dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 27.05.2022 - 17.00 Uhr

Bundesbankchef Nagel erwartet mehrere EZB-Zinserhöhungen in diesem Jahr

FRANKFURT - Angesichts der hohen Inflation stellt Bundesbankpräsident Joachim Nagel gleich mehrere Leitzinserhöhungen durch die EZB in diesem Jahr in Aussicht. "In unserer Juni-Sitzung müssen wir ein deutliches Signal geben, wohin die Reise geht", sagte Nagel im Gespräch mit dem "Spiegel" laut einer Vorabmeldung vom Freitag. "Aus meiner heutigen Sicht müssen wir dann im Juli einen ersten Zinsschritt machen und weitere in der zweiten Jahreshälfte folgen lassen."

GESAMT-ROUNDUP: Berlin sagt Ukraine Wiederaufbau-Hilfe zu - Kämpfe im Osten

KIEW - Die Bundesregierung will die von Russland angegriffene Ukraine beim Wiederaufbau mit Soforthilfegeldern in Millionenhöhe unterstützen. Mit der Hilfe dürfe man nicht warten, bis der Krieg zu Ende sei, sagte Entwicklungsministerin Svenja Schulze am Freitag im schwer zerstörten Kiewer Vorort Borodjanka. Die SPD-Politikerin besuchte die Ukraine als zweites Mitglied der Bundesregierung seit Beginn des russischen Angriffskrieges, der am Freitag in den 93. Tag ging. Derzeit toben die schwersten Kämpfe im Osten des Landes.

USA: Michigan-Konsumklima sinkt auf den niedrigsten Stand seit 2011

MICHIGAN - Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Mai stärker als erwartet eingetrübt. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima sank zum Vormonat um 6,8 Punkte auf 58,4 Zähler, wie die Universität am Freitag nach einer zweiten Umfragerunde mitteilte. Dies ist der niedrigste Stand seit dem Jahr 2011. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer Bestätigung der Erstschätzung von 59,1 Punkten gerechnet.

USA: Konsumausgaben steigen deutlich - Inflation schwächt sich ab

WASHINGTON - Die Ausgaben der US-Verbraucher sind auch im April deutlich gestiegen. Die Konsumausgaben legten gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Zuwachs um lediglich 0,8 Prozent gerechnet. Außerdem waren die Ausgaben im Vormonat nach revidierten Daten stärker als bisher bekannt gestiegen, um 1,4 Prozent. Zuvor war nur ein Plus um 1,1 Prozent gemeldet worden.

ROUNDUP: G7-Staaten wollen aus der Kohle-Stromerzeugung aussteigen

BERLIN - Die Industrienationen der G7 bekennen sich zum Ausstieg aus der Stromgewinnung aus Kohle. Zum Abschluss des Treffens der Klima-, Energie- und Umweltminister in Berlin verpflichteten sich die G7-Staaten am Freitag erstmalig zum Ziel einer überwiegend CO2-freien Stromversorgung bis zum Jahr 2035. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums sagten die Teilnehmer in der Abschlusserklärung ferner zu, ihre Klima-Ambitionen zu steigern und die entsprechenden Finanzhilfen für ärmere Länder bis 2025 zu verdoppeln.

IAB-Arbeitsmarktbarometer erstmals seit Jahresbeginn gesunken

NÜRNBERG - Erstmals in diesem Jahr haben sich die Aussichten auf dem deutschen Arbeitsmarkt leicht eingetrübt. Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg sei erstmalig seit Jahresbeginn wieder gesunken, teilte das IAB am Freitag mit. Das Barometer beruht auf einer Umfrage unter allen deutschen Arbeitsagenturen zu deren Erwartungen für die nächsten drei Monate.

Scholz: Weltweite Finanzkrise wegen China-Krediten in Afrika droht

STUTTGART - Mit Blick auf die umfassende Vergabe von chinesischen Krediten an ärmere Staaten vor allem in Afrika warnt Bundeskanzler Olaf Scholz vor einer weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise. Deutschland stimme sich mit im sogenannten Paris Club zusammengeschlossenen westlichen Gläubigerländern ab und informiere über die Kreditvergaben, um frühere Fehler nicht zu wiederholen. "Eine der ganz, ganz großen Ambitionen, die wir verfolgen, ist es, China als Land, das auf neue Weise viele Kredite vergibt, da miteinzubeziehen", sagte Scholz am Freitag beim Katholikentag in Stuttgart.

Scholz: Briten abhängiger denn je von der City of London

STUTTGART - Großbritannien ist nach Einschätzung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) abhängiger denn je von der City of London, dem Finanzviertel mit den großen Investmentbanken. Der Brexit sei wesentlich dadurch zu erklären, dass sich viele in Großbritannien abgehängt gefühlt hätten, sagte Scholz am Freitag beim Katholikentag in Stuttgart. "Da haben ganz viele gesagt: "Die City of London beherrscht hier das ganze Land, es geht nie um uns" und haben dann eine Entscheidung getroffen, die vor allem diejenigen bezahlen, die sie getroffen haben."

Chinesische Regierung: USA übertreiben die Bedrohung durch China

PEKING - Die USA verbreiten aus Sicht der chinesischen Regierung falsche Informationen und übertreiben die Bedrohung durch China. In einer Reaktion auf die Grundsatzrede von US-Außenminister Antony Blinken zu China warf Außenamtssprecher Wang Wenbin den USA am Freitag ferner vor, sich in innere Angelegenheiten Chinas einzumischen und dessen Innen- und Außenpolitik zu diskreditieren.

Eurozone: Geldmenge wächst erneut langsamer

FRANKFURT - In der Eurozone hat sich das Wachstum der Geldmenge weiter abgeschwächt. Die breit gefasste Geldmenge M3 erhöhte sich im April gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,0 Prozent, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag in Frankfurt mitteilte. Damit hat sich das Wachstum der Geldmenge in der Eurozone den sechsten Monat in Folge abgeschwächt.

Ifo Institut erwartet Abflauen der Inflationsrate in der zweiten Jahreshälfte

MÜNCHEN - Das Ifo-Institut rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit einem leichten Rückgang der hohen Inflation in Deutschland. Laut einer Umfrage des Forschungsinstituts ist der Anteil der Firmen, die ihre Preise in den kommenden drei Monaten erhöhen wollen, erstmals seit Monaten wieder gewunken. Ein vom Ifo-Institut für den Monat Mai berechneter Indexwert zu den Preiserwartungen sei zum Vormonat um vier Punkte auf 57,8 Punkte gesunken, wie das Ifo-Institut am Freitag mitteilte.

ROUNDUP: Shanghai-Lockdown: Industrie droht noch mehr Materialmangel

MÜNCHEN - Der deutschen Wirtschaft droht als Folge chinesischer Lockdowns und weltweiter Schiffsstaus eine weitere Verschärfung der gravierenden Lieferprobleme. Nach Angaben des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel und des Rotterdamer Hafens ist die Zahl der aus China Richtung Westen fahrenden Schiffe bereits gesunken. Und die Londoner Schifffahrtsberatung Drewry schätzt, dass im Hafen Shanghai allein im April 260 000 für den Export in alle Welt bestimmte Container nicht verladen wurden.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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