Drama: Szenen einer Ehe

Ana (Diana Cavallioti) und Toma (Mircea Postelnicu)

Wenn sich im Kino zwei verlieben, wird das meist als magischer Augenblick geschildert. In "Ana, mon amour" dagegen verläuft das Näherkommen von Ana (Diana Cavallioti) und Toma (Mircea Postelnicu) unter denkbar prosaischen Umständen. Sie diskutieren im Studentenwohnheim über Nietzsche, während nebenan ein Paar lauten Sex hat.

In fahrigem Hin und Her fixiert die Kamera die Gesichter der beiden. Man meint ein Machtgefälle auszumachen: Toma ist der Selbstbewusstere, der es auf Ana "abgesehen" hat. Ana wirkt unsicher, fast verstört. Und bekommt prompt einen Panikanfall. Wenn Toma ihr beisteht, wird auch schon die andere Seite ihrer Beziehung sichtbar. Mit ihren Panikattacken übt Ana ihrerseits Macht über Toma aus. Auf Jahre hinaus wird diese Dynamik ihr Verhältnis prägen.

Über die Geschichte einer Beziehung von ihren Anfängen bis zum traurigen Schluss

Es ist ein ehrgeiziges Projekt, das Calin Peter Netzer ("Mutter & Sohn") unternimmt: in zwei Stunden eine moderne Variante von Ingmar Bergmans "Szenen einer Ehe" zu liefern, die Geschichte einer Beziehung von ihren Anfängen bis über ihr trauriges Ende hinaus. Ana und Toma kommen zusammen, emanzipieren sich von ihren Eltern, heiraten, bekommen ein Kind und entfremden sich. Beide suchen zwischendurch Hilfe und Erkenntnis in der Psychoanalyse.

Statt rein chronologisch zu erzählen, springt der Film in den gut zehn Jahren ihrer Beziehung hin und her. Der Zuschauer kann sich an Tomas Haupthaar orientieren, das sich mit der Zeit mehr und mehr l...

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