dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 27.05.2021 - 17.00 Uhr

·Lesedauer: 6 Min.

ROUNDUP 3: Bund will mehr als sechs Millionen Impfdosen für Kinder einplanen

BERLIN - Für die Eltern in Deutschland rückt die Entscheidung näher, ob sie ihre Kinder ab 12 Jahren gegen Corona impfen lassen. Voraussichtlich knapp 6,4 Millionen Impfdosen will der Bund den Ländern für die Impfung von Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stellen, wie das Bundesgesundheitsministerium den Ländern mitteilte. Einen Tag nach dem Impfgipfel von Bund und Ländern am Donnerstag in Berlin will die europäische Arzneimittelbehörde EMA über eine Zulassung des Biontech <US09075V1026>-Impfstoffs für Kinder ab zwölf Jahren beraten.

USA: Schwebende Hausverkäufe fallen überraschend

WASHINGTON - In den USA sind die noch nicht ganz abgeschlossenen Hausverkäufe im April überraschend gesunken. Die Zahl fiel gegenüber dem Vormonat um 4,4 Prozent, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten hingegen mit einem Zuwachs um 0,4 Prozent gerechnet.

Weidmann: EZB muss Geldpolitik wenn notwendig straffen

FRANKFURT - Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, hat eine Straffung der Geldpolitik angemahnt - "wenn es der Preisausblick gebietet". Die Geldpolitik in der Eurozone sei der Preisstabilität verpflichtet und sie müsse falls notwendig "ihre Zügel wieder straffen", sagte Weidmann während einer Rede zum 70-jährigen Bestehen des Instituts der deutschen Wirtschaft am Donnerstag. "Allen muss klar sein, dass wir die Geldpolitik nicht in den Dienst der Fiskalpolitik stellen."

ROUNDUP: Norwegen und Deutschland jetzt mit dickem Stromkabel verbunden

WILSTER - Verbraucher müssen nach Einschätzung der Bundesregierung auch nach Abschaltung von Atom- und Kohlekraftwerken keinen Blackout fürchten. Zudem dürften durch den immer breiteren Mix an erneuerbaren Energien und den milliardenschweren Ausbau der Stromnetze in Europa langfristig die Strompreise sinken - zum Vorteil der Verbraucher in Privathaushalten und Industrie.

Gute Aussichten für den Arbeitsmarkt

MÜNCHEN - Die Aussichten für den deutschen Arbeitsmarkt hellen sich zusehends auf. Sowohl das Arbeitsmarktbarometer des Nürnberger IAB als auch das Beschäftigungsbarometer des Münchner Ifo-Instituts meldeten am Donnerstag positivere Werte für den Mai. Der Index des Ifo-Instituts stieg um 1,9 Punkte auf 100,2 und damit auf den höchsten Wert seit fast zwei Jahren. Beim IAB ging es um 2 Punkte auf 104,6 nach oben, das ist sogar der höchste Wert seit mehr als drei Jahren.

ROUNDUP 2: Wohnungsbau gewinnt in Corona-Jahr an Tempo - aber weiter Stau am Bau

WIESBADEN - Im Corona-Krisenjahr sind in Deutschland so viele Wohnungen gebaut worden wie seit rund 20 Jahren nicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im vergangenen Jahr erstmals seit 2001 wieder mehr als 300 000 Wohnungen fertiggestellt. Aus Sicht der Gewerkschaft IG BAU und der Immobilienbranche reicht das aber nicht, um die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum insbesondere in Städten zu stillen. Die IG BAU warf der Regierung ein Scheitern ihrer Wohnungsbau-Offensive vor.

USA: Aufträge für langlebige Güter fallen überraschend

WASHINGTON - In den USA sind die Aufträge für langlebige Güter im April überraschend gefallen. Sie seien um 1,3 Prozent zum Vormonat gesunken, teilte das US-Handelsministerium am Donnerstag in Washington mit. Analysten hatten hingegen mit einem Anstieg um 0,8 Prozent gerechnet.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fallen weiter

WASHINGTON - In den USA geht die Erholung auf dem Arbeitsmarkt mit schnellen Schritten weiter. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging zuletzt erneut zurück und erreichte das tiefste Niveau seit Beginn der Corona-Krise. In der Woche zum 22. Mai fiel die Zahl der Anträge um 38 000 auf 406 000, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Das ist der vierte Rückgang in Folge und das tiefste Niveau seit Einführung von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie vor mehr als einem Jahr.

