dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 26.01.2021 - 17.00 Uhr

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USA: Verbraucherstimmung hellt sich auf

WASHINGTON - Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Januar aufgehellt. Das Verbrauchervertrauen stieg zum Vormonat um 2,2 Punkte auf 89,3 Zähler, wie das Marktforschungsinstitut Conference Board am Dienstag in Washington mitteilte. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg auf im Schnitt 89,0 Punkte gerechnet. Der Wert aus dem Dezember wurde von 88,6 auf 87,1 Punkte nach unten revidiert.

'Bild': Seehofer prüft weitere Einreise-Einschränkungen

BERLIN - Angesichts der Risiken durch Mutationen des Coronavirus, denkt die Bundesregierung nach Informationen von "Bild" über weitere Einschränkungen im grenzüberschreitenden Verkehr nach. "Die Gefährdung, die von den zahlreichen Virus-Mutationen ausgeht, verlangt von uns, dass wir auch drastische Maßnahmen prüfen und in der Bundesregierung diskutieren", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zu "Bild" (Dienstag). Zu konkreten Planungen für neue Einreise-Regelungen wollte sich das Bundesinnenministerium am Dienstag zunächst nicht äußern. Unklar blieb daher, unter welchen Voraussetzungen härtere Maßnahmen beschlossen werden könnten. Dazu gehörten "deutlich schärfere Grenzkontrollen", besonders an den Grenzen zu Hochrisikogebieten, "aber auch die Reduzierung des Flugverkehrs nach Deutschland auf nahezu Null".

ROUNDUP: Großbritannien will Plattform zur Erkennung von Mutationen schaffen

LONDON - Zur frühen Erkennung und effektiven Bekämpfung von Coronavirus-Mutationen will Großbritannien eine internationale Plattform schaffen. Die sogenannte New Variant Assessment Platform unter der Federführung der Gesundheitsbehörde Public Health England solle Länder mit geringerer Expertise bei der genetischen Untersuchung positiver Corona-Proben unterstützen, wie Gesundheitsminister Matt Hancock am Dienstag mitteilte.

USA: Anstieg der Hauspreise beschleunigt sich - Case-Shiller-Index

NEW YORK - In den USA hat sich der Anstieg der Hauspreise trotz Corona-Krise beschleunigt. In den 20 großen Metropolregionen des Landes sind die Preise im November zum Vorjahresmonat um 9,1 Prozent gestiegen, wie aus dem am Dienstag in New York veröffentlichten S&P/Case-Shiller-Index hervorgeht. Im Vormonat hatte die Rate 8,0 Prozent betragen. Analysten hatten mit einer Beschleunigung auf im Schnitt 8,7 Prozent gerechnet. Im Monatsvergleich legten die Hauspreise im November um 1,1 Prozent zu.

ROUNDUP 2: Italiens Regierungschef tritt zurück - Neuwahl oder neue Koalition?

ROM - Nach dem Bruch der Regierungskoalition in Italien vor zwei Wochen hat Ministerpräsident Giuseppe Conte offiziell seinen Rücktritt bei Staatspräsident Sergio Mattarella eingereicht. Mitten in der Corona-Pandemie und im Ringen um wichtige EU-Hilfsgelder drohen Italien nun schwere politische Turbulenzen. Etwas mehr als 500 Tage hatte das zweite Kabinett Contes gehalten. Am Dienstag jagte Conte im Auto von einem Termin zu nächsten, um in seinem Kabinett, bei Mattarella und im Parlament seinen Rücktritt bekannt zu geben.

ROUNDUP/Söder: Kein Export von Corona-Impfstoffen außerhalb von Europa

MÜNCHEN - Zur Beschleunigung der Corona-Impfungen in Europa hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für ein Exportverbot in andere Regionen der Erde ausgesprochen. "Ich bin der Meinung, Impfstoff, der in Europa produziert wird, sollte jetzt auch in Europa verwendet werden", sagte der CSU-Chef am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München.

