Die "Dreiecksmethode": auf welche Zeichen ihr achten solltet, um einen Lügner zu erwischen

Die Kommunikationsexpertin Karen Donaldson erklärt euch, wie die subtilen Hinweise der Körpersprache Lügner verrät und exponiert.

Um einen Lügner zu ertappen, müsse man auf die verbale und die nonverbale Kommunikation achten, so die Kommunikationsexpertin. (Bild: Pressmaster/Shutterstock)
Um einen Lügner zu ertappen, müsse man auf die verbale und die nonverbale Kommunikation achten, so die Kommunikationsexpertin. (Bild: Pressmaster/Shutterstock)

Auch in der Arbeitswelt ist es nicht außergewöhnlich, dass ihr mit Menschen in Kontakt kommt, die im größeren oder kleineren Stil lügen, um ihre Ziele zu erreichen. Doch es gibt durchaus Möglichkeiten, solche Manipulationen aufzudecken.

In einem Interview mit "Entrepreneur" erklärt die US-amerikanische Kommunikationstrainerin und Expertin für Körpersprache Karen Donaldson ihre sogenannte "Dreieckmethode": Sie wendet diese an, um die Zeichen einer Lüge zu finden und den Lügner zu ertappen. Ihr zufolge gebe der Dreiklang aus Gesprächstempo, Mimik und Körpersprache nämlich oft verräterische Hinweise.

1. Gesprächstempo

Donaldson sagt, dass man darauf achten müsse, wie der Gesprächspartner erzähle, was er erzählen möchte. Kein alleiniger Satz oder alleinige Körperbewegung könne verraten, dass der Gegenpart gerade lügt. Nur wenn man die verbalen und nonverbalen Zeichen in ihrer Gesamtheit auffasse, könne man zwischen ehrlich und lügnerisch unterscheiden.

Änderungen im Sprachrhythmus sind für Donaldson etwa ein verräterisches Zeichen. Denn wer die Wahrheit erzähle, der spreche auch flüssig. "Es ist wahr und es ist so passiert, deswegen ist es klar in unserer Erinnerung." Ein sprunghaftes Gesprächstempo und zu lange Pausen seien in der Regel ein Hinweis darauf, dass der Lügner gerade Geschichten erfindet und im Geiste kuratiert.

2. Mimik

"Unsere Körper können die Wahrheit erzählen, auch wenn wir lügen wollen", so Donaldson. Mit dem Kopf ja zu nicken, während man erzähle, dass man etwas nicht getan hätte, oder nein zu nicken, während man behaupte, ehrlich zu sein, könnten enthüllende Hinweise sein.

Unbewusste kleine Gesichtsbewegungen seien ebenfalls vielsagend, so Donaldson. Die Lippen so zu falten, als ob man sich die Lippen gerade schminke, könne bedeuten, dass man Informationen zurückhalte. Augenkontakt sei ebenfalls verräterisch. Lügner könnten entweder keinen Augenkontakt behalten, weil sie unschlüssig seien. Untypisch hektische Blicke und Abbrüche direktes Augenkontakts seien daher ein weiteres Zeichen, dass man mit einem Lügner zu tun hat. Manche Lügner wollen aber auch sichergehen, dass ihr Gegenüber die Lüge glaubt – und schauen daher besonders intensiv in deren Augen.

3. Körpersprache

"Wenn wir lügen, geraten wir innerlich unter Druck. Das erkennt unser Nervensystem", erklärt Donaldson. Der Blutdruck schieße in die Höhe, das Gesicht werde rot und die Haut fange an zu jucken. Die eigene Nase anzufassen sei ein kleiner, aber verräterischer Hinweis. Allgemeine Hektik oder Unruhe seien oft vielsagend.

Die allgemeine Körpersprache sage generell vieles darüber, ob der Gesprächspartner die Wahrheit erzähle oder nicht. Beispielsweise sei es ein Indiz für Unbehagen, den Nacken beim Reden zu massieren. Man sei gestresst und versuche, sich zu beruhigen. "Dieses Zeichen hat seinen Ursprung in der Kindheit", so Donaldson, "unsere Eltern beruhigen uns mit ihren Händen auf unsere Nacken, Schultern oder Hände. Als Erwachsene machen wir das selbst."

Lügner ertappt, was nun?

Wenn man einen Lügner konfrontieren wolle, dann lieber unter vier Augen, empfiehlt die Kommunikationstrainerin. Wie man den Lügner konfrontiere, hänge laut Donaldson von der Beziehung zum Lügner ab. Einen guten Freund könne man entspannt fragen, ob alles wirklich so passiert sei, oder ob derjenige etwas erfunden hat. Wenn der Lügner eine höhere Machtposition hat, dann könne man unaufgeregt Nachfragen stellen und auch die gleichen Fragen noch einmal wiederholen. Für einen Lügner sei es schwierig, konsistent zu bleiben.

Donaldson vertritt die Ansicht, dass man selbst dafür verantwortlich ist, wie man mit dem Lügner umgeht. Wenn man Lügen als solche klar benennen möchte, brauche es dafür Selbstbewusstsein – was eine erlernte Kompetenz sei.

"Viele glauben fälschlicherweise, dass Selbstbewusstsein eine Emotion ist. Aber Selbstbewusstsein ist eine innere Einstellung und eine äußere Verhaltensweise. Es ist ein Skill Set. Wir können es uns aneignen", so die Kommunikationstrainerin. Es sei also nicht sinnvoll, "zu warten", bis man selbstbewusst ist. "Man ist selbstbewusst, wenn man das selbst möchte." Man müsse sich dazu entscheiden. "Bringt euch immer ein", sagt Donaldson, "eure Stimme zählt. Ergreift das Wort."