Drei Gründe, weshalb Snap das meist-geshortete Tech-IPO des Jahres ist

Benedikt Kaufmann
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Snapchat besser als Facebook – in zwei Wochen Plus 30 Prozent

Snap ist deutlich unter die Erstnotiz von 17,00 Dollar von Anfang März diesne Jahres gefallen. Die Aktie schloss am Dienstagabend im US-Handel bei 14,73 Dollar. Die Bären geben den Ton an und machen Snap zum meist-geshorteten Tech-IPO des Jahres. Das hat vor allem drei Gründe:

Analysten geben sich verhalten

Das Sentiment namhafter Analystenhäuser gegenüber Snap ist schlecht. Nur ein Drittel der bei Bloomberg aufgeführten Analysten empfehlen den Kauf der Aktie. Selbst Snaps Emissionsbank Morgan Stanley stufte das Papier auf „Halten“ herunter und setzte das Kursziel auf 16,00 Dollar. In einem Brief an Morgan Stanyleys Kunden schrieb Analyst Brian Nowak: "Wir haben uns geirrt und die Fähigkeit von Snap, in diesem Jahr verbesserte und neue Werbeformate zu finden, falsch eingeschätzt."

Snap versucht jedoch neue Produkte zu finden. Hier ist die interaktive Karte Snap Maps, neue Bildbearbeitungstools und insbesondere die Kamerabrille Spectacles zu nennen. Im Segment „Other Revenue“ das fast ausschließlich aus Spectacles-Verkäufen besteht erwirtschaftete man im ersten Quartal des laufenden Jahres 8,3 Millionen Dollar.

Schwacher Nutzerzuwachs

Ein weiterer Grund weshalb Snap seit Börsenbeginn massiv an Wert verlor, ist der schwache Nutzerzuwachs. Ende des ersten Quartals 2017 verwendeten täglich 166 Millionen Menschen die App Snapchat.

Wie die Grafik unten zeigt, hat das Nutzerwachstum gegenüber dem vorherigen Quartal zwar zugenommen. Vergleicht man beide Quartale jedoch mit dem jeweiligen Vorjahresvergleich, schneidet das aktuelle erste Quartal mit 36 Prozent schwächer ab als das vierte Quartal 2016 mit 48 Prozent. Der Grund hierfür ist schnell gefunden: Instagram, die Foto-App von Facebook. Die populäre App (400 Millionen täglich aktive Nutzer) kopierte kurzerhand wichtige Snapchat-Features und erschwert so den Nutzerzuwachs.

Sinkender Umsatz

Facebooks Frontalangriff dürfte auch finanzielle Folgen für das Start-up haben. In der Bilanz geht es bei Snap noch lange nicht um Gewinne – die US-Firma wird auch weiterhin Verluste einfahren. Im ersten Quartal 2017 ergab sich ein negatives EBITDA von 188 Millionen Dollar.

Entscheidend ist, wie sich die Umsätze verhalten. Gegenüber dem Vorjahresquartal wuchs der Erlös um 285 Prozent auf 150 Millionen Dollar. Angesichts des Umsatzes von 166 Millionen Dollar im vierten Quartal 2016 relativiert sich dieser enorme Anstieg jedoch schnell.

Keine Empfehlung

Snap schaffte es angesichts der schlechten fundamentalen Bewertung und des Risikos eines Kursverfalls nach der Sperrfrist nicht auf die Empfehlungsliste des AKTIONÄRS.