Draghi wertet Trumps Strafzölle als „gefährlich“

EZB-Chef Mario Draghi verurteilt Trumps Strafzölle scharf. Der US-Präsident würde seine Verbündeten wie „Feinde“ behandeln.


„Wenn Sie gegen Ihre Verbündeten Zölle erheben, fragt man sich, wer eigentlich die Feinde sind“, sagte EZB-Chef Mario Draghi laut einer Meldung der Agentur Bloomberg auf einer Pressekonferenz in Frankfurt, als er nach US-Präsident Trumps Plänen gefragt wurde. In der vergangenen Woche kündigte Präsident Donald Trump Pläne für Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte sowie Androhungen von Vergeltungsmaßnahmen durch einige der größten Handelspartner der USA an.

Draghi hingegen fordert die Regierungen dazu auf zusammenzuarbeiten, statt sich in einen Handelsstreit zu stürzen. „Wir sind überzeugt, dass Streitigkeiten in einem multilateralen Rahmen diskutiert und gelöst werden sollten und einseitige Entscheidungen gefährlich sind“, wird Draghi zitiert. Der EZB-Chef verwies darauf, dass die jüngsten Entwicklungen die Frage aufwerfen, wie gut es um die internationalen Beziehungen bestellt ist.

In Draghis Eröffnungsrede der Pressekonferenz wies er auf das Handelskriegsrisiko hin und fügte der Liste der ökonomischen Risiken die Aussicht auf „steigenden Protektionismus“ hinzu.


In den USA hat Trumps Ankündigung der Strafzölle bereits zum Rücktritt des Wirtschaftsberaters Gary Cohn geführt. Er war ein bekannter Gegner des Protektionismus. Sein Abgang hat dazu beigetragen, dass nun die Angst vor einem Handelskrieg steigt. Doch aus dem Weißen Haus gibt es auch versöhnliche Signale: So soll es Ausnahmen für Mexiko und Kanada geben.