dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 26.08.2022 - 17.15 Uhr

US-Notenbank-Vorsitzender will Kampf gegen die Inflation entschlossen fortsetzen

JACKSON HOLE - Die US-Notenbank hat im Kampf gegen die Inflation weitere Leitzinserhöhungen in Aussicht gestellt. "Die Wiederherstellung der Preisstabilität wird wahrscheinlich die Fortsetzung einer restriktiven Geldpolitik für einige Zeit notwendig machen", sagte der Vorsitzende der Notenbank, Jerome Powell, am Freitag im Rahmen der Notenbankkonferenz von Jackson Hole. Zudem spreche die historische Erfahrung dagegen, die Geldpolitik zu früh zu lockern.

USA: Michigan-Konsumklima erholt sich stärker als erwartet

MICHIGAN - Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im August stärker als erwartet aufgehellt. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima stieg zum Vormonat um 6,7 Punkte auf 58,2 Zähler, wie die Universität am Freitag nach einer zweiten Umfragerunde mitteilte. Eine erste Erhebung von 55,1 Punkten wurde damit deutlich nach oben revidiert. Analysten hatten mit einem Indexwert von 55,5 Punkten gerechnet.

GESAMT-ROUNDUP: Bundesregierung prüft Korrektur der Gasumlage und Entlastungen

BERLIN - Mitten im Ringen um zusätzliche Entlastungen für die Bürger prüft die Bundesregierung jetzt auch eine Korrektur der staatlichen Gasumlage. Es gehe darum, "Trittbrettfahrern", also eigentlich profitablen Gasimporteuren, den Zugang dazu zu erschweren, sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Freitag in Berlin. Die Umlage wird von den Gasnutzern gezahlt - je weniger Unternehmen sie bekommen, desto weniger müssten die Bürger tragen. Zugleich arbeitet die Ampel-Koalition mit Hochdruck an weiteren Hilfen. Ein neues Paket werde "in wenigen Tagen" auf dem Tisch liegen, sagte SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert.

ROUNDUP: Gasumlagen-Streit: Habeck will 'Trittbrettfahrern' Zugang erschweren

BERLIN - Nach Kritik an der umstrittenen Gasumlage will Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) profitablen Firmen den Zugang zu der Rettungshilfe erschweren. Das Ministerium schaue, ob es rechtssichere Möglichkeiten gebe, "Trittbrettfahrer" wieder auszusortieren, sagte Habeck am Freitag in Berlin. Bei der Umlage gebe es einen Anteil von knapp zehn Prozent, der durch Unternehmen mit guter Gewinnbilanz hereingebracht werde. Der Gleichheitsgrundsatz habe es geboten, so vorzugehen. "Gleichwohl ist es so nicht gemeint gewesen. Wir wollten ja nicht Unternehmen, die gute Gewinne machen, weitere Gewinnchancen geben", sagte Habeck. Die Kritik dauert an. Linken-Co-Fraktionschef Dietmar Bartsch forderte eine Rücknahme.

USA: Konsumausgaben und Einkommen steigen weniger als erwartet

WASHINGTON - Die Konsumausgaben und die privaten Einkommen der US-Verbraucher sind im Juli weniger als erwartet gestiegen. Die Konsumausgaben legten gegenüber dem Vormonat lediglich um 0,1 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Zuwachs um 0,5 Prozent gerechnet. Die Einkommen der privaten Haushalte stiegen um 0,2 Prozent. Auch hier war mit 0,6 Prozent ebenfalls ein stärkerer Anstieg prognostiziert worden.

Umfrage: Hohe Inflation zwingt Mehrheit der Menschen zu Einsparungen

FRANKFURT/BERLIN - Urlaub, Freizeit, Restaurantbesuch - die hohe Inflation zwingt sieben von zehn Menschen in Deutschland nach eigenen Angaben in diesen Bereichen zu Einsparungen. Ein Fünftel (19 Prozent) der mehr als 1300 im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) Befragten gab an, sich aufgrund der zuletzt stark gestiegenen Preise für Energie und Lebensmittel bei sonstigen Ausgaben "sehr einschränken" zu müssen. Weitere 53 Prozent antworteten, sie müssten sich "etwas einschränken".

Eurozone: Geldmenge wächst erneut schwächer

FRANKFURT - Die Geldmenge in der Eurozone ist im Juli erneut langsamer gewachsen. Die breit gefasste Geldmenge M3 legte im Monatsvergleich um 5,5 Prozent zu, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag in Frankfurt mitteilte. Es ist der neunte Monat in Folge, in dem sich das Wachstum der Geldmenge abschwächt.

Italien: Verbraucherstimmung hellt sich auf - Unternehmen erneut pessimistischer

ROM - In Italien hat sich die Laune der Verbraucher im August überraschend verbessert. Der Indexwert für die Verbraucherstimmung stieg um 3,5 Punkte auf 98,3 Zähler, wie die Statistikbehörde Istat am Freitag in Rom mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang auf 92,5 Punkte erwartet.

Frankreich: Verbraucherstimmung hellt sich nach Talfahrt überraschend auf

PARIS - In Frankreich hat sich die Konsumlaune im August überraschend verbessert. Der Indexwert für das französische Verbrauchervertrauen sei im Monatsvergleich um zwei Punkte auf 82 Zähler gestiegen, wie das Statistikamt Insee am Freitag in Paris mitteilte. Zuvor war die Konsumlaune der Franzosen seit Beginn des Jahres sieben Monate in Folge gefallen.

Deutsches Konsumklima fällt wegen hoher Energiepreise auf Rekordtief

NÜRNBERG - Die hohen Energiekosten haben die Kauflaune der Menschen in Deutschland auf ein Rekordtief gedrückt. Die Furcht vor teurer Energie habe viele Haushalte dazu bewogen, Geld für Energierechnungen auf die Seite zu legen, erklärt GfK-Experte Rolf Bürkl. Für September sank der von der GfK ermittelte Konsumklimaindex zum Vormonat um 5,6 Punkte auf minus 36,5 Punkte, wie das Marktforschungsinstitut am Freitag mitteilte. Analysten wurden von der Stärke des Rückgangs überrascht. Sie hatten zwar mit einem Dämpfer gerechnet, waren aber von einem Indexwert von minus 32,0 Punkten ausgegangen.

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