dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 28.06.2021 - 17.00 Uhr

·Lesedauer: 7 Min.

ROUNDUP 2: IAB Arbeitsmarktbarometer erreicht Allzeithoch - Sprung beim Ifo

NÜRNBERG - Auf dem Weg aus der Corona-Krise hat die Stimmung auf dem deutschen Arbeitsmarkt ein Allzeithoch erreicht. Das Arbeitsmarktbarometer des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) habe 107,4 Punkte und damit den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2008 erreicht, teilte das Institut am Montag in Nürnberg mit. Auch das Ifo misst bei seinem Beschäftigungsbarometer einen deutlichen Anstieg. Am Mittwoch will die Bundesagentur für Arbeit ihre Monatsstatistik für den Juni bekanntgeben.

ROUNDUP 3: Macron und Le Pen nach Wahlschlappe unter Druck

PARIS - Nach ihren Schlappen bei den Regionalwahlen in Frankreich gehen Staatschef Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen geschwächt in den Kampf ums Präsidentenamt. Le Pen eröffnete demonstrativ das Marathonrennen um das Spitzenamt im Élyséepalast: Die Präsidentenwahl im Frühjahr 2022 biete mehr denn je Gelegenheit für einen Politikwechsel, sagte sie nach ihrer Niederlage. Ihr Rassemblement National (RN) war in der zweiten Wahlrunde am Sonntag mit dem Vorhaben gescheitert, erstmals eine Region zu erobern und damit eine solide Machtbastion für die Rechtspopulisten zu schaffen.

ROUNDUP: China und Russland verlängern Nachbarschaftsvertrag

PEKING/MOSKAU - China und Russland haben ihren Nachbarschaftsvertrag verlängert. Darauf verständigten sich der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping und Russlands Präsident Wladimir Putin am Montag in einem Videogespräch. "In der heutigen Welt sind solche Abkommen von großer Bedeutung", sagte Putin nach einem Bericht des russischen Staatsfernsehens. Der Nachbarschaftsvertrag schreibe auch die gegenseitige Unterstützung der territorialen Integrität beider Staaten fest.

Weidmann wirbt für ausgewogenen Blick auf steigende Inflationsraten

FRANKFURT - Angesichts zuletzt steigender Verbraucherpreise hat Bundesbank-Präsident Jens Weidmann die Sorge vor einer mittelfristig überschießenden Inflation gedämpft. "Viele Menschen sorgen sich, dass mit der wirtschaftlichen Erholung die Inflation zurückkehren könnte. Diese Sorgen nehme ich sehr ernst", sagte Weidmann bei einer Bankenkonferenz am Montag in Frankfurt. "Doch die Inflationsgefahren sollten in der Diskussion eben nicht überzogen werden."

RKI: Jeder zehnte Landkreis mit Inzidenz von 0

BERLIN - Rund jeder zehnte Landkreis in Deutschland hat nach RKI-Angaben in den vergangenen sieben Tagen keinen einzigen Corona-Fall verzeichnet. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts von Montag hervor. Demnach lag die 7-Tage-Inzidenz in 40 von 412 erfassten Kreisen und kreisfreien Städten bei 0. In weiteren 45 Kreisen gab es jeweils nur einen Fall. Zu bedenken ist, dass es zu Nachmeldungen kommen kann.

ROUNDUP 2: Schwedens Ministerpräsident tritt zurück - Regierungssuche beginnt

STOCKHOLM - Eine Woche nach einem Misstrauensvotum im Parlament hat der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven seinen Rücktritt eingereicht. Der 63 Jahre alte Chef der Sozialdemokraten sagte am Montag bei einer Pressekonferenz: "Angesichts der außergewöhnlichen Situation, in der sich das Land mit der anhaltenden Pandemie und den damit verbundenen besonderen Herausforderungen befindet, ist eine Neuwahl nicht das Beste für Schweden." Löfven hatte nach dem Misstrauensvotum eine Woche Zeit, um sich zwischen den Optionen Rücktritt und Neuwahl zu entscheiden.

Russische Notenbank will Zinsen weiter anheben

MOSKAU - Die russische Notenbank will sich mit weiteren Zinsanhebungen gegen die hohe Inflation im Land stemmen. Die Teuerung habe sich deutlich beschleunigt, sagte Notenbankchefin Elwira Nabiullina am Montag während eines Fernsehinterviews. Daher seien weitere Zinserhöhungen in den kommenden Monaten wohl notwendig. Nabiullina nannte eine Spanne von 0,25 bis 1,0 Prozentpunkte, um die der Leitzins steigen könne.

Studie: Jugendliche wünschen sich mehr Finanzbildung in der Schule

WIESBADEN - Trotz einer besseren Kontrolle über ihre Finanzen wünschen sich junge Menschen zusätzliche Bildungsangebote. Nach dem vom Umfrageinstitut Forsa erhobenen Jungend-Finanzmonitor kommen Jugendliche laut eigener Aussage besser mit ihrem Geld zurecht als noch vor der Corona-Pandemie. Im Vergleich zum Jahr 2018 sei der Anteil der Befragten, die "gut" oder "sehr gut" mit ihren Finanzen auskommen, bis zu diesem Jahr um 10 Prozentpunkte auf 92 Prozent gestiegen - und dies, obwohl der Anteil der Jugendlichen mit Nebenjobs im selben Zeitraum deutlich kleiner geworden ist.

EU hofft auf Einigung in 'Würstchenstreit' mit Großbritannien

BELFAST - Im "Würstchenstreit" zwischen der EU und Großbritannien deutet sich eine Einigung an. Der Vizepräsident der EU-Kommission, Maros Sefcovic, äußerte sich am Montag zuversichtlich, dass im Konflikt um die strittigen Brexit-Regeln bis Mittwoch eine Lösung gefunden werden kann. London hatte zuvor eine längere Übergangsfrist für den ungehinderten Export von Fleisch- und Wurstwaren nach Nordirland beantragt. Die Frist läuft eigentlich am 30. Juni aus. Nach dem Willen der Briten soll sie bis Ende September verlängert werden.

ROUNDUP/Asbest-Tote nach Sanierungswelle befürchtet: EU plant neue Grenzwerte

BRÜSSEL - Experten fürchten zusätzliche Asbest-Opfer wegen der steigenden Zahl an Gebäudesanierungen für den Klimaschutz. Wie die EU-Kommission am Montag mitteilte, erfordern die Arbeiten für mehr Energieeffizienz oft das Entfernen von frühen verbauten asbesthaltigen Materialien. Dies stelle während der Sanierungswelle einen gesundheitlichen Risikofaktor dar.

Mehr als 35 Prozent der Menschen vollständig gegen Corona geimpft

BERLIN - Mehr als 35 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Montag hervor (Stand: 10.50 Uhr). Rund 44,6 Millionen Menschen (53,6 Prozent) haben mindestens eine Impfung bekommen, 29,4 Millionen Menschen (35,4 Prozent) sind vollständig geimpft. Allein am Sonntag wurden 275 827 Impfdosen verabreicht.

Deutsche-Bank-Chef dringt auf Fortschritte bei Kapitalmarktunion

FRANKFURT - Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing dringt auf Fortschritte bei der Vereinheitlichung der Kapitalmärkte in Europa. Ein gemeinsamer europäischer Kapitalmarkt sei unter anderem "die Voraussetzung dafür, dass uns die Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft gelingt", sagte Sewing am Montag bei einer Bankenkonferenz in Frankfurt.

Öffentliche Schulden im ersten Quartal leicht gewachsen

WIESBADEN - Die öffentlichen Schulden in Deutschland sind Anfang 2021 leicht gewachsen. Insgesamt wuchs die Schuldensumme von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung bei Banken und Privatunternehmen Ende des ersten Quartals im Vergleich zum Vorquartal um 1,5 Prozent auf 2 205 Milliarden Euro. "Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 26 532 Euro", teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mit. Der Anstieg sei weiterhin vor allem auf Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie zurückzuführen, hieß es.

Kurzarbeitergeld drückt Lohnstatistik in der Corona-Krise

WIESBADEN - Das Kriseninstrument der Kurzarbeit drückt weiterhin die offiziell registrierte Lohnentwicklung in Deutschland. Auch weil die von der Arbeitsagentur gezahlte Lohnersatzleistung in der entsprechenden Statistik nicht erfasst wird, sanken die Bruttomonatsverdienste der Beschäftigten im ersten Quartal dieses Jahres um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Deutschland: Preisschub bei Einfuhren beschleunigt sich - Energie treibt erneut

WIESBADEN - Nach Deutschland importierte Güter haben sich im Mai deutlich verteuert. Im Jahresvergleich seien die Einfuhrpreise um 11,8 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Analysten hatten bereits mit einer hohen Jahresrate gerechnet, waren im Schnitt aber von einem etwas geringeren Zuwachs ausgegangen. Im April waren die Importpreise im Jahresvergleich bereits stark um 10,3 Prozent gestiegen, nach einem kräftigen Plus von 6,9 Prozent im März. Eine höhere Vorjahresveränderung als im Mai hat es laut dem Bundesamt zuletzt im Oktober 1981 im Rahmen der zweiten Ölpreiskrise gegeben.

ROUNDUP: US-Angriffe in irakisch-syrischer Grenzregion als Botschaft an Iran

WASHINGTON - Mit einem weiteren Militärschlag unter dem Befehl von Präsidenten Joe Biden haben die USA den Druck auf den Iran und dessen Verbündete erhöht. Das US-Militär flog in der irakisch-syrischen Grenzregion Luftangriffe auf mehrere Ziele, die von pro-iranischen Milizen genutzt worden seien, teilte Pentagon-Sprecher John Kirby am Sonntagabend (Ortszeit) in Washington mit. Von diesen Einrichtungen aus hätten vom Iran unterstützte Milizen mit Drohnen Angriffe auf US-Personal und Einrichtungen im Irak gestartet. Es handele sich um zwei Ziele in Syrien und eines im Irak. Dort seien unter anderem Waffen gelagert worden. Das Pentagon sprach von einem notwendigen und angemessenen Defensivschlag.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.