dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 30.09.2021 - 17.00 Uhr

·Lesedauer: 5 Min.

ROUNDUP 2: Inflation über 4 Prozent - 'Energiepreisschock tut Haushalten weh'

WIESBADEN - Für Verbraucher und Sparer ist die Nachricht bitter: Erstmals seit knapp 28 Jahren hat die Inflation in Deutschland wieder die Vier-Prozent-Marke überschritten. Angeheizt vor allem von höheren Energiekosten legten die Verbraucherpreise im September gegenüber dem Vorjahresmonat nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 4,1 Prozent zu. Volkswirte sehen dennoch aktuell keinen Anlass zur Beunruhigung. Im kommenden Jahr dürfte sich der Preisauftrieb nach ihrer Einschätzung wieder abschwächen.

USA: Chicago-Geschäftsklima trübt sich stärker als erwartet ein

CHICAGO - Das Geschäftsklima in der Region Chicago hat sich im September stärker als erwartet eingetrübt. Der Indikator fiel um 2,1 Punkte auf 64,7 Zähler, wie die regionale Einkaufsmanagervereinigung am Donnerstag in Chicago mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang auf 65,0 Punkte erwartet.

Tschechische Notenbank hebt Leitzins deutlich an

PRAG - Die tschechische Nationalbank hat ihren Leitzins wegen der hohen Inflation deutlich angehoben. Er steigt um 0,75 Prozentpunkte auf 1,50 Prozent, wie die Notenbank am Donnerstag in Prag mitteilten. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg auf 1,25 Prozent gerechnet. Es ist die stärkste Zinserhöhung seit 24 Jahren.

USA: Wirtschaft wächst etwas stärker als gedacht

WASHINGTON - Die US-Wirtschaft ist im Frühjahr etwas stärker gewachsen als bisher bekannt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um annualisiert 6,7 Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington in einer dritten Schätzung mitteilte. Eine vorherige Schätzung hatte ein Wachstum von 6,6 Prozent ergeben.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe steigen überraschend

WASHINGTON - Am US-Arbeitsmarkt hat sich die Lage in der vergangenen Woche überraschend verschlechtert. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe - ein Frühindikator für den Arbeitsmarkt - legten im Wochenvergleich um 11 000 auf 362 000 zu, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 330 000 Anträgen gerechnet.

ROUNDUP 2: Deutscher Arbeitsmarkt schüttelt Corona-Auswirkungen langsam ab

NÜRNBERG - Dank einer kräftigen Herbstbelebung schüttelt der deutsche Arbeitsmarkt die Folgen der Corona-Pandemie allmählich ab. Nur noch etwa 200 000 der im September 2 465 000 Arbeitslosen seien auf die Krise zurückzuführen, sagte das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, Daniel Terzenbach, am Donnerstag in Nürnberg. Die Vergleichszahl hatte schon einmal bei 650 000 gelegen.

Italien: Inflation steigt auf Neunjahreshoch

ROM - Der Inflationsdruck in Italien nimmt weiter zu. Im September stiegen die nach europäischen Standards berechneten Verbraucherpreise (HVPI) um 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Istat am Donnerstag in Rom mitteilte. Das ist die höchste Rate seit dem Jahr 2012. Im August hatte der Zuwachs 2,5 Prozent betragen. Analysten hatten im Schnitt mit dem jüngsten Anstieg gerechnet.

Nach dem Brexit: Londoner Finanzsektor fordert unkompliziertere Visa

LONDON - Die wirtschaftsstarke Londoner Finanzbranche hat unkompliziertere Kurzzeitvisa für Arbeitskräfte aus dem Ausland nach dem Brexit gefordert. "Um wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen wir die besten globalen Talente", sagte der Chef der Vereinigung TheCityUK, die die Interessen des Sektors vertritt, einer Mitteilung vom Donnerstag zufolge. Andernfalls sei es der Finanzbranche nicht mehr möglich, Innovationen voranzutreiben und Handelsbeziehungen auszubauen. "Großbritannien muss seinen Immigrationsprozess stärker modernisieren, Bürokratie abbauen und die Flexibilität und die Anpassung an Bedürfnisse der Wirtschaft erhöhen."

Eurozone: Arbeitslosigkeit geht erneut zurück

LUXEMBURG - Die Lage auf dem Arbeitsmarkt der Eurozone hat sich im August erneut verbessert. Die Arbeitslosenquote fiel im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mitteilte. Analysten hatten mit dieser Entwicklung gerechnet. Der Arbeitsmarkt erholt sich so weiter von den Folgen der Corona-Pandemie.

ROUNDUP/Deutschland: Zahl der Arbeitslosen sinkt im September um 114 000

NÜRNBERG - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September dank einer Herbstbelebung auf 2 465 000 gesunken. Das sind 114 000 weniger als noch im August und 382 000 weniger als im September 2020, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 5,4 Prozent.

Frankreich: Inflation steigt auf Zehnjahreshoch

PARIS - Der Preisauftrieb in Frankreich nimmt weiter zu. Im September stiegen die nach europäischer Methode (HVPI) ermittelten Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,7 Prozent, wie das Statistikamt Insee am Donnerstag in Paris mitteilte. Das ist die höchste Rate seit dem Jahr 2011. Im Vormonat hatte die Rate 2,4 Prozent betragen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 2,8 Prozent gerechnet.

Britische Wirtschaft erholt sich stärker als gedacht

LONDON - Die britische Wirtschaft hat sich im Frühjahr stärker von der Corona-Pandemie erholt als bisher bekannt. Im zweiten Quartal stieg die Wirtschaftsleistung (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 5,5 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Donnerstag in London in einer zweiten Schätzung mitteilte. Eine vorherige Erhebung hatte einen Zuwachs um 4,8 Prozent erbracht.

Japans Industrieproduktion sinkt überraschend stark - Lieferketten-Probleme

TOKIO - Die japanische Industrieproduktion ist im August wegen der Probleme in den Lieferketten stärker als erwartet gefallen. Die Produktion der Industriebetriebe sei im Vergleich zum Juli um 3,2 Prozent zurückgegangen, teilte das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (Meti) am Donnerstag auf Basis vorläufiger Daten in Tokio mit. Damit ging die Industrieproduktion den zweiten Monat in Folge zurück, nachdem sie im Juli um 1,5 Prozent gesunken war. Experten hatten mit einem Rückgang gerechnet, dabei allerdings im Schnitt nur ein Minus von 0,5 Prozent auf dem Zettel.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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