dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 30.12.2022 - 17.00 Uhr

ROUNDUP: Trumps Steuererklärungen nach jahrelangem Rechtsstreit veröffentlicht

WASHINGTON - Nach jahrelangen rechtlichen Auseinandersetzungen hat ein US-Kongressausschuss Steuerunterlagen des früheren Präsidenten Donald Trump veröffentlicht. Der demokratisch geführte Finanzausschuss des Repräsentantenhauses stellte am Freitag Tausende Seiten an Steuerdokumenten Trumps aus den Jahren 2015 bis 2020 ins Netz. Daraus geht nach Angaben des Gremiums hervor, dass Trump in mehreren Jahren kaum oder gar keine Einkommenssteuer auf Bundesebene zahlte, obwohl er sich stets mit seinem Reichtum rühmte. Trump hatte sich jahrelang mit rechtlichen Mitteln dagegen gewehrt, die Unterlagen an den Finanzausschuss herauszugeben - und scheiterte dabei schließlich vor wenigen Wochen vor dem Obersten US-Gericht.

EU-Kommission sieht Entgegenkommen in Handelsstreit mit USA

BRÜSSEL/WASHINGTON - Die EU-Kommission sieht ein Entgegenkommen der USA im Streit um ein milliardenschweres Subventionsprogramm für US-Firmen. Neue Leitlinien hätten bekräftigt, dass auch europäische Unternehmen teils davon profitieren könnten, teilte die EU-Kommission am späten Donnerstagabend mit. "Das ist ein Gewinn für beide Seiten, da es die Zusammenarbeit zwischen der EU und den USA bei dem gemeinsamen Ziel der Bekämpfung des Klimawandels stärkt und die transatlantischen Lieferketten fördert", schrieb die Brüsseler Behörde.

ROUNDUP: Merz wirft Lindner das Werfen von Nebelkerzen beim Haushalt vor

BERLIN - CDU-Chef Friedrich Merz hat Finanzminister Christian Lindner (FDP) eine Verschleierungstaktik in der Haushaltspolitik vorgeworfen. Die Koalition entwickele eine große Fantasie in der Umformulierung normaler Haushaltsvorgänge, sagte Merz der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Der Bundeshaushalt heißt jetzt "Kernhaushalt", aus Nachtragshaushalten werden "Ergänzungshaushalte" und aus Schulden werden "Sondervermögen". Da werden ganz große Nebelkerzen geworfen, wenn es um die klare Abgrenzung von Haushalt und Nachtragshaushalt und vor allem um neue Schulden geht."

Japans Notenbank kauft weiter Staatsanleihen mit kürzeren Laufzeiten

TOKIO - Die japanische Notenbank hat ihre Käufe von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zwei und fünf Jahren fortgesetzt. Am Freitag sei das Kaufprogramm den dritten Tag in Folge angewendet worden, wie aus einer Mitteilung der Bank of Japan (BoJ) hervorgeht. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern will die Notenbank mit den Käufen Spekulationen entgegenwirken, dass sie vor einer geldpolitischen Wende stehe und die extrem lockere Geldpolitik aufgeben könnte.

Spanien: Preisauftrieb schwächt sich weiter ab

MADRID - In Spanien hat sich der allgemeine Preisauftrieb zum Jahresende weiter abgeschwächt. Im Dezember stiegen die nach europäischer Methode gemessenen Verbraucherpreise (HVPI) zum Vorjahresmonat um 5,6 Prozent, wie das Statistikamt INE am Freitag in Madrid mitteilte. Es ist der mittlerweile fünfte Rückgang der Teuerungsrate, nachdem die Inflationsrate im Juli ein Rekordhoch seit Einführung des Euro von 10,7 Prozent erreicht hatte.

Im neuen Jahr führt Kroatien den Euro ein und wird Schengen-Land

ZAGREB - Am 1. Januar führt das EU-Land Kroatien den Euro anstelle der Landeswährung Kuna ein. Zugleich tritt das Land an der Adria der grenzkontrollfreien Schengen-Zone bei. Für Millionen Urlauber aus Deutschland bedeutet dies eine doppelte Erleichterung: Sie müssen kein Geld mehr tauschen und ersparen sich Wechselkursverluste; und ihr Reiseziel erreichen sie ohne oft stundenlange Wartezeiten an den slowenisch-kroatischen Grenzübergängen.

Ex-EZB-Präsident Trichet sieht Euroclub reif für Erweiterung

FRANKFURT/PARIS - Der Eurobeitritt Kroatiens zum 1. Januar ist nach Ansicht des ehemaligen EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet ein gutes Signal. Er sei sehr froh gewesen, dass er in seiner Zeit als EZB-Präsident fünf neue Länder im Euroraum habe begrüßen dürfen, sagte Trichet im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Von 12 auf 17. Heute sind wir 19 Länder im Euroraum. Und wir werden noch zahlreicher. Europa ist dabei, Geschichte zu schreiben." Kroatien wird als 20. Land den Euro einführen.

ROUNDUP: Wirtschaft spendet Transformatoren und Lebensmittel an die Ukraine

BERLIN - Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und Landwirtschaftsminister Cem Özdemir haben Unternehmen für Sachspenden an die Ukraine gedankt. Diese Hilfe werde auch im kommenden Jahr benötigt, betonten die beiden Grünen-Politiker.

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