dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 30.08.2022 - 17.15 Uhr

ROUNDUP 2: Nur kurzzeitige Entspannung: Inflation wieder bei fast 8 Prozent

WIESBADEN - Die kurzzeitige Entspannung für Deutschlands Verbraucher ist verpufft: Die Teuerungsrate kratzt wieder an der 8-Prozent-Marke. Nach zwei Monaten mit rückläufigen Werten sprang sie im August auf 7,9 Prozent. Volkswirte machen den Menschen wenig Hoffnung: Sie erwarten in Europas größter Volkswirtschaft in den kommenden Monaten zweistellige Inflationsraten. Das Bundeskartellamt versicherte, es wache "mit Argusaugen" über die Preisentwicklung etwa im Lebensmittelhandel und an Tankstellen.

USA: Verbrauchervertrauen hellt sich überraschend deutlich auf

WASHINGTON - Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im August stärker als erwartet aufgehellt. Das Verbrauchervertrauen stieg zum Vormonat um 7,9 Punkte auf 103,2 Punkte, wie das Marktforschungsinstitut Conference Board am Dienstag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt lediglich einen Anstieg auf 98,0 Punkte erwartet. Es ist der erste Anstieg seit vier Monaten.

USA: Hauspreise steigen erneut langsamer - Case-Shiller-Index

NEW YORK - Der Preisanstieg am US-Immobilienmarkt schwächt sich weiter ab, er bleibt mit zweistelligen Zuwachsraten aber hoch. In den 20 großen Metropolregionen der Vereinigten Staaten stiegen die Häuserpreise im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um 18,6 Prozent, wie aus dem am Dienstag in New York veröffentlichten S&P/Case-Shiller-Index hervorgeht. Der Zuwachs folgt auf einen Anstieg um 20,5 Prozent im Vormonat.

USA: Häuserpreise steigen geringer als erwartet - FHFA

NEW YORK - In den USA sind die Hauspreise im Juni weniger als erwartet gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Preise um lediglich 0,1 Prozent, wie die Federal Housing Finance Agency (FHFA) am Dienstag in New York mitteilte. Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einem Plus von 0,8 Prozent gerechnet. Im Mai waren sie noch um leicht abwärts revidierte 1,3 Prozent gestiegen.

Grünen-Fraktion für schnelle Entlastungen

POTSDAM - Die Grünen-Bundestagsfraktion dringt angesichts steigender Preise auf gezielte Hilfen. "Unsere Maxime ist, dass am Ende die Menschen mit geringen Einkommen stärker entlastet werden als die Menschen mit hohen Einkommen", erklärte die Co-Vorsitzende Katharina Dröge am Dienstag in Potsdam zum Auftakt einer dreitägigen Fraktionsklausur. Ihre Co-Vorsitzende Britta Haßelmann sagte, auch Rentner und Studierende bräuchten Entlastungen.

China schickt wieder Millionen Menschen in Lockdowns

PEKING - Angesichts der anhaltend strengen Corona-Maßnahmen stecken in China erneut Millionen Menschen in Lockdowns fest. Wie der Staatssender CCTV berichtete, wurde etwa in der nordostchinesischen Metropole Dalian für circa die Hälfte der sechs Millionen Einwohner eine Ausgangssperre verhängt. Auch die Städte Chengde und Shijiazhuang in der Nähe von Peking verhängten Ausgeh-Restriktionen für eine nicht genannte Zahl von Menschen.

Scholz sieht Deutschland gerüstet für den Winter

BERLIN - Bundeskanzler Olaf Scholz sieht Deutschland angesichts des Füllstands der Gasspeicher gerüstet für den Winter. Man könne "mit aller Vorsicht" sagen, "dass wir wohl das Notwendige auf den Weg gebracht haben und noch weiter auf den Weg bringen können, um durch diesen Winter und durch den nächsten Winter zu kommen", sagte der SPD-Politiker am Dienstag bei der Klausurtagung der Bundesregierung auf Schloss Meseberg in Brandenburg. So seien etwa die Gasspeicher deutlich besser gefüllt, als man das vor einiger Zeit erwartet habe.

Eurozone: Wirtschaftsstimmung trübt sich stärker ein als erwartet

BRÜSSEL - Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich im August stärker als erwartet eingetrübt. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) fiel im Vergleich zum Vormonat um 1,3 Punkte auf 97,6 Punkte, wie die Europäische Kommission am Dienstag in Brüssel mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang auf 98,0 Punkte erwartet. Der Indikator sank auf den niedrigsten Stand seit Februar 2021 und liegt weiter unter seinem langfristigen Durchschnitt. Es ist der dritte Rückgang in Folge.

Spanien: Hohe Inflation geht leicht zurück

MADRID - In Spanien hat sich der hohe Preisauftrieb etwas abgeschwächt. Im August erhöhten sich die nach europäischer Methode gemessenen Verbraucherpreise um 10,3 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt INE am Dienstag in Madrid mitteilte. Im Vormonat hatte die Rate 10,7 Prozent betragen. Im Monatsvergleich siegen die Lebenshaltungskosten leicht um 0,1 Prozent. Die Erwartungen von Analysten wurden getroffen.

Ifo: Materialmangel in der Industrie lässt etwas nach

MÜNCHEN - Die Materialknappheit in der Industrie hat sich etwas entspannt. Im August klagten noch 62 Prozent der vom Ifo-Institut befragten Firmen darüber, nach 73 Prozent im Juli. "Von einer nachhaltigen Entspannung kann aber leider noch nicht gesprochen werden", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe, am Dienstag in München. "Der Rückgang ist immer noch zu klein, um einen deutlichen Impuls bei der Industrieproduktion auszulösen und damit die Konjunktur anzuschieben."

GESAMT-ROUNDUP: Erfolg von Ukraine-Offensive unklar - Hürden für Russen-Visa?

KIEW - Die Ukraine kann mit der Ausbildung ihrer Soldaten auch durch die EU rechnen. Deutschland unterstütze einen entsprechenden Vorschlag, sagte Staatssekretärin Siemtje Möller am Dienstag bei einem Verteidigungsministertreffen in Prag. Ob die Gegenoffensive der Ukraine in der strategisch wichtigen Region Cherson Erfolg hat, ist unterdessen unklar. Das Gelände des Atomkraftwerks Saporischschja ist nach Angaben der russischen Besatzungsverwaltung am Dienstag erneut unter Beschuss geraten. Als vorbeugende Maßnahme für die Menschen in der Region um das Atomkraftwerk haben die EU-Staaten eine Spende von fünf Millionen Kaliumjodidtabletten an die Ukraine angekündigt.

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