dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 30.10.2020 - 17.00 Uhr

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GESAMT-ROUNDUP: Deutsche Wirtschaft trotz Rekordwachstums nicht über den Berg

WIESBADEN/BERLIN - Die deutsche Wirtschaft hat mit einem unerwartet kräftigen Wachstum im dritten Quartal einen Teil des coronabedingten Einbruchs wettgemacht. Trotz eines Rekordanstiegs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 8,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal ist Europas größte Volkswirtschaft aber noch nicht über den Berg. Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet in seiner aktuellen Prognose im Gesamtjahr mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung von 5,5 Prozent.

ROUNDUP: Eurozone erholt sich von Corona-Einbruch überraschend stark

LUXEMBURG - Die Wirtschaft der Eurozone hat sich im Sommer nach dem historischen Corona-Einbruch im Frühjahr überraschend stark erholt. So stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal um 12,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte.

USA: Konsumklima der Uni Michigan hellt sich weiter auf

MICHIGAN - Das Konsumklima in den USA hat sich im Oktober weiter aufgehellt. Das von der Universität Michigan erhobene Verbrauchervertrauen stieg gegenüber dem Vormonat um 1,4 Punkte auf 81,8 Zähler, wie die Universität am Freitag nach einer zweiten Schätzung mitteilte. In einer ersten Befragungsrunde wurde noch ein niedrigerer Wert von 81,2 Punkten ermittelt. Die Erwartungen der Verbraucher hellten sich auf, die aktuelle Lage schätzten sie jedoch pessimistischer ein.

USA: Chicago-Index fällt weniger als erwartet

CHICAGO - Das Geschäftsklima in der Region Chicago hat sich im Oktober weniger als erwartet eingetrübt. Der Indexwert fiel um 1,3 Punkte auf 61,1 Punkte, wie die regionale Einkaufsmanagervereinigung am Freitag in Chicago mitteilte. Analysten hatten einen deutlicheren Rückgang auf 58,0 Punkte erwartet.

USA: Einkommen und Konsumausgaben steigen stärker als erwartet

WASHINGTON - Die US-Haushalte haben im September mit höheren Einkommen die Konsumausgaben stärker als erwartet gesteigert. Die Einkommen legten im Monatsvergleich um 0,9 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur einen Zuwachs um 0,4 Prozent erwartet. Im August waren die Einkommen noch um 2,5 Prozent gesunken.

USA: Arbeitskosten steigen wie erwartet

WASHINGTON - In den USA sind die Arbeitskosten im dritten Quartal wie erwartet gestiegen. Der entsprechende Index legte in den Monaten Juli bis September gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent zu, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten damit gerechnet. Im zweiten Quartal hatte der Zuwachs ebenfalls 0,5 Prozent betragen.

Italien: Verbraucherpreise sinken weniger als erwartet

ROM - In Italien sind die Verbaucherpreise im Oktober im Jahresvergleich weniger gesunken als erwartet. Im Jahresvergleich gab der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) um 0,6 Prozent nach, wie das Statistikamt Istat am Freitag nach einer ersten Schätzung mitteilte. Analysten hatten im Schnitt eine Rate von minus 0,8 Prozent erwartet.

Eurozone: Verbraucherpreise bleiben unter Druck

LUXEMBURG - Die Verbraucherpreise im Euroraum sind im Oktober im Jahresvergleich erneut gefallen. Gegenüber dem Vorjahresmonat seien sie um 0,3 Prozent gesunken, teilte das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg laut einer ersten Schätzung mit. Im Vormonat waren sie ebenfalls in dieser Höhe gefallen. Volkswirte hatten die Entwicklung erwartet.

Eurozone: Corona-Krise hinterlässt kaum Spuren bei Arbeitslosenquote

LUXEMBURG - Die offiziellen Arbeitslosenzahlen in der Eurozone zeigen nach wie vor nur begrenzte Auswirkungen der Corona-Krise. Im September habe die Arbeitslosenquote wie im Vormonat 8,3 Prozent betragen, teilte das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mit. Die Quote liegt damit 0,8 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat. Der Anstieg ist, verglichen mit den konjunkturellen Bremswirkungen der Krise, aber vergleichsweise gering. In der Europäischen Union (EU) fällt die Entwicklung ähnlich aus.

Italiens Wirtschaft erholt sich stärker als erwartet

ROM - Die italienische Wirtschaft hat sich im Sommer stärker als erwartet von dem Corona-Einbruch erholt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im dritten Quartal um 16,1 Prozent zum Vorquartal gewachsen, teilte das nationale Statistikamt Istat am Freitag in Rom nach einer ersten Erhebung mit. Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Anstieg um 11,1 Prozent gerechnet. Im zweiten Quartal war die Wirtschaftsleistung noch um 13,0 Prozent geschrumpft.

Spanien: Wirtschaft erholt sich im Sommer stärker als erwartet

MADRID - Die spanische Wirtschaft hat sich im Sommer stärker als erwartet von dem Corona-Einbruch erholt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im dritten Quartal um 16,7 Prozent zum Vorquartal gewachsen, teilte das nationale Statistikamt INE am Freitag in Madrid nach einer ersten Erhebung mit. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 13,5 Prozent gerechnet. Im zweiten Quartal war die spanische Wirtschaft noch um 17,8 Prozent geschrumpft.

ROUNDUP 2: Frankreichs Wirtschaft wächst stark - Inflation auf der Nulllinie

PARIS - Die französische Wirtschaft hat sich im Sommer ein Stück weit vom Corona-Einbruch im Frühjahr erholt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im dritten Quartal um 18,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistikamt Insee am Freitag in Paris mitteilte. Analysten hatten im Schnitt eine niedrigere Wachstumsrate von 15,0 Prozent erwartet. Im zweiten Quartal war die Wirtschaft im Zuge der ersten Corona-Welle drastisch geschrumpft.

Deutschland: Einzelhandel erholt sich - Umsatzminus im September

WIESBADEN - Die Erholung im Einzelhandel hat sich im September fortgesetzt. Allerdings profitieren weiterhin nicht alle Bereiche davon. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahresmonat bereinigt um Preiserhöhungen (real) um 6,5 Prozent. Der September 2020 hatte allerdings einen Verkaufstag mehr. Gegenüber dem Vormonat sanken die Erlöse dagegen real um 2,2 Prozent, wie die Wiesbadener Behörde am Freitag mitteilte.

Ifo: Corona-Maßnahmen setzen Konjunkturerholung 'abruptes Ende'

MÜNCHEN - Das Ifo-Institut erwartet einen deutlichen Dämpfer für die wirtschaftliche Erholung durch die neuen Corona-Maßnahmen. "Die Ausgaben für Dienstleistungen des "sozialen Konsums" werden kräftig einbrechen", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser am Freitag. "Damit setzen die beschlossenen Maßnahmen der kräftigen Erholung vom Sommer ein abruptes Ende."

Japans Industrieproduktion im September weiter gestiegen

TOKIO - Japans Industrieproduktion zieht nach den schweren Einbrüchen in Folge der Corona-Pandemie weiter an. Der Ausstoß der vor Deutschland drittgrößten Volkswirtschaft der Welt stieg im September um 4,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie die Regierung am Freitag auf Basis vorläufiger Daten bekanntgab. Damit setzte sich die moderate Erholung der Produktion in Japan im nunmehr vierten Monat in Folge fort.

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