dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 25.01.2021 - 17.00 Uhr

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ROUNDUP 2: Zweites Amtsenthebungsverfahren gegen Trump nimmt Fahrt auf

WASHINGTON - Das Amtsenthebungsverfahren im Kongress gegen den früheren US-Präsidenten Donald Trump nimmt Fahrt auf. Nach der für Montagabend geplanten Übermittlung der Anklage des Repräsentantenhauses an den Senat soll dort an diesem Dienstag der Vorsitzende Richter am Supreme Court, John Roberts, als Leiter des Verfahrens vereidigt werden. Roberts muss wiederum den 100 Senatoren den Eid abnehmen, die in dem Prozess die Rolle von Geschworenen einnehmen und die endgültige Entscheidung treffen werden.

ROUNDUP: Zweite Corona-Welle belastet Ifo-Geschäftsklima überraschend stark

MÜNCHEN - Die Unternehmensstimmung in Deutschland hat sich zu Beginn des Jahres vor dem Hintergrund der Verlängerung von Corona-Beschränkungen überraschend deutlich eingetrübt. Im Januar fiel das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigster Konjunkturindikator, im Monatsvergleich um 2,1 Punkte auf 90,1 Zähler, wie das Ifo-Institut am Montag in München mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur einen Rückgang auf 91,4 Punkte erwartet. Im Dezember hatte sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen nach zwei Rückgängen in Folge noch verbessert.

Moderna: Corona-Impfstoff schützt wahrscheinlich auch vor Varianten

BERLIN - Der Impfstoff von Moderna <US60770K1079> dürfte nach Herstellerangaben auch vor den zunächst in Großbritannien und Südafrika entdeckten Corona-Varianten schützen. In einem Laborexperiment konnte gezeigt werden, dass geimpfte Probanden in ausreichendem Maß sogenannte neutralisierende Antikörper gegen die Varianten B.1.1.7 (Großbritannien) und B.1.351 (Südafrika) - auch als 501Y.V2 bekannt - im Blut haben, wie Moderna am Montag mitteilte. Die Studie wurde bislang allerdings nicht von unabhängigen Experten begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht.

ROUNDUP 3: Portugal nach Präsidentenwahl vor alten und neuen Herausforderungen

LISSABON - Dem auch über Parteigrenzen hinweg beliebten Staatsoberhaupt Marcelo Rebelo de Sousa ist in Portugal die triumphale Wiederwahl gelungen - doch Zeit zum Feiern gibt es in dem besonders hart von der Corona-Krise gebeutelten Land nicht. Das stellte der volksnahe "Presidente dos afetos", der "Präsident der Zuneigung", in seiner Siegesrede in der Nacht zum Montag unmissverständlich fest.

ROUNDUP 2: Notenbanken verstärken Kampf gegen Klimawandel

FRANKFURT/BASEL - Führende Notenbanken verstärken ihren Einsatz für den Klimaschutz. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, kündigte am Montag die Schaffung eines Zentrums für Klimawandel bei der EZB in Frankfurt an. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) als Zentralbank der Zentralbanken legt einen weiteren Fonds auf, der in "grüne" Wertpapiere mit umweltschonendem Zweck investieren soll. Daran will sich die EZB beteiligen. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnte unterdessen erneut vor zu hohen Erwartungen an Notenbanken beim Kampf gegen den Klimawandel.

ROUNDUP/Klima-Risiko-Studie: Extremwetter trifft vor allem ärmere Länder

BERLIN - Wetterextreme wie Wirbelstürme, Hitze oder Starkregen haben in den vergangenen Jahren vor allem Entwicklungsländer hart getroffen. Das geht aus dem Globalen Klima-Risiko-Index hervor, den die Umweltorganisation Germanwatch an diesem Montag vorgestellt hat. Zwischen 2000 und 2019 hatten demnach vor allem ärmere Länder mit Hitzewellen, Dürren und Stürmen zu kämpfen, allen voran Puerto Rico, Myanmar und Haiti (Platz eins bis drei). Fast 480 000 Menschen starben in diesem Zeitraum infolge von mehr als 11 000 Extremwetterereignissen. Die Sachschäden summierten sich der Studie zufolge kaufkraftbereinigt auf 2,56 Billionen US-Dollar und sind damit im Vergleich zum vorherigen Langfrist-Index erneut gestiegen.

ROUNDUP: Erde verliert Billionen Tonnen Eis - Schmelze beschleunigt sich

LEEDS - Die Erde hat wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge in den vergangenen Jahren Billionen Tonnen an Eis verloren. Vom Jahr 1994 bis 2017 sind demnach 28 Billionen Tonnen Eis geschmolzen. Das entspreche einem 100 Meter dicken Eisklotz von der Fläche Großbritanniens, betonen die Forscher nach einer globalen Bestandsaufnahme. Während in den 1990er Jahren pro Jahr noch durchschnittlich 0,8 Billionen Tonnen Eis verschwanden, waren es 2017 bereits 1,2 Billionen Tonnen.

