Geiselnahme in Supermarkt: Offenbar islamistischer Angriff bei Carcasonne

Die Polizei hat eine Geiselnahme in Frankreich gewaltsam beendet; der mutmaßlich islamistische Geiselnehmer wurde erschossen. Inzwischen wurde auch eine dem Angreifer nahestehende Frau festgenommen. Das hat der Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins bei einer Pressekonferenz in Carcassone bestätigt.

Schauplatz der Geiselnahme war ein Supermarkt in dem südfranzösischen Ort Trébes bei Carcassonne.

Der Geiselnehmer hatte dort zwei Menschen erschossen, außerdem zuvor in Carcassonne einen Mann, als er ein Auto rauben wollte . Inzwischen sprechen die Behörden von 16 Verletzten. Ein Polizist, der sich gegen eine Geisel im Supermarkt hatte eintauschen lassen, wurde so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Das gab Frankreichs Innenminister auch auf Facebook bekannt und nannte den 45-Jährigen einen Helden.

In Carcassonne schoss der Angreifer zuvor auf eine Gruppe von Bereitschaftspolizisten, die vom Laufen auf dem Rückweg zu ihrer Kaserne waren. Einer der Polizisten wurde an der Schulter verwundet.

Bei der Geiselnahme in dem Supermarkt der Handelskette "Super U" konnten die meisten Kunden und Mitarbeiter entkommen, eine Frau blieb aber in der Gewalt des Geiselnehmers.

Ein Polizeioffizier ließ sich gegen sie austauschen, schildert Innenminister Gérard Collomb, der den Heldenmut des Mannes lobt.

Der Geiselnehmer schoss aber später aus unbekanntem Anlass auf den Polizisten und verwundete ihn schwer. Er schwebt in Lebensgefahr.

Über dessen Telefon konnten die Ermittler das mithören: Daraufhin erstürmte ein Einsatzkommando den Supermarkt.

Der Geiselnehmer war ein 26-jähriger Mann marokkanischer Abstammung, der in Carcassonne lebte. Dort wird zur Zeit seine Wohnung durchsucht. Collomb zufolge hatte er allein gehandelt .

Den Behörden war er nach Angaben des Ministers wegen Rauschgiftvergehen bekannt. Er sei auch wegen einer möglichen Radikalisierung als Islamist überwacht worden, habe nun aber unerwartet plötzlich gehandelt.

Der Geiselnehmer wollte laut Staatsanwaltschaft im Auftrag der islamistischen IS-Miliz gehandelt haben. Der IS bekannte sich am Nachmittag zu den Taten. Nachzuprüfen ist diese Verbindung nicht.

Die Ermittler gehen aber von einem Verbrechen mit terroristischem Hintergrund aus und untersuchen die Behauptungen.