Drei US-Polizisten wegen Vertuschung nach Tod eines Schwarzen angeklagt

Die Staatsanwaltschaft in Chicago hat gegen drei Polizisten Anklage erhoben, weil sie die Todesumstände eines 17-jährigen Schwarzen im Oktober 2014 vertuscht haben sollen. Wie die Staatsanwältin Patricia Brown Holmes am Dienstag mitteilte, wird den Angeklagten zur Last gelegt, die "wahren Fakten" rund um den Tod von Laquan McDonald verdeckt zu haben. McDonald wurde damals von dem Polizisten Jason Van Dyke erschossen.

Der Skandal um den Tod des 17-Jährigen wurde erst nach und nach aufgedeckt. Van Dyke versuchte gemeinsam mit zahlreichen Kollegen den Jugendlichen verantwortlich zu machen, weil er ihn mit einem Messer angegriffen habe. Im November 2015 wurde jedoch die Veröffentlichung von Videoaufnahmen erzwungen, auf denen zu sehen ist, dass der Beamte 16 Mal auf McDonald feuerte, der vor ihm weglaufen wollte. Nach der Veröffentlichung beteiligten sich tausende Menschen an Protesten; der Polizeichef von Chicago wurde entlassen.

Ein Generalinspekteur kam nachträglich zu der Einschätzung, insgesamt zehn Polizisten müssten entlassen werden, darunter zwei der drei am Dienstag Angeklagten. Die Staatsanwältin äußerte sich nicht zu der Frage, warum sie gegen diese drei Polizisten Anklage erhob. Gegen Van Dyke wurde ein Verfahren wegen Mordes eingeleitet.

Die drei nun angeklagten Polizisten wurden für den 10. Juli zur Verlesung der Anklageschrift einbestellt. Sie sollen sich wegen Verschwörung, Amtsmissbrauchs und Behinderung der Justiz verantworten. Zwei der nun Angeklagten quittierten laut "Chicago Times" inzwischen ihren Dienst bei der Polizei.