Drei mutmaßliche IS-Mitglieder festgenommen

Die Bundesanwaltschaft hat drei mutmaßliche Mitglieder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) festnehmen lassen. In Berlin wurden bereits am Montag Haftbefehle gegen zwei Iraker vollstreckt, in Schleswig-Holstein am Dienstag ein Syrer festgenommen, wie die Karlsruher Behörde mitteilte. Ihnen wird demnach unter anderem Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung zur Last gelegt. Alle sitzen in Untersuchungshaft.

Der 31-jährige Raad Riyadh A.A. soll sich spätestens im Juni 2014 im irakischen Mossul dem IS angeschlossen haben. Er tötete laut Bundesanwaltschaft gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der Miliz zwei Frauen schiitischen Glaubens. Zudem habe er sich an der Hinrichtung eines irakischen Offiziers beteiligt, in dem er diesen dabei bewacht habe. Ihm wird deshalb auch vorgeworfen, Kriegsverbrechen begangen zu haben.

Im Juli 2015 kam A. den Angaben zufolge nach Deutschland und versuchte, zwei Iraker für den IS anzuwerben. Er soll zudem versucht haben, einen weiteren Landsmann zu einem Selbstmordattentat zu überreden.

Der nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft mindestens 19 Jahre alte Iraker Abbas R. soll sich ebenfalls spätestens im Juni 2014 in Mossul dem IS angeschlossen haben. Er sei bei der Hinrichtung des irakischen Offiziers dabei gewesen. Er habe diesen beschimpft und bespuckt. Auch ihm wird deshalb die Begehung eines Kriegsverbrechens zur Last gelegt.

Dem in Schleswig-Holstein festgenommenen 24-jähriger Syrer Majed A. wirft die Bundesanwaltschaft vor, sich verschiedenen ausländischen terroristischen Vereinigungen angeschlossen zu haben. Er gehörte demnach den Gruppierungen Dschabhat al-Nusra und Ahrar al-Scham an, bevor er sich dem IS anschloss. Im Sommer 2015 soll er von der Dschihadistenmiliz den Auftrag erhalten haben, nach Europa zu reisen. Er kam am 10. August in Deutschland an.