Drei Polizisten bei neuen Gewalttaten im anglophonen Osten Kameruns getötet

Kamerunische Sicherheitskräfte machen mobil

Der Konflikt zwischen den Separatisten im Südosten Kameruns und der Zentralregierung ist am Wochenende abermals blutig eskaliert. Drei Polizisten wurden nach Behördenangaben am Sonntag in Kembong in der englischsprachigen Region im Südosten des afrikanischen Landes getötet. Die Sicherheitskräfte gehen in der Region zurzeit gegen Separatisten vor, die eine Abspaltung des anglophonen Kameruns vom französischsprachigen Rest des Landes fordern.

Die Verantwortlichen für den Tod der Polizisten seien bereits festgenommen, erklärte Armeesprecher Didier Badjeck gegenüber AFP. Es habe "einige verstreute Attacken" gegeben.

In einer internen Mitteilung des kamerunischen Verteidigungsministeriums vom Freitag war von "bevorstehenden Anschlägen" durch Separatisten im englischsprachigen Teil Kameruns die Rede. Am Samstag wurde in zwei Regionen eine einwöchige Ausgangssperre verhängt.

In den sozialen Netzwerken hatten Separatisten in den vergangenen Tagen wiederholt damit gedroht, die Feierlichkeiten zum "Tag der Jugend" am 11. Februar zu stören. An diesem Tag gedenkt Kamerun jedes Jahr des Referendums zur Vereinigung des anglophonen mit dem frankophonen Teil des Landes im Jahr 1961.

Die Separatisten setzen sich für die Unabhängigkeit zweier Regionen im Westen Kameruns ein, in denen der überwiegende Teil der englischsprachigen Bevölkerung lebt. Etwa ein Fünftel der Kameruner gehört der anglophonen Minderheit an, die übrigen Bewohner des zentralafrikanischen Landes gehören zur französischsprachigen Mehrheit. Die sprachliche Aufteilung des Landes ist eine Folge der Kolonialzeit.

Die Unabhängigkeitsbewegung beklagt eine Diskriminierung der Anglophonen durch die Frankophonen. Sie erklärte am 1. Oktober symbolisch die Unabhängigkeit des Staates "Ambazonia". Kameruns Präsident Paul Biya reagierte mit aller Härte und ordnete Durchsuchungen und Reisebeschränkungen an. Seitdem sind nach offiziellen Angaben 26 Mitglieder der Sicherheitskräfte gestorben. Zu der Anzahl toter Zivilisten machen die Behörden keine Angaben.

Laut örtlichen Quellen töteten Polizisten vor einer Woche bei mehreren Vorfällen vier Zivilisten. Etwa 33.000 Menschen sind seit Anfang der Krise vor der Gewalt nach Nigeria geflüchtet.