dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 23.06.2021 - 17.00 Uhr

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ROUNDUP: Unternehmensstimmung im Euroraum steigt auf 15-Jahreshoch

LONDON - Die Erholung von der Corona-Krise stimmt die Unternehmen im Euroraum immer zuversichtlicher. Der von IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex stieg im Juni auf den höchsten Stand seit 15 Jahren, wie die Marktforscher am Mittwoch in London mitteilten. Gegenüber dem Vormonat legte der Indikator um 2,1 Punkte auf 59,2 Zähler zu. Das ist der höchste Stand seit Juni 2006. Die Erwartungen von Analysten wurden klar übertroffen.

USA: Neubauverkäufe geben weiter stark nach

WASHINGTON - In den USA sind die Verkäufe neuer Häuser erneut stark gefallen. Die Neubauverkäufe sanken im Mai im Monatsvergleich um 5,9 Prozent, wie das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Es war der zweite Rückgang in Folge. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten im Mittel einen leichten Anstieg um 0,2 Prozent erwartet.

USA: Defizit in der Leistungsbilanz geringer als erwartet

WASHINGTON - Die Leistungsbilanz der USA hat ihr chronisches Defizit zu Beginn des Jahres weiter ausgeweitet, allerdings nicht so stark wie erwartet. Im ersten Quartal stieg das Defizit zum Vorquartal um 20,6 Milliarden US-Dollar auf 195,7 Milliarden Dollar, wie das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Analysten hatten mit einem höheren Defizit von gut 206 Milliarden Dollar gerechnet.

Großbritannien: Unternehmensstimmung trübt sich leicht ein

LONDON - Die Unternehmensstimmung in Großbritannien hat sich im Juni leicht eingetrübt, allerdings von sehr hohem Niveau aus. Der Einkaufsmanagerindex von IHS Markit fiel um 1,2 Punkte auf 61,7 Zähler, wie die Marktforscher am Mittwoch in London mitteilten. Dennoch liege der Indikator so hoch wie selten seit Erhebungsbeginn im Jahr 1998, erklärte Markit.

Tschechische Notenbank folgt Ungarn mit Zinsstraffung

PRAG - Die tschechische Notenbank hat als zweite Zentralbank Osteuropas ihren Leitzins angehoben. Der Leitzins steigt um 0,25 Prozentpunkte auf 0,5 Prozent, wie die Währungshüter am Mittwoch in Prag mitteilten. Analysten hatten mit dem Zinsschritt gerechnet. Es war die erste Zinsanhebung in Tschechien seit Beginn der Corona-Pandemie. Am Dienstag hatte die ungarische Zentralbank ihren Leitzins leicht angehoben und zusätzliche Straffungen signalisiert.

Schweiz lockert Corona-Maßnahmen: Wieder Einreise aus USA möglich

BERN - Die Schweiz lockert die Corona-Maßnahmen und öffnet zugleich ihre Grenzen weiter als bisher. So sei jetzt auch die Einreise von Bürgern aus Drittstaaten wie den USA oder Serbien wieder möglich, teilte der Bundesrat am Mittwoch mit. Beschränkungen gelten nur noch für Gäste aus Gebieten mit besorgniserregenden Virusvarianten. Wer von dort kommt - zum Beispiel aus Großbritannien - und weder geimpft noch genesen ist, braucht einen negativen Corona-Test und muss in Quarantäne.

ROUNDUP: Haushaltsentwurf setzt Milliarden-Investitionen gegen die Krise

BERLIN - Mit neuen Schulden will Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) den wirtschaftlichen Aufschwung nach der Corona-Krise befördern. Es gebe Grund zum Optimismus, erklärte Scholz am Mittwoch in Berlin und sah Deutschland "vor einem beispiellosen Aufschwung". "Wir investieren besonders in den sozialen Zusammenhalt, in ein starkes öffentliches Gemeinwesen, und in eine starke, zukunftsfähige und klimafreundliche Wirtschaft", erklärte der Vizekanzler. Die Opposition kritisierte den Entwurf hingegen deutlich.

ROUNDUP: Kartellamt treibt Firmenregister voran - Prüfung von Internetriesen

BONN - Mit neuen Zuständigkeiten und rechtlichen Werkzeugen in der Tasche gehen Deutschlands oberste Wettbewerbshüter mit breiter Brust voran. Bei der Vorlage des Tätigkeitsberichts des Bundeskartellamts stellte Behördenchef Andreas Mundt am Mittwoch in Bonn den Start des sogenannten Wettbewerbsregisters für diesen Herbst in Aussicht. Es handelt sich um eine Datenbank, an die bundesweit rund 30 000 Vergabestellen angeschlossen werden und in die Meldungen von Staatsanwaltschaft sowie Zoll einfließen. Das soll verhindern, dass Firmen mit Dreck am Stecken Aufträge für den Bau von Brücken, Gebäuden oder für Dienstleistungen bekommen.

Corona-Regeln am Arbeitsplatz in Deutschland werden gelockert

BERLIN - Die Corona-Regeln am Arbeitsplatz werden ab 1. Juli gelockert. Unternehmen müssen zwar weiterhin zwei Tests pro Woche für Beschäftigte anbieten, die nicht von zu Hause aus arbeiten können. Allerdings ist dies laut neuer Corona-Arbeitsschutzverordnung nicht mehr erforderlich, wenn Arbeitgeber "durch andere geeignete Schutzmaßnahmen einen gleichwertigen Schutz der Beschäftigten" sicherstellen oder nachweisen können, zum Beispiel wenn diese vollständig geimpft sind. Das Bundeskabinett hat die neue Verordnung am Mittwoch beschlossen. Sie soll bis 10. September gelten.

ifo-Institut warnt vor Überlastung des Bundeshaushalts durch Renten

MÜNCHEN - Das ifo-Institut hält eine weitere Erhöhung des Rentenalters für unvermeidbar. Ohne Korrekturen müssten 2050 fast 40 Prozent des Bundeshaushalts in die Rentenkassen fließen. "Geradezu dramatisch würde es sich auswirken, wenn die neue Regierung verspricht, den Beitragssatz auch über 2025 hinaus unter 20 Prozent zu halten und das Standardrentenniveau nicht unter 48 Prozent des durchschnittlichen Arbeitseinkommens sinken zu lassen", warnten die Wirtschaftsforscher am Mittwoch in München: "60 Prozent des Bundeshaushaltes müssten bei einem solchen Versprechen für die Rente ausgegeben werden."

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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