Drei Gründe, weshalb Frauen bessere Investoren sind als Männer

REUTERS/Lucas Jackson

Wenn es ums Investieren geht, haben Frauen Männern gegenüber tendenziell die Nase vorn. Wenn es allerdings um das Selbstvertrauen in die eigene Fähigkeit geht, Geld zu verwalten, schneiden sie schlechter ab. Zu dieser Erkenntnis kam eine neue Studie des Wells Fargo (WFC) Investment Institute.

Tracie McMillion, die der globalen Asset-Allocation-Strategie des Instituts vorsteht und Veronica Willis, eine Analystin für Investmentstrategien veröffentlichten einen neuen Bericht mit dem Titel „Why women make great investors“ (dt. „Weshalb Frauen gute Investoren sind“). Die Studie untersuchte von Dezember 2010 bis Dezember 2015 Anlagekonten. In diesem Zeitraum schnitten weibliche Investoren um eine kleine absolute Marge besser ab als Männer. Auf risikogewichteter Basis verzeichneten Frauen eine höhere durchschnittliche Rendite als Männer.

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McMillion und Willis kamen außerdem zu dem Schluss, dass Frauen drei wesentliche Eigenschaften besitzen, die sie zu besseren Investoren machen.

Frauen handeln seltener

Zunächst haben Frauen Geduld, wenn es um ihre Anlegen geht. Die Studie fand heraus, dass Frauen 27 Prozent weniger häufig handeln als Männer. Diese Bereitschaft, an Anlagen dranzubleiben in Zusammenhang mit der geringeren Transaktionsaktivität kamen den weiblichen Investoren zugute.

Frauen könnten von dieser langfristigen Herangehensweise an Investments profitieren, besonders weil sie durchschnittlich fünf Jahre länger leben als Männer, heißt es in der Studie.

Dass Männer häufig ihre Anlagen wechseln, könnte darauf hinweisen, dass sie ihre Fähigkeit, zu investieren und Entwicklungen am Markt vorherzusehen, zu selbstbewusst wahrnehmen, so der Bericht.

„Psychologische Studien zeigen, dass allzu selbstbewusste Investoren tendenziell glauben, sie wüssten mehr, als es tatsächlich der Fall ist und das führt in der Regel zu häufigeren Transaktionen. Häufige Transaktionen machen sowohl direkte als auch indirekte Kosten erforderlich, was die Renditen schmälern kann“, schrieben McMillion und Willis.

Was das Selbstbewusstsein betrifft, zählen lediglich 42 Prozent der befragten Frauen sich selbst zur Kategorie „mit größerer Erfahrung“, bei den Männern waren es hingegen 60Prozent.

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Frauen sind disziplinierter

Eine weitere positive Eigenschaft von Frauen ist, dass sie tendenziell disziplinierter sind.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Frauen zu einer disziplinierteren Herangehensweise ans Investieren neigen, was zu ihren – im Vergleich mit den Männern – größeren risikogewichteten Renditen beigetragen haben könnte“, schrieben McMillion und Willis.

„Betterment fand beispielsweise heraus, dass männliche Investoren mindestens doppelt so häufig dazu neigen, 100 Prozent ihrer Anlagen in Aktien zu halten. Sie neigen außerdem sechs Mal mehr zu massiven Allokationsverschiebungen und wechseln von 100 Prozent Aktien zu 100 Prozent Anleihen oder umgekehrt.“

Frauen sind lernbereit

Frauen haben außerdem von ihrer Bereitschaft profitiert, zu lernen und um Hilfe zu bitten.

„Frauen neigen eher dazu, Weiterbildung und Rat von Investment-Profis einzuholen“, so McMillion und Willis. „In unserer Studie aus dem Jahr 2014 gaben hinsichtlich der Frage, was sie von einem Finanzberater am meisten erwarten würden, doppelt so viele Frauen als Männer an, das dies eine Unterweisung in Investmentprinzipien und -konzepten wäre.“

Was die erwartete Rendite betrifft, so erwarteten 42 Prozent der Frauen laut dem Bericht, mit ihren Investments im Jahr 2016 3% oder weniger zu verdienen, während lediglich 33 Prozent der Männer eine ähnliche Rendite erwarteten.

Frauen haben außerdem größere Angst vor Konjunktureinbrüchen. Nur 26 Prozent der pensionierten Frauen sind der Meinung, dass der Aktienmarkt ein guter Ort für ihr Geld ist, während die Hälfte der Männer der Ansicht ist, dass sie ihr Kapital hier vergrößern können.

Das Fazit der Studie ist, dass Frauen viele Gründe haben, im Umgang mit ihrem Geld selbstbewusst zu sein. Sie setzen die richtigen Schritte und investieren etwa in langfristige Investitionen, bleiben ihren Anlagen treu und holen Weiterbildung und Rat von Finanzberatern ein.

Julia La Roche

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