Dreiste "Geschäftsidee": Frau stiehlt Corona-Warnzeichen und möchte sie als Mode verkaufen

Hannah Klaiber
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Über die App Depop will eine anonyme Verkäuferin Social Distancing-Banner aus britischen Zügen als angesagte Tops verkaufen. Kreativ, meinen die einen. Von einer Unverschämtheit sprechen die anderen.

Frech oder genial? Zumindest ist die Idee einer Depop-Verkäuferin ganz sicher polarisierend. (Bild: Twitter / Depop Drama)
Frech oder genial? Zumindest ist die Idee einer Depop-Verkäuferin ganz sicher polarisierend. (Bild: Twitter / Depop Drama)

Es gibt durchaus Symbole, Muster und Stoffe des öffentlichen (Nah)-Verkehrs, die Kultstatus erreichen und sich erfolgreich zu Geld machen lassen. Wie beispielsweise das berühmte Ost-Ampelmännchen, das heute auf T-Shirts und Hoodies prangt oder in sämtlichen Ausführungen als Wohn-Accessoire seinen Platz findet. Auch das besondere Camouflage-Muster der Berliner Verkehrsbetriebe hat es schon in Form von Turnbeuteln, Tops – und nicht zuletzt als Adidas-Sneaker zu großem Ruhm gebracht.

Die Adidas x BVG-Sneaker waren in Rekordzeit ausverkauft. (Bild: Getty Images)
Die Adidas x BVG-Sneaker waren in Rekordzeit ausverkauft. (Bild: Getty Images)

Frau bietet geklaute Social Distancing-Banner der Eisenbahn zum Verkauf an

Eine anonyme Verkäuferin ist auf der Social Shopping-App Depop nun allerdings definitiv auf den falschen Zug aufgesprungen. Dort bietet sie nämlich Social Distancing-Banner der britischen Eisenbahngesellschaft Chiltern Railways feil, welche sie offenbar nicht nur gestohlen hat, sondern auch auf unangebrachte Art und Weise zweckentfremdet. Sie bezeichnet die Banner kurzerhand als Crop Tops (bauchfreie Tops) und möchte gerne 15 Pfund (rund 16,70 Euro) pro Stück daran verdienen.

Auf dieses skurrile Angebot aufmerksam wurden die Betreiber des Twitter-Accounts Depop Drama, die ihre Follower regelmäßig mit besonderen Fundstücken der Shopping-App erfreuen. In diesem Falle zeigten sich die sonst so humorvollen Kommentatoren eher sprachlos und beließen es bei der Aussage: "I am lost for words". Es dauerte selbstredend nicht lange, bis der Tweet durch die Decke ging – und anders als Depop Drama gab es durchaus Nutzer, die etwas zu sagen hatten: "Was zur Hölle soll das?", fragt sich eine empörte Followerin, eine andere fasst die Dreistigkeit noch einmal zusammen: "Stellt euch vor, einen Gegenstand zu klauen, der von unzähligen Leuten angefasst wurde und ihn dann als gebrauchtes Kleidungsstück auszugeben." Doch nicht nur hämische Kommentare sind unter dem Post zu finden. So schreibt eine Nutzerin: "Ich kann mir nicht helfen – aber ich liebe es!", während eine andere gar mutmaßt: "Ich denke, die Kardashians würden es tragen."

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Natürlich entging den Usern auch der Rechtschreibfehler in dem Angebot nicht. Denn statt des korrekten Namens der Eisenbahngesellschaft Chiltern Railways erfand die Verkäuferin kurzerhand und offensichtlich versehentlich eine neue Marke: Childern Railways. Doch damit nicht genug. Vielleicht waren die Original-Banner in Rekordzeit ausverkauft – oder es handelt sich doch um einen ausgeklügelten Marketing-Gag: Denn kurze Zeit später bot die gleiche Verkäuferin selbstgebastelte Crop Tops an, die ebenfalls mit einem falschen Branding versehen sind:

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Immerhin hat sich die freche Lady hier etwas Mühe gegeben und ist tatsächlich selbst kreativ geworden. Das macht sich allerdings auch gleich beim Preis bemerkbar: Das DIY-Top schlägt mit 20 Pfund (rund 22,35 Euro) zu Buche.

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