Vier Palästinenser im Gazastreifen von israelischen Soldaten erschossen

Israelische Soldaten an der Grenze zum Gazastreifen

Bei erneuten Protesten an der Grenze des Gazastreifens haben israelische Soldaten am Freitag vier Palästinenser erschossen. Unter den Toten sei auch ein 15-jähriger Junge, erklärte das Gesundheitsministerium in Gaza. Mehr als 100 Menschen wurden demnach verletzt. Unter ihnen war ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP.

Der AFP-Fotograf Mohammed Abed al-Baba wurde von einer Kugel unterhalb des Knies ins Bein getroffen. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe von Dschabalija, etwa 200 Meter vom Grenzzaun entfernt. Der Fotograf trug eine Weste mit der Aufschrift "Presse" und einen Schutzhelm. Das Gesundheitsministerium in Gaza machte Israel für den Schuss auf den Journalisten verantwortlich.

Die israelische Armee teilte mit, sie habe "Maßnahmen zum Auflösen von Krawallen" angewendet, die "im Einklang mit den Einsatzregeln" stünden. Ihren Angaben zufolge beteiligten sich etwa 10.000 Palästinenser an fünf Orten entlang der Grenze an den Protesten. Die Zusammenstöße dauerten AM Abend an.

Seit Ende März protestieren immer wieder Palästinenser an der Grenze des Gazastreifens. Dabei versuchten Palästinenser nach Angaben der israelischen Armee wiederholt, Soldaten an der Grenze anzugreifen oder auf israelisches Territorium vorzudringen. Seit Beginn der Proteste tötete die israelische Armee nach palästinensischen Angaben mehr als 120 Palästinenser. Auf israelischer Seite gab es mehrere Verletzte.