Kreise: EZB verstärkt Bemühungen zur Aufdeckung möglicher Kreditrisiken

FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) will Kreisen zufolge die Prüfung von möglichen Kreditrisiken von Geschäftsbanken der Eurozone verstärken. Vertreter der EZB würden derzeit gemeinsam mit den nationalen Aufsichtsbehörden die Geschäftsbanken zu weitergehenden Informationen über die Kreditvergabe an Unternehmen im vergangenen Jahr drängen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag und berief sich auf namentlich nicht genannte Quellen, die mit der Sache vertraut seien. Eine Sprecherin der Notenbank wollte den Bericht über die einzelne Geschäftsbanken betreffende Maßnahme der Agentur gegenüber nicht kommentieren.

ROUNDUP 2: IWF hebt Prognose zur Entwicklung der Weltwirtschaft leicht an

WASHINGTON - Die Impfstoffe gegen das Coronavirus verbessern die globalen Wachstumsaussichten: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für die Aussichten der Weltwirtschaft in diesem Jahr um 0,3 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent angehoben. Neben der positiven Wirkung der Impfkampagnen rechnet der IWF auch in einigen größeren Industriestaaten mit weiteren Konjunkturspritzen. Für Deutschland und Europa erwartet der IWF aber in diesem Jahr ein schwächeres Wachstum als zuletzt angenommen.

ROUNDUP 2/Wie ein Kriegsgebiet: Corona-Krawalle schockieren Niederlande

ROTTERDAM - Die Niederlande sind fassungslos und wütend: Sonst so bilderbuchartige historische Stadtzentren sind nach der zweiten Krawallnacht in Folge verwüstet. "Wie im Krieg", sagt eine junge Frau am Dienstagmorgen im Zentrum von 's Hertogenbosch. Die Karnevalshochburg etwa 100 Kilometer südlich von Amsterdam wurde am späten Montagabend von den Corona-Krawallen besonders schlimm getroffen. In mehr als zehn Städten waren Unruhen ausgebrochen - darunter auch Amsterdam, Den Haag, Haarlem, Geleen und Rotterdam.

Zentralbank: Südkoreas Wirtschaft um ein Prozent geschrumpft

SEOUL - Südkoreas Wirtschaft ist 2020 als Folge der Corona-Pandemie zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahrzehnten geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im Jahresvergleich um ein Prozent, wie die Bank of Korea am Dienstag auf der Grundlage vorläufiger Zahlen mitteilte. Das Minus fiel geringer aus, als die Bank erwartet hatte. Zuletzt hatte die viertgrößte Volkswirtschaft Asiens 1998 ein Minuswachstum verzeichnet. Damals war das BIP infolge der Währungskrise in Asien um 5,1 Prozent eingebrochen.

Lindner schlägt Stufenplan bei möglichen Corona-Lockerungen vor

BERLIN - FDP-Chef Christian Lindner hat in der Diskussion um Lockerungen des Corona-Lockdowns einen Stufenplan vorgeschlagen. "Mit Hygienekonzepten, Maskenpflicht, Luftreinigern, Schulunterricht im Kinosaal, der Ausdehnung der Schnelltests oder der Digitalisierung der Gesundheitsämter sind schrittweise Öffnungen verantwortbar", sagte Lindner dem "Handelsblatt" in einem gemeinsamen Interview mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Großbritannien: Arbeitslosigkeit steigt weiter

LONDON - In Großbritannien ist die Arbeitslosigkeit vor dem Hintergrund der Corona-Krise weiter gestiegen. In den drei Monaten bis November stieg die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Dienstag in London mitteilte. Das ist der fünfte Anstieg in Folge und die höchste Quote seit 2016. Analysten hatten im Schnitt einen etwas stärkeren Anstieg auf 5,1 Prozent erwartet.

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