dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 27.09.2021 - 17.00 Uhr

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WAHL/ROUNDUP 2: Scholz strebt dauerhafte Regierung an

BERLIN - Die SPD und ihr Kanzlerkandidat Olaf Scholz setzen nach ihrem Wahlsieg auf eine schnelle Verständigung mit Grünen und FDP auf ein Regierungsbündnis. "Es ist eine Fortschrittserzählung", sagte Scholz am Montag nach einer SPD-Präsidiumssitzung in Berlin. "Wenn drei Parteien, die den Fortschritt am Beginn der 20er Jahre im Blick haben, zusammenarbeiten, kann das etwas Gutes werden, selbst wenn sie dafür unterschiedliche Ausgangslagen haben."

USA: Aufträge für langlebige Güter steigen deutlich stärker als erwartet

WASHINGTON - In den USA sind die Aufträge für langlebige Güter im August deutlich stärker gestiegen als erwartet. Die Bestellungen lagen 1,8 Prozent höher als im Vormonat, teilte das US-Handelsministerium am Montag in Washington mit. Es ist der vierte Anstieg in Folge. Analysten hatten im Schnitt mit einem Zuwachs um lediglich 0,6 Prozent gerechnet.

Kraftstoffkrise in Großbritannien: Scholz verweist auf Brexit

BERLIN/LONDON - SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat als Gründe für den Lastwagenfahrer-Mangel und die Kraftstoffkrise in Großbritannien die Folgen des Brexits genannt. "Wir haben sehr hart daran gearbeitet, die Briten davon zu überzeugen, die Union nicht zu verlassen. Am Ende haben sie sich anders entschieden", sagte Scholz am Montag in Berlin. Er hoffe, Großbritannien könne die daraus entstandenen Probleme lösen.

Bundesbank: Deutsche Wirtschaft im dritten Quartal kräftig gewachsen

FRANKFURT - Die Erholung der deutschen Wirtschaft hat nach Überzeugung der Bundesbank im laufenden Quartal an Fahrt gewonnen. "Insgesamt dürfte die Wirtschaftsleistung im dritten Vierteljahr kräftiger ansteigen als im Frühjahr", schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht September, der am Montag veröffentlicht wurde.

Bundesbank betont Entschlossenheit zur Sicherung stabiler Preise

FRANKFURT - Angesichts zuletzt steigender Inflationsraten hat die Bundesbank die Entschlossenheit der Währungshüter zur Sicherung von Preisstabilität bekräftigt. Zwar könne eine länger anhaltende lockere Geldpolitik "möglicherweise zu einer vorübergehend leicht über dem Zielwert liegenden Inflationsrate führen", schreiben die Volkswirte der Bundesbank im Monatsbericht September.

Bundesbank: Negativzinsen für Bankkunden nehmen zu

FRANKFURT - Deutschlands Banken verlangen von ihren Kunden zunehmend Negativzinsen - und schaffen es so, Belastungen aus der EZB-Geldpolitik zu verringern. "Die Einlagen nicht finanzieller Unternehmen wurden 2020 in noch größerem Umfang als in den Vorjahren negativ verzinst", resümiert die Deutsche Bundesbank in ihrem Monatsbericht September, den die Notenbank in Frankfurt am Montag veröffentlichte. "Die durchschnittliche Einlagenverzinsung bei privaten Haushalten lag 2020 zwar weiterhin im positiven Bereich, war aber ebenfalls weiter rückläufig."

Eurozone: Geldmenge wächst etwas schneller

FRANKFURT - Die Geldmenge in der Eurozone ist im August etwas schneller gewachsen. Die breit gefasste Geldmenge M3 erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,9 Prozent, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag in Frankfurt mitteilte. Im Vormonat war die Geldmenge um 7,6 Prozent gewachsen. Analysten hatten für August im Schnitt mit 7,7 Prozent gerechnet.

ROUNDUP: Wirtschaftsverbände warnen vor Hängepartie bei Regierungsbildung

BERLIN - Wirtschaftsverbände haben vor einer langen Regierungsbildung nach der Bundestagswahl gewarnt. Alle Parteien müssten Verantwortung zeigen, Prioritäten angehen und auf "taktische Manöver" verzichten, sagte der Präsident des Industrieverbandes BDI, Siegfried Russwurm, am Montag. Um Herausforderungen wie Klimaschutz, digitalen Wandel oder geopolitische Krisen zu bewältigen, brauche man etwa eine Verwaltungsreform, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren und ein Wachstumsprogramm.

Ifo: Exportindustrie wird wieder optimistischer

MÜNCHEN - Nach einem spätsommerlichen Stimmungsknick im August sieht die deutsche Industrie ihre Exportchancen wieder optimistischer. In der allmonatlichen Umfrage des Ifo-Instituts sind die Exporterwartungen der Unternehmen im September auf 21 Punkte gestiegen. Das waren vier Punkte mehr als im August, wie die Münchner Wirtschaftswissenschaftler am Montag mitteilten. Die deutschen Industrie-Ausfuhren zeigten sich "überraschend robust gegenüber der Beschaffungskrise bei Rohstoffen und Vorprodukten", hieß es in der Mitteilung.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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