Dreieinhalb Jahre Haft für mallorquinischen Rapper wegen Terror-Verherrlichung

Wegen der Verherrlichung von Terrorismus und der Anstachelung zu Gewalt gegen Spaniens Regierung und Königshaus ist der mallorquinische Rapper Valtonyc zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Spaniens Oberstes Gericht bestätigte am Mittwoch in einem Berufungsverfahren ein entsprechendes Urteil gegen den Musiker vom Vortag.

Die Obersten Richter erklärten, die Aussagen in den katalanischen Songtexten des Rappers, der mit bürgerlichem Namen José Miguel Arenas Beltrán heißt, seien gravierend. Es gehe darin um Gewalt gegen die spanische Königsfamilie, Mitglieder der Regierung in Madrid und Vertreter von rechtsgerichteten Parteien.

In einem Song von Valtonyc heißt es etwa: "Lasst sie so sehr Angst bekommen wie einen Polizisten im Baskenland." Damit spielt der Rapper offenbar auf die Anschläge der baskischen Untergrundorganisation ETA an, die bis zum Jahr 2010 mehr als 800 Menschen tötete.

Das Urteil gegen Valtonyc vom Dienstag hatte in Spanien eine Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit neu entfacht. Die Vize-Chefin der Linkspartei Podemos, Irene Montero, erklärte: "In einer Demokratie sollte ein Lied nie zu dreieinhalb Jahren im Gefängnis führen." Auch die Schriftstellervereinigung Pen International kritisierte das Hafturteil.

In den vergangenen Jahren waren in Spanien wiederholt Menschen aufgrund ihrer Liedtexte oder Äußerungen im Kurzmitteilungsdienst Twitter wegen Verherrlichung von Terrorismus zu Gefängnisstrafen verurteilt worden.