dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 22.07.2021 - 17.30 Uhr

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ROUNDUP 2: EZB zementiert Zinstief - Politik der 'ruhigen Hand'

FRANKFURT - Sparer im Euroraum müssen sich auf eine noch länger anhaltende Zinsflaute einstellen. In der ersten Zinssitzung nach der Verabschiedung einer neuen geldpolitischen Strategie bekräftigten Europas Währungshüter am Donnerstag ihren expansiven Kurs mit Zinsen auf Rekordtief und milliardenschweren Anleihenkäufen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach von einer Politik der "ruhigen Hand" und warb um "Geduld".

USA: Verkäufe bestehender Häuser steigen wieder

WASHINGTON - In den USA sind im Juni erstmals seit mehreren Monaten wieder mehr Bestandsimmobilien veräußert worden. Die Verkäufe bestehender Häuser stiegen im Monatsvergleich um 