dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 22.03.2021 - 17.00 Uhr

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ROUNDUP: Notenbankchef-Entlassung lässt türkische Finanzmärkte abstürzen

ISTANBUL - In der Türkei haben die Finanzmärkte mit drastischen Kurseinbrüchen auf die überraschende Entlassung des Notenbankchefs des Landes reagiert. Am Montag gerieten die türkische Währung, die Börse in Istanbul und Staatsanleihen des Schwellenlandes massiv unter Druck. Zeitweise verlor die türkische Lira mehr als 15 Prozent an Wert.

Kreise: Genereller Lockdown soll vorerst bis 18. April weitergehen

BERLIN - Im Kampf gegen die Corona-Pamdemie soll der bestehende Lockdown in Deutschland grundsätzlich bis zum 18. April verlängert werden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus mehreren Quellen aus den Beratungen von Bund und Ländern. Ein endgültiger Beschluss über die künftigen Maßnahmen stand aber noch aus. Über weitere konkretere Regelungen auch mit Blick auf die Osterzeit wollten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten weiter beraten. Der generelle Lockdown mit der Schließung zahlreicher Einrichtungen war bisher zunächst bis zum 28. März vereinbart.

ROUNDUP/Spannungen mit USA: China und Russland wollen Kooperation verstärken

GUILIN - Vor dem Hintergrund der Spannungen mit den USA wollen China und Russland ihre strategische Kooperation stärken. Chinas Außenminister Wang Yi und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow kamen am Montag zu Gesprächen in dem südchinesischen Touristenort Guilin in der Region Guangxi zusammen. Im Mittelpunkt standen nach russischen Angaben ihr schwieriges Verhältnis mit den USA, die Lage in Afghanistan und Myanmar sowie der Atomdeal mit dem Iran.

EZB-Wertpapierkäufe ziehen deutlich an

FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) scheint ihre Ankündigung erhöhter Wertpapierkäufe in die Tat umzusetzen. In der vergangenen Woche zogen die Käufe spürbar an, wie aus Daten der EZB vom Montag hervorgeht. Demnach beliefen sich die gesamten Wertpapierkäufe auf 28,7 Milliarden Euro. Die Käufe über das Corona-Kaufprogramms PEPP betrugen 21,1 Milliarden Euro. Das sind jeweils die höchsten Werte seit Anfang Dezember. In der Vorwoche hatten die Käufe deutlich niedriger gelegen.

ROUNDUP 3: EU verhängt gegen China Sanktionen wegen Menschenrechtsverletzungen

BRÜSSEL - Die EU hat erstmals seit mehr als 30 Jahren wieder Sanktionen gegen China wegen Verletzungen der Menschenrechte verhängt. Die Außenminister der 27 Mitgliedstaaten beschlossen am Montag in Brüssel Strafmaßnahmen gegen Verantwortliche für die Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in der Region Xinjiang.

USA: Verkäufe bestehender Häuser fallen stärker als erwartet

WASHINGTON - Der US-Häusermarkt hat sich im Februar von hohem Niveau aus etwas abgekühlt. Die Verkäufe bestehender Häuser fielen im Monatsvergleich um 6,6 Prozent zurück, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Montag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Mittel einen Rückgang um lediglich 2,9 Prozent erwartet.

ROUNDUP: Wegen Corona-Krise: Scholz plant neue Schulden in 2021 und 2022

BERLIN - Die Corona-Krise mit Lockdown, Gesundheitskosten und Unternehmenshilfen belastet den Bundeshaushalt deutlich stärker als erwartet. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will im laufenden Jahr rund 60,4 Milliarden Euro mehr Schulden machen als zunächst geplant. Die Neuverschuldung für 2021 steigt damit auf den Rekordwert von 240,2 Milliarden Euro. Wie am Montag aus dem Finanzministerium verlautete, plant er für das kommende Jahr 2022 zudem noch einmal eine Neuverschuldung von rund 81,5 Milliarden Euro.

ROUNDUP 2: Chef der Schweizer Finanzaufsicht soll neuer Bafin-Chef werden

BERLIN - Der Chef der Schweizer Finanzaufsicht Finma, Mark Branson, soll neuer Präsident der deutschen Finanzaufsicht Bafin werden. Das teilte das Bundesfinanzministerium am Montag in Berlin mit. Demnach wird der 52 Jahre alte studierte Mathematiker sein neues Amt Mitte des Jahres antreten, nach dpa-Information soll er spätestens am 1. August anfangen. Übergangsweise soll der Chef der Bankenaufsicht Raimund Röseler die Bafin leiten, wie es in informierten Kreisen hieß. Die Bafin war zuletzt im Bilanzbetrugsskandal um das frühere Dax <DE0008469008>-Unternehmen Wirecard <DE0007472060> heftig in die Kritik geraten.

ROUNDUP: Johnson will mit EU über Impfstoff-Lieferungen sprechen

LONDON - Im Streit um einen möglichen Exportstopp der EU gegen Corona-Impfstoffe für Großbritannien sucht Premierminister Boris Johnson das Gespräch. Johnson wolle noch vor dem EU-Gipfel diese Woche bei Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron dafür werben, die Ausfuhr nicht zu blockieren, berichtete die BBC am Montag.

Bundesbank erwartet kräftigen Dämpfer für Konjunktur zu Jahresbeginn

FRANKFURT - Der anhaltende Corona-Lockdown hat nach Einschätzung der Bundesbank die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland zu Beginn des Jahres 2021 ausgebremst. "Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie fallen im Mittel des laufenden Quartals strikter aus als im Vorquartal. Daher wird die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2021 wohl kräftig zurückgehen", schrieb die Bundesbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht. Vor allem in den kontaktintensiven Dienstleistungsbereichen dürfte die Aktivität nochmals stark sinken.

Eurozone: Leistungsbilanz mit geringerem Überschuss

FRANKFURT - Der Überschuss in der Leistungsbilanz der Eurozone ist zu Jahresbeginn gefallen. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag in Frankfurt mitteilte, sank der Überschuss von Dezember auf Januar von rund 36,7 Milliarden auf etwa 30,5 Milliarden Euro. Die Überschüsse in der Handels- und Dienstleistungsbilanz weiteten sich leicht aus. Der Überschuss in der primären Einkommensbilanz wandelte sich jedoch in ein Defizit, während sich das Defizit in der sekundären Einkommensbilanz ausweitete.

Corona-Neuinfektionen in den USA gehen zurück

BALTIMORE - In den USA geht die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter zurück. Die Behörden meldeten für Sonntag insgesamt 33 243 neue Fälle, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Montagmorgen (MEZ) hervorging. Am Sonntag der Vorwoche waren noch 38 222 neue Infektionen registriert worden. Die Zahl der neuen Todesfälle mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion lag bei 430. Eine Woche zuvor waren es noch 579.

SNB hat 2020 Devisen im Gegenwert von 110 Milliarden Franken erworben

ZÜRICH - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im vergangenen Jahr im großen Stil an den Devisenmärkten interveniert. Insgesamt hat sie Fremdwährungen in der Höhe von 110 Milliarden Franken (rund 99,5 Mrd Euro) erworben, wie dem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht 2020 zu entnehmen ist. Im Jahr davor hatte das Volumen nur 13,2 Milliarden betragen. Die Zahl ist trotz ihrer Größe keine Überraschung, weil die Interventions-Volumina der ersten drei Quartale schon bekannt waren. Daraus ergibt sich, dass die SNB im Schlussquartal mit 9 Milliarden intervenierte.

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