Drei Friedensnobelpreisträgerinnen stellen sich gegen Aung San Suu Kyi

Aung San Suu Kyi verliert zunehmend an Ansehen

Drei Friedensnobelpreisträgerinnen habe die ebenfalls mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Aung San Suu Kyi aufgerufen, ihr Schweigen über die Verfolgung und Vertreibung der muslimischen Rohingya-Minderheit zu brechen. Das Vorgehen von Myanmars Regierung und Militär komme "eindeutig einem Völkermord" an den Rohinya gleich, sagte die nordirische Friedensaktivistin Mairead Maguire am Montag nach einem zweitägigen Besuch der nahe der Grenze zu Myanmar gelegenen Flüchtlingslager in Bangladesch.

Die jemenitische Menschenrechtsaktivistin Tawakkol Karman ermahnte "unsere Schwester" Suu Kyi, "endlich aufzuwachen" und gegen die Gewalt in ihrem Land einzuschreiten. Sonst laufe sie Gefahr, sich eines Tages als "Mitverantwortliche der Verbrechen" vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wiederzufinden, sagte Karman mit Tränen in den Augen. Neben Karman und Maguire nahm auch die iranische Aktivistin Shirin Ebadi an dem Besuch der Flüchtlingscamps teil, wo Betroffene ihnen von Morden, Vergewaltigungen und Vertreibungen berichteten.

Die muslimischen Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Ende August eskalierte der Konflikt, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gewalt, rund 700.000 Rohingya flohen seitdem ins Nachbarland Bangladesch. Die UNO, Washington und Menschenrechtsorganisationen sprechen von ethnischen Säuberungen. Das Militär weist alle Vorwürfe zurück. UN-Ermittler erhalten keinen Zutritt in die Konfliktzone im Bundesstaat Rakhine.

Kritiker werfen der Friedensnobelpreisträgerin von 1991 und heutigen De-facto-Regierungschefin Suu Kyi vor, angesichts der internationalen Kritik eine Wagenburgmentalität zu entwickeln. Eine Petition fordert die Aberkennung ihres Nobelpreises.