dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 25.08.2022 - 17.00 Uhr

ROUNDUP: Ifo-Geschäftsklima fällt auf tiefsten Stand seit über zwei Jahren

MÜNCHEN - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im August den dritten Monat in Folge eingetrübt. Sie ist so schlecht wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Das Ifo-Geschäftsklima fiel im Monatsvergleich um 0,2 Punkte auf 88,5 Zähler, wie das Ifo-Institut am Donnerstag in München mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit Juni 2020. Analysten hatten allerdings mit einer deutlicheren Eintrübung auf 86,8 Punkte gerechnet. Nachdem die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal noch leicht zulegen konnte, rechnen Experten ab dem dritten Quartal mit einem Schrumpfen der deutschen Wirtschaftsleistung.

ROUNDUP 2: Deutlich verbesserte Staatsfinanzen und leichtes Wirtschaftswachstum

WIESBADEN - Deutschland geht mit etwas Rückenwind in die drohenden harten Monate. Die Kassenlage des Fiskus verbesserte sich im ersten Halbjahr vor allem dank sprudelnder Steuereinnahmen deutlich. Zugleich wuchs Europas größte Volkswirtschaft überraschend auch im Frühjahr. "Trotz der schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat sich die deutsche Wirtschaft in den ersten beiden Quartalen 2022 behauptet", sagte Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes, am Donnerstag.

ROUNDUP: US-Wirtschaft im zweiten Quartal weniger stark geschrumpft als gedacht

WASHINGTON - Die US-Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal etwas besser entwickelt als zunächst angenommen. Nach einem Rückgang der Wirtschaftsleistung zu Jahresbeginn schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwar auch in den Monaten April bis Juni, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Das Minus fiel allerdings mit auf das Jahr hochgerechneten 0,6 Prozent nicht so stark aus, wie zuvor nach einer ersten Schätzung von minus 0,9 Prozent gemeldet.

IAB: Zahl der von Ukraine-Folgen betroffenen Unternehmen steigt

NÜRNBERG - Die Zahl der Betriebe in Deutschland, die wegen der Folgen des Krieges in der Ukraine Personal reduzieren oder Preise erhöhen mussten, ist gestiegen. Die Zahl der Betriebe mit Personalreduzierung sei von Mai auf Juni um drei Prozent nach oben gegangen, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Donnerstag in Nürnberg mit. Preisanpassungen hätten im gleichen Zeitraum fünf Prozent mehr Unternehmen vorgenommen.

Bundeskanzler Scholz will Abkehr von fossilen Energieimporten vorantreiben

CUXHAVEN - Bundeskanzler Olaf Scholz hat bekräftigt, die Abkehr von der Nutzung fossiler Energieträger vorantreiben zu wollen. "Wir wissen, wir können nicht immer weiter abhängig sein von den fossilen Energieimporten aus anderen Ländern", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag bei dem Besuch einer Produktionsstätte von Offshore-Maschinenhäusern in Cuxhaven.

ROUNDUP 2: Schlechtes Zeugnis für Klimapläne für Gebäude- und Verkehrssektor

BERLIN - Mit den Klimaschutz-Sofortprogrammen der Regierung für den Gebäude- und Verkehrssektor droht Deutschland seine Klimaziele in diesen Bereichen nach Einschätzung eines unabhängigen Expertengremiums weiter zu verfehlen. Insbesondere bei den Bemühungen, Treibhausgase im Verkehr einzusparen, bleibe weiterhin eine große Lücke, teilte der Expertenrat für Klimafragen am Donnerstag in Berlin mit. Umweltverbände reagierten empört.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe niedriger als erwartet

WASHINGTON - Der Arbeitsmarkt in den USA hat sich in der vergangenen Woche überraschend robust gezeigt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel um 2000 auf 243 000, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 252 000 gerechnet.

USA: Wirtschaft im zweiten Quartal weniger stark geschrumpft als gedacht

WASHINGTON - Die US-Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal etwas besser entwickelt als zunächst angenommen. Nach einem Rückgang der Wirtschaftsleistung zu Jahresbeginn schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwar auch in den Monaten April bis Juni, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Das Minus fiel allerdings mit annualisiert 0,6 Prozent nicht so stark aus, wie zuvor nach einer ersten Schätzung von minus 0,9 Prozent gemeldet.

Gasumlage: Grünen-Chefin erneuert Forderung nach Übergewinnsteuer

BERLIN - Die Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang hat angesichts der anhaltenden Kritik an der Gasumlage die Forderung nach einer Übergewinnsteuer bekräftigt. Lang sagte am Donnerstag in Berlin: "Natürlich stört es auch mein Gerechtigkeitsempfinden, wenn Unternehmen, die an anderen Stellen große Gewinne machen, jetzt ihre Kosten frühzeitig auf die Verbraucherinnen und Verbraucher umlagern wollen." Zugleich aber sei es rechtlich ziemlich schwierig, die Datenlage nur auf einzelne Unternehmen, die systemrelevant oder insolvenzbedroht seien, zu beschränken.

Wachsende Spannungen mit China: Taiwan steigert Militäretat kräftig

TAIPEH - Unter dem wachsenden militärischen Druck Chinas plant Taiwan eine kräftige Erhöhung seiner Verteidigungsausgaben im nächsten Jahr um 13,9 Prozent. Nach dem Haushaltsentwurf, den die Regierung in Taipeh am Donnerstag vorlegte, soll der Militäretat auf 586 Milliarden Taiwan-Dollar, umgerechnet 19 Milliarden Euro, steigen. Das entspricht 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung der demokratischen Inselrepublik.

Frankreich: Geschäftsklima hält sich besser als erwartet

PARIS - Die Unternehmensstimmung in Frankreich hat sich im August überraschend stabil gehalten. Der Indikator des Statistikamtes Insee verharrte wie bereits im Juli auf 103 Punkten, wie Insee am Donnerstag in Paris mitteilte. Analysten hatten hingegen mit einem Rückgang auf 101 Punkte gerechnet. Das Barometer hielt sich auch deshalb stabil, weil sich die Stimmung Einzelhandel zum Vormonat verbesserte.

Südkoreas Zentralbank hebt Leitzins erneut an

SEOUL - Die Notenbank Südkoreas hat wegen des Preisauftriebs zum siebten Mal seit August des vergangenen Jahres die Zinsen angehoben. Der geldpolitische Ausschuss beschloss am Donnerstag in seiner regulären Sitzung, den Leitzins um 0,25 Punkte zu erhöhen. Der Zinssatz, der für die Kosten der Kredite zwischen den Banken entscheidend ist, erhöhte sich dadurch auf 2,5 Prozent. Der Gouverneur der Bank of Korea, Rhee Chang Yong, stellte weitere Zinsschritte in Aussicht.

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