Dreßen vor Olympia-Abfahrt: "Wir können die Arrivierten ärgern"

Dreßen vor Olympia-Abfahrt: "Wir können die Arrivierten ärgern"

Die Topfavoriten sind Weltmeister Beat Feuz und Super-G-Olympiasieger Kjetil Jansrud, doch die deutschen Ski-Rennläufer um Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen rechnen sich für die Olympia-Abfahrt am Sonntag (11.00 Uhr OZ/3.00 Uhr MEZ) durchaus etwas aus. "Wir haben sicher die Möglichkeit, die Arrivierten ein bisschen zu ärgern", sagte Dreßen nach dem Abschlusstraining am Samstag, das er trotz eines "Absitzers" auf Platz sieben beendete.
Zur Bestzeit des Österreichers Vincent Kriechmayr (1:40,76 Minuten) fehlten dem 24 Jahre alten Mittenwalder 0,75 Sekunden. Zweiter wurde Jansrud (Norwegen/+0,12) vor seinem Teamkollegen Aksel Lund Svindal (0,35). Viele Medaillenanwärter legten noch nicht alle Karten auf den Tisch. Feuz lag bis zur letzten Zwischenzeit vorne, fuhr dann aber aufrecht und mit 3,19 Sekunden Rückstand ins Ziel.
"Ich mach mir jetzt keine Sorgen, dass wir da gar keine Chance haben", sagte Dreßen, "aber es fahren halt nicht nur drei um die ersten drei Plätze, sondern 20." Schlüsselstellen wie die beiden Traversen oder das "Drachental" seien "nicht so schwer zu fahren", weshalb er ein "enges Rennen" erwarte.
Mit Dreßen als Medaillengewinner? "Die Deutschen haben gerne, wenn sie einen eigenen Favoriten haben, oder? Deshalb sage ich jetzt mal: Thomas Dreßen ist der Favorit", meinte Feuz und lachte. Er habe aber auch Jansrud und Svindal "ganz oben auf dem Zettel".
Damit, dass er selbst als heißer Goldkandidat gehandelt wird, geht Feuz gelassen um: "Es fällt mir zurzeit relativ leicht, gut Ski zu fahren, das hilft natürlich. Ich muss mich nicht zu fest reinsteigern oder reinkopfen."
Nicht optimal lief es für Josef Ferstl (Hammer/+1,68) und Andreas Sander (Ennepetal/+10,07). Ferstl sagte nach Rang 24, er suche noch nach dem richtigen Ski. Sander, der als 74. Vorletzter wurde, erklärte: "Ich habe in letzter Zeit immer etwas muskuläre Probleme." Es sei "nicht zu schlimm", sicherheitshalber sei er aber verhalten gefahren. Linus Straßer (München) war wegen einer leichten Erkältung nicht dabei.