Belgien: Geschäftsklima hellt sich überraschend deutlich auf

BRÜSSEL - In Belgien hat sich das Geschäftsklima im Januar überraschend deutlich aufgehellt. Der Indikator stieg um 0,9 Punkte auf minus 7,5 Punkte, wie die belgische Notenbank (BNB) am Montag in Brüssel mitteilte. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg auf minus 8,0 Punkte gerechnet.

IWH: Auch nach Corona-Krise strukturelle Haushaltsdefizite

HALLE - Das Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) rechnet damit, dass die Ausgaben der öffentlichen Haushalte auch nach der Corona-Pandemie schneller steigen als die Einnahmen. Hauptgrund für das strukturelle Ungleichgewicht sei neben der Corona-Krise die demografische Entwicklung, teilte das IWH am Montag in Halle mit. Es spreche viel dafür, die Schuldenbremse zwar nicht abzuschaffen, aber ein Stück weit zu lockern, sagte der Vize-Chef des Instituts, Oliver Holtemöller, laut Mitteilung.

Kremlchef Putin kritisiert Nawalnys Film und Proteste in Russland

MOSKAU - Russlands Präsident Wladimir Putin hat die in einem Video seines Gegners Alexej Nawalny verbreiteten Vorwürfe zurückgewiesen, er besitze einen riesigen Privatpalast am Schwarzen Meer. "Nichts von dem, was dort als mein Eigentum gezeigt wird, gehört mir oder meinen engsten Verwandten - und gehörte auch nie. Niemals", sagte Putin am Montag bei einem Online-Gespräch mit Studenten. Ein junger Mann hatte dem Präsidenten eine Frage zu dem nach wenigen Tagen schon fast 87 Millionen Mal bei Youtube aufgerufenen Video mit dem Titel "Ein Palast für Putin" gestellt. Zuvor hatte bereits Putins Sprecher den Film als "Unsinn" bezeichnet.

Chinas Präsident Xi plädiert für mehr internationale Kooperation

PEKING - Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen China und den USA oder Europa hat sich Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping für mehr internationale Kooperation und freien Welthandel ausgesprochen. Die Probleme der Welt könnten von keinem Land alleine gelöst werden, sagte Xi Jinping am Montag in einer Videorede zur Eröffnung des Jahrestreffens des Weltwirtschaftsforums (WEF), das wegen der Corona-Pandemie diesmal nicht im Schweizer Davos, sondern online stattfindet.

ROUNDUP: Nach fünfjähriger Pause - Ankara und Athen verhandeln zu Erdgasstreit

ISTANBUL - Nach fünfjähriger Pause haben Griechenland und die Türkei wieder Sondierungsgespräche zur Beilegung des Erdgasstreits im östlichen Mittelmeer aufgenommen. Die insgesamt 61. Runde der Gespräche zwischen den Delegationen beider Länder fand am Montag im Dolmabahce-Palast in Istanbul statt, berichtete der staatliche Nachrichtensender TRT.

ROUNDUP/Studie: Erstmals mehr grüner Strom als fossiler Strom in der EU

BERLIN - Im vergangenen Jahr ist in der Europäischen Union erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien als aus fossilen Kraftwerken erzeugt worden. Das geht aus einer am Montag in Berlin veröffentlichten Untersuchung des britischen Thinktanks Ember und der deutschen Denkfabrik Agora Energiewende hervor. Danach haben erneuerbare Energien aus Wind, Solar, Wasserkraft oder Biomasse im vergangenen Jahr 38 Prozent des europäischen Stroms geliefert, Kohle oder Gas dagegen nur 37 Prozent. Dies sei "ein bedeutender Meilenstein in Europas Umbau zu sauberer Energie", heißt es in dem Report. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

ROUNDUP: Niederlande geschockt von Corona-Krawallen

AMSTERDAM - Am Tag nach den schweren Krawallen von Gegnern der Corona-Maßnahmen in den Niederlanden bieten viele Städte ein Bild der Verwüstung. Straßen und Plätze sind besät mit Glasscherben, ausgebrannten Autos und Steinen. Ministerpräsident Mark Rutte verurteilte die Gewalt scharf. "Das ist absolut unzulässig, das hat nichts zu tun mit Protesten, sondern ist kriminelle Gewalt", sagte Rutte am Montag in Den Haag.

ROUNDUP: China verärgert: USA schicken Flugzeugträger ins Südchinesische Meer

PEKING - Schon in den ersten Tagen der Amtszeit des neuen US-Präsidenten Joe Biden wachsen die Spannungen zwischen China und den USA über Taiwan und das Südchinesische Meer. Der chinesische Außenamtssprecher Zhao Lijian kritisierte am Montag vor der Presse in Peking die Entsendung des US-Flugzeugträgers "USS Theodore Roosevelt" ins Südchinesische Meer als "Demonstration der Stärke", die Frieden und Stabilität in der Region bedrohe.

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