Dreifacher Weltrekord: Neue Seilbahn für die Zugspitze eröffnet

Ein Blick für die Götter - den jetzt noch mehr Menschen genießen sollen. Die neue Seilbahn zur Zugspitze ist am Donnerstag eingeweiht worden. Zur Jungfernfahrt war bayerische Politik- und Sportprominenz geladen. Die neue Bahn bricht auf dem Weg zum höchsten deutschen Gipfel gleich drei Weltrekorde: der größte Höhenunterschied zwischen Tal- und Bergstation, die längste freie Seilstrecke und die höchste Stahlbaustütze an der Talstation. 

Und sie kann noch mehr, sagt Peter Huber, technischer Leiter der Bayerischen Zugspitzbahn: "Wir haben eine größere Kapazität. Die Wartezeiten werden hoffentlich der Vergangenheit angehören und die neue Kabine ist einfach der Wahnsinn. Man kann überall herausschauen und fühlt sich, wie wenn man fliegt."

An der höchsten Baustelle des Landes wurde fast drei Jahre lang gearbeitet. Materialien und Geräte wurden auf den letzten Höhenmetern per Hubschrauber befördert. Mit der neuen Bahn soll die Zahl der Gäste um 50.000 auf 600.000 pro Jahr erhöht werden - das gefällt nicht jedem.

Umweltschützer Axel Döring warnt vor den Folgen des Massentourismus: "Ich habe große Bedenken, weil man sieht, dass der Tourismus immens zugenommen hat. Ich denke, wir sind in manchen Bereichen an den Grenzen des Tourismus. Man muss sich Gedanken darüber machen, wie viel Tourismus wir wollen. Ganz besonders bei diesem Riesenbauwerk, das 50 Millionen und mehr kosten soll, muss man sich Gedanken darüber machen, wie viel Menschen man zusätzlich auf die Zugspitze schicken kann."

Die Zugspitze sei bereits ein stark erschlossener Berg, so die Antwort der Betreiber auf Kritik von Umweltschützern. Es sei besser, den Tourismus dort auszubauen und dafür andere Berge in Ruhe zu lassen. Geologen gehen davon aus, dass die Seilbahn trotz schwindenden Permafrosts noch 100 Jahre hält.

Ab Freitag ist die Seilbahn für die Fahrt auf den 2962 Meter hohen Gipfel auch fürs Normalpublikum geöffnet.