dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 28.04.2022 - 17.00 Uhr

ROUNDUP/ Keine Entspannung in Sicht: Inflation steigt weiter auf 7,4 Prozent

WIESBADEN - Rekordverdächtige Inflationsraten machen Deutschlands Verbrauchern weiterhin zu schaffen. Im April legte die Teuerungsrate überraschend sogar nochmals zu: Die Verbraucherpreise lagen um 7,4 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten errechnet hat. Im März war die jährliche Teuerungsrate mit 7,3 Prozent bereits auf den höchsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 geschnellt.

ROUNDUP/USA: Wirtschaft schrumpft im Winter überraschend

WASHINGTON - Die US-Wirtschaft ist im Winter überraschend geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel im ersten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 1,4 Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington laut einer ersten Schätzung mitteilte. Volkswirte hatten hingegen mit einem Wachstum von 1,0 Prozent gerechnet.

GESAMT-ROUNDUP: Bundestag billigt Lieferung schwerer Waffen an Ukraine

BERLIN/KIEW - Mit dem Ja des Bundestags zur Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine hat Deutschland eine weitere Kehrtwende vollzogen und sich im russischen Angriffskrieg so klar wie nie an die Seite Kiews gestellt. Das Parlament beschloss am Donnerstag in Berlin mit großer Mehrheit einen gemeinsamen Antrag von Ampel-Koalition und Union. Die Opposition aus Linken und AfD sieht die Gefahr eines Atomkriegs, weil Deutschland nun zur Kriegspartei werde.

EU-Kommission: 3,5 Milliarden Euro an EU-Länder für Ukraine-Flüchtlinge

BRÜSSEL - Die EU-Kommission hat verschiedene Mitgliedsstaaten bislang mit 3,5 Milliarden Euro für die Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine unterstützt. Das Geld sei als Vorschuss gedacht, damit die Länder Bedürftigen beispielsweise Lebensmittel, Unterkunft, Gesundheitsversorgung und Bildung anbieten können, sagte der zuständige EU-Kommissar Nicolas Schmit am Donnerstag in Brüssel.

Union kritisiert Energie-Entlastungspakete - 'zu spät und zu wenig'

BERLIN - Die Union hat die Energie-Entlastungspakete der Ampel als nicht ausreichend bezeichnet. Unionsfraktionsvize Jens Spahn sagte am Donnerstag im Bundestag: "Zu spät, zu wenig, zu bürokratisch." Die Ampel lasse viele Millionen Menschen mit den steigenden Energiepreisen alleine. Der CDU-Abgeordnete Johannes Steiniger sagte, bei der geplanten Energiekostenpauschale habe die Koalition Rentner und Studenten vergessen.

Stabilitätsrat erwartet Rückkehr zu Defizit-Obergrenze für 2026

BERLIN - Deutschland wird voraussichtlich erst im Jahr 2026 die Obergrenze für das strukturelle Defizit im Staatshaushalt wieder einhalten. Im laufenden Jahr könnte der Etat mit einem Finanzierungsdefizit von rund 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung abschließen, erklärte der Stabilitätsrat von Bund und Ländern am Donnerstag in Berlin. 2026 werde die Obergrenze von 0,5 Prozent voraussichtlich wieder erreicht.

Spaniens Parlament billigt 16-Milliarden-Entlastungspaket

MADRID - In einer wahren Zitterpartie hat das Parlament in Spanien ein Entlastungspaket im Umfang von 16 Milliarden Euro gebilligt. Der "Antikrisen-Plan" zur Abfederung der Folgen der stark steigenden Energiepreise und des Ukraine-Krieges wurde am Donnerstag in Madrid mit 176 zu 172 Stimmen abgesegnet. Das Programm der linken Minderheitsregierung stand bis zuletzt auf der Kippe. Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte deshalb am Mittwoch sogar kurzfristig eine Reise nach Polen und Moldau abgesagt, um an der Abschlussdebatte im "Congreso de los Diputados" teilnehmen zu können.

Gasstopp noch ohne Auswirkungen auf deutsche Versorgungssicherheit

BONN - Die Einstellung der russischen Gaslieferungen nach Polen und Bulgarien hat bislang keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in Deutschland. Dies hat die Bundesnetzagentur am Donnerstag in ihrem täglichen Bericht zur Gasversorgungslage in Deutschland betont. "Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist derzeit gewährleistet", hieß es. Die Gaszuflüsse nach Deutschland lägen auf einem üblichen Niveau.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sinken leicht

WASHINGTON - In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche leicht gesunken. Die Zahl sei um 5000 auf 180 000 gefallen, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Analysten hatten im Schnitt mit dieser Zahl gerechnet. Das Niveau der Hilfsanträge bleibt im längeren Vergleich sehr niedrig.

USA: Wirtschaft schrumpft im Winter überraschend

WASHINGTON - Die US-Wirtschaft ist im Winter überraschend geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel im ersten Quartal annualisiert um 1,4 Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington laut einer ersten Schätzung mitteilte. Volkswirte hatten hingegen mit einem Wachstum von 1,0 Prozent gerechnet.

EU-Kommission: Rubel-Umwandlung bei Gas-Zahlungen ist Sache Russlands

BRÜSSEL - Die Europäische Kommission hat Regelungen bezüglich der von Russland geforderten Rubel-Zahlung für Gas-Lieferungen klargestellt. Unternehmen, die wie von Moskau gefordert in Russland ein Bankkonto eröffneten und Lieferungen weiterhin in Euro zahlten, verletzten nicht die EU-Sanktionen gegen Russland, erklärten Beamte der EU-Kommission am Donnerstag. "Was die Russen danach mit dem Geld machen, ist ihnen überlassen", sagte ein Beamter.

Scholz in Japan: Brauchen eine andere Globalisierung

TOKIO - Bundeskanzler Olaf Scholz hat angesichts der Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine für die Weltwirtschaft vor Abschottung und Deglobalisierung gewarnt. "Was wir stattdessen brauchen ist eine andere Globalisierung", sagte Scholz am Donnerstag in Tokio bei einem Dialogforum der deutschen Außenhandelskammer in Japan. "Die Deglobalisierung funktioniert nicht. Sie ist keine Option

Schwedische Zentralbank hebt Leitzins auf 0,25 Prozent an

STOCKHOLM - Die schwedische Zentralbank hebt ihren Leitzins von 0,00 auf 0,25 Prozent an. Damit liegt er erstmals seit 2014 über 0 Prozent. Die Riksbank will mit dem Schritt dagegen vorgehen, dass sich die hohe Inflation in der Preis- und Lohnbildung verankert, wie sie am Donnerstag mitteilte. Die Teuerungsrate sei auf das höchste Niveau seit den 1990er Jahren gestiegen und werde noch einige Zeit lang hoch bleiben. Es werde damit gerechnet, dass der Zinssatz noch zwei- bis dreimal in diesem Jahr angehoben und in drei Jahren knapp unter 2 Prozent liegen werde. Letztlich geht es der Bank darum, dass die Inflation in die Nähe der Zielmarke von 2 Prozent zurückgeht.

Ifo-Institut registriert bessere Stimmung in ostdeutscher Wirtschaft

DRESDEN - Die Stimmung der ostdeutschen Unternehmen hat sich laut Dresdner Ifo-Institut im April wieder merklich verbessert. Ausschlaggebend sei die deutliche Zunahme der Geschäftserwartungen, teilte das Institut am Donnerstag in Dresden mit. Die Einschätzung der aktuellen Lage sei in etwa auf dem Niveau des Vormonats konstant geblieben. "Die ostdeutschen Unternehmen scheinen den ersten Schock über den Russischen Angriffskrieg gut verkraftet zu haben", lautete das Fazit. Das Ifo-Geschäftsklima für Ostdeutschland basiert auf etwa 1700 monatlichen Meldungen von Firmen verschiedener Branchen. Sie werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Der Ifo-Index gilt als sehr treffsicherer Frühindikator für den Konjunkturverlauf.

Bericht: London will Brexit-Kontrollen erneut verzögern

LONDON - Die britische Regierung will einem Bericht zufolge die Einführung von Brexit-Kontrollen für Importe aus der EU erneut verzögern. Dies wäre bereits die vierte Verschiebung, berichtete die Tageszeitung "Guardian" am Donnerstag. Der Minister für Brexit-Chancen, Jacob Rees-Mogg, soll die Maßnahme demnach damit begründen wollen, dass die bereits durch den Ukraine-Krieg unter Druck geratenen Lieferketten nicht zusätzlich belastet werden sollten.

Italien: Verbraucher pessimistischer - Unternehmen zuversichtlicher

ROM - Die Stimmung der italienischen Verbraucher hat sich im April leicht eingetrübt. Der entsprechende Indikator fiel gegenüber März um 0,8 Punkte auf 100,0 Zähler, wie das Statistikamt Istat am Donnerstag in Rom mitteilte. Analysten hatten im Schnitt 100,4 Punkte erwartet.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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