Drei Menschen bei Protesten der kenianischen Opposition in Nairobi erschossen

Bei Protesten der Opposition in Kenias Hauptstadt Nairobi sind am Freitag mindestens drei Menschen erschossen worden. Wie ein AFP-Reporter berichtete, löste die Polizei eine Willkommenskundgebung für Oppositionsführer Raila Odinga gewaltsam auf

Bei Protesten der Opposition in Kenias Hauptstadt Nairobi sind am Freitag mindestens drei Menschen erschossen worden. Wie ein AFP-Reporter berichtete, löste die Polizei eine Willkommenskundgebung für Oppositionsführer Raila Odinga, zu der sich tausende Menschen versammelt hatten, gewaltsam auf. Der 72-Jährige war nach den von Gewalt überschatteten Präsidentschafts-Neuwahlen am 26. Oktober für zehn Tage in die USA gereist.

Aus der Neuauflage der Präsidentenwahl war Amtsinhaber Uhuru Kenyatta mit 98,2 Prozent der Stimmen wieder als Wahlsieger hervorgegangen. Das Oberste Gericht des Landes entscheidet am Montag, ob der 56-Jährige seine zweite Amtszeit antreten kann. Die Opposition fordert wegen Unregelmäßigkeiten eine weitere Neuwahl.

Odinga hatte vor der Wiederholung der Wahl seine Kandidatur aus Protest gegen die umstrittene Wahlkommission des Landes zurückgezogen und zum Boykott der Neuwahl aufgerufen. Sein Aufruf zeigte Wirkung: Nach Angaben der Wahlkommission gingen nur 38,8 Prozent der 19,6 Millionen registrierten Wähler an die Urnen.

An der später annullierten Wahl vom 8. August hatten sich noch fast 80 Prozent der Stimmberechtigten beteiligt. Die Wahlkommission hatte Kenyatta damals mit einem Stimmenanteil von gut 54 Prozent zum Sieger erklärt. Odinga kam demnach auf knapp 45 Prozent. Das Oberste Gericht ordnete wegen Unregelmäßigkeiten aber eine Wiederholung der Wahl an - ein auf dem afrikanischen Kontinent bis dahin beispielloser Schritt.