“.