US-Wirtschaft nimmt zu Jahresbeginn Fahrt auf

WASHINGTON - Die US-Wirtschaft hat zu Jahresbeginn Fahrt aufgenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im ersten Quartal annualisiert 6,4 Prozent höher als im Vorquartal, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington in einer zweiten Schätzung mitteilte. Eine vorläufiges Ergebnis wurde damit bestätigt. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer leichten Revision auf 6,5 Prozent gerechnet.

ROUNDUP 3: US-Geheimdienste sollen Pandemie-Ursprung aufklären - China empört

WASHINGTON/PEKING - Mit neuen Untersuchungen amerikanischer Geheimdienste zum Ursprung der Corona-Pandemie hat die US-Regierung den Zorn Chinas auf sich gezogen. US-Präsident Joe Biden hatte die Geheimdienste des Landes damit beauftragt, dem Ursprung der Corona-Pandemie auf den Grund zu gehen - und dabei die mögliche Schlussfolgerung im Raum stehen lassen, dass das Virus aus einem Labor im chinesischen Wuhan stammen könnte. Das Außenministerium in Peking warf den USA daraufhin am Donnerstag vor, von eigenem Versagen bei der Bekämpfung der Pandemie ablenken zu wollen, die Hunderttausende Amerikaner das Leben gekostet habe.

GESAMT-ROUNDUP: Maas droht Belarus mit 'langer Sanktionsspirale'

LISSABON - Außenminister Heiko Maas hat Belarus nach der erzwungenen Landung eines Passagierflugzeugs mit weiteren harten Sanktionen gedroht. Sollten die bereits von der EU eingeleiteten Strafmaßnahmen nicht zu einem Einlenken von Machthaber Alexander Lukaschenko führen, "muss man davon ausgehen, dass das der Beginn einer großen und langen Sanktionsspirale sein wird", sagte Maas (SPD) am Donnerstag bei einem Treffen der EU-Außenminister im portugiesischen Lissabon.

ROUNDUP 2/RKI: 2,2 Prozent Anteil der in Indien entdeckten Corona-Variante

BERLIN - Die in Indien entdeckte und inzwischen in vielen Ländern weltweit verbreitete Corona-Variante B.1.617 bleibt nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) in Deutschland recht selten. In der dritten Woche in Folge bewegt sich der Anteil dieser Mutante an den untersuchten Proben im Bereich von rund zwei Prozent, wie aus einem RKI-Bericht von Mittwochabend hervorgeht. Die aktuellsten Daten stammen aus der Woche vom 10. bis 16. Mai.

Italien: Unternehmen und Verbraucher deutlich zuversichtlicher

ROM - Die Stimmung in italienischen Unternehmen und unter Verbrauchern hat sich im Mai deutlich aufgehellt. Die Unternehmensstimmung stieg von 97,9 Punkten im Vormonat auf 106,7 Zähler, wie das Statistikamt Istat am Donnerstag in Rom mitteilte. Das ist der höchste Stand seit rund drei Jahren. Die Erwartungen von Analysten wurden übertroffen.

Arbeitslosigkeit häufigster Grund für Überschuldung

WIESBADEN - Im Corona-Krisenjahr 2020 haben 588 000 Menschen wegen finanzieller Probleme die Hilfe von Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Anspruch genommen. Das waren etwas mehr als im Jahr zuvor. Damals hatten sich 582 000 Privatpersonen an die Beratungsstellen gewandt, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Ob der Anstieg durch die Corona-Pandemie bedingt sei, könne anhand der Daten nicht ermittelt werden, erklärte die Wiesbadener Behörde.

Deutschland: GfK-Konsumklima steigt - Erholung im zweiten Halbjahr möglich

NÜRNBERG - Das Konsumklima in Deutschland erholt sich laut der jüngsten Umfrage des Nürnberger GfK-Instituts allmählich etwas. Die Neigung zu größeren Anschaffungen sei im Mai zwar wieder etwas gesunken - aber die Konjunktur- und die Einkommenserwartungen hätten zugelegt, so dass eine Erholung des Konsums in der zweiten Jahreshälfte möglich sei, erklärten die Konsumforscher am Donnerstag. Die Stimmung der Verbraucher zeige jetzt "mehr Licht als Schatten".

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.