dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 28.04.2020 - 17.00 Uhr

Frankreich will Schutzmasken-Pflicht im öffentlichen Nahverkehr

PARIS - Frankreich macht das Tragen von Schutzmasken im öffentlichen Nahverkehr landesweit zur Pflicht. Vom 11. Mai an muss man in der Métro, in Bussen und in Zügen Mundschutz tragen, wie Premierminister Édouard Philippe am Dienstag in der Nationalversammlung mitteilte. Zugleich sollen die Geschäfte wieder öffnen. Bars und Restaurants bleiben geschlossen. Der Regierungschef stellte im Parlament den Plan zur Lockerung der strengen Ausgangsbeschränkungen vor.

USA: Verbraucherstimmung fällt auf den tiefsten Stand seit 2014

WASHINGTON - Die Stimmung der US-Verbraucher ist im April angesichts der Zuspitzung der Corona-Krise auf den niedrigsten Stand seit 2014 gefallen. Wie das Marktforschungsinstitut Conference Board am Dienstag mitteilte, fiel der von ihm erhobene Indikator zum Vormonat um 31,9 Punkte auf 86,9 Zähler. Es war der stärkste monatliche Rückgang seit 1973. Der Rückgang lag aber im Rahmen der Erwartungen. Volkswirte hatten mit 87,0 Prozent gerechnet.

Spanien: Arbeitslosigkeit steigt auf höchsten Stand seit Anfang 2019

MADRID - Auf dem spanischen Arbeitsmarkt beginnen sich die Folgen der Corona-Krise abzuzeichnen: Im ersten Quartal ist die Arbeitslosenquote erstmals seit einem Jahr wieder gestiegen. Die Quote habe auf 14,41 Prozent zugelegt, teilte das nationale Statistikbüro INE am Dienstag mit. Im Schlussquartal 2019 lag sie nur bei 13,78 Prozent. Nach Einschätzung von Experten dürften sich die vollen Auswirkungen der Corona-Krise auf den spanischen Arbeitsmarkt erst im zweiten Quartal zeigen.

Frankreich: Verbrauchervertrauen bricht in Rekordgeschwindigkeit ein

PARIS - Die Verbraucherstimmung in Frankreich ist inmitten der Corona-Krise massiv eingebrochen. Wie das Statistikamt Insee am Dienstag in Paris bekanntgab, fiel der von ihm erhobene Indikator um acht Punkte auf 95 Zähler. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Erhebung im Jahr 1972. Zudem wurde der tiefste Stand seit gut einem Jahr erreicht. Analysten hatten allerdings einen wesentlich stärkeren Rückgang auf im Schnitt 80 Punkte erwartet.

Merkel: Bei Corona-Konjunkturprogrammen Klimaschutz berücksichtigen

BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dazu aufgerufen, beim wirtschaftlichen Wiederaufbau nach der Corona-Pandemie dem Klimaschutz einen festen Stellenwert einzuräumen. "Es wird jetzt eine schwierige Verteilungsdiskussion geben, wenn wir die wirtschaftlichen Schäden, die die Corona-Pandemie in unseren jeweiligen Haushalten mit sich gebracht hat, anschauen", sagte Merkel am Dienstag beim Petersberger Klimadialog. "Umso wichtiger wird es sein, wenn wir Konjunkturprogramme auflegen, immer den Klimaschutz ganz fest im Blick zu haben und deutlich zu machen, dass wir nicht etwa am Klimaschutz sparen, sondern dass wir in zukunftsfähige Technologien investieren."

Merkel fordert Finanzmarkt für klimafreundliche Investitionen

BERLIN - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einen Finanzmarkt für klimafreundliche Investitionen gefordert. Es sei wichtig, dass Investoren sehen könnten, dass es sich lohne, in moderne Technologien wie erneuerbare Energien zu investieren, sagte Merkel am Dienstag in einer Videoschalte des Petersberger Klimadialogs. Oft scheitere es aber daran, dass Kapital nicht aufgebracht werden könne. "Deshalb brauchen wir einen Finanzmarkt, der günstiges Kapital für klimafreundliche Investitionen bereitstellt", forderte die Kanzlerin.

Neuer RKI-Lagebericht: Ansteckungsrate wieder bei 0,9

BERLIN - Nach einem aktuellen Lagebericht schätzt das Robert Koch-Institut (RKI) die Corona-Ansteckungsrate wieder auf 0,9. Die sogenannte Reproduktionszahl ist demnach mit Datenstand 28. April 2020, 0.00 Uhr wieder gesunken, nachdem sie zuvor laut einem am Montagabend veröffentlichten Bericht auf 1 gestiegen war. Vom Wert 1 hatte RKI-Chef Lothar Wieler am Dienstagvormittag auch in einer Pressekonferenz berichtet. Er betonte dabei, die Reproduktionszahl dürfe bei der Bewertung des Epidemieverlaufs nicht isoliert betrachtet werden.

USA: Hauspreise steigen im Februar stärker als erwartet - Case-Shiller-Index

NEW YORK - Auf dem US-Immobilienmarkt hat sich der Preisauftrieb im Februar etwas beschleunigt. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Hauspreise um 0,45 Prozent, wie aus dem am Dienstag in New York veröffentlichten S&P/Case-Shiller-Index hervorgeht. Volkswirte hatten nur mit einem Zuwachs von 0,35 Prozent gerechnet. Im Januar waren die Hauspreise noch um revidierte 0,35 Prozent (zunächst: +0,30) gestiegen.

Spahn hält trotz gestiegener Reproduktionsrate an Lockerungen fest

HANNOVER - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält in der Corona-Epidemie trotz der wieder angestiegenen Reproduktionsrate am Kurs vorsichtiger Lockerungen fest. "Das ist ein wichtiger Faktor, aber auch die absolute Zahl ist wichtig", sagte Spahn am Dienstag in Hannover mit Blick auf die Reproduktionsrate und andererseits die Gesamtzahl der Erkrankten. "Wir haben eine absolute Zahl erreicht, mit der wir besser umgehen können." In der kommenden Woche wollten Bund und Länder über Lockerungen für die Gastronomie und den Tourismus beraten. "Der 6. Mai ist jetzt das Datum, an dem wir gucken, ob und welchen Schritt wir gehen können."

EZB: Kreditnachfrage der Unternehmen steigt deutlich

FRANKFURT - Die Nachfrage der Unternehmen nach Bankkrediten ist in der Corona-Krise kräftig gestiegen. Besonders deutlich erhöhte sich die Nachfrage nach kurzfristigen Krediten, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Grund sei der erhöhte Liquiditätsbedarf der Unternehmen gewesen. Dagegen sei der längerfristige Finanzierungsbedarf für Investitionen und Übernahmen zurückgegangen.

RKI-Präsident appelliert: Regeln weiter einhalten

BERLIN - Mit einem eindringlichen Appell hat sich der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) an die Bevölkerung gewandt. Es gelte, sich weiter an die gültigen Regeln zu halten, betonte Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. "Wir wollen nicht, dass die Fallzahlen wieder zunehmen. Wir wollen nicht, dass wir wieder mehr Covid-19-Fälle haben."

Frankreich will Verzicht auf Passierschein - weiter Beschränkungen

PARIS - Bei der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen will Frankreich vom 11. Mai an auf die bisher obligatorischen Passierscheine verzichten. "Es wird wieder möglich sein, ohne Bescheinigung frei zu reisen - mit Ausnahme von Fahrten mehr als 100 Kilometer von zu Hause entfernt", sagte Premierminister Édouard Philippe am Dienstag in der Nationalversammlung in Paris. Solche Reisen sind nur erlaubt, wenn es wegen Familie oder Beruf einen zwingenden Grund gibt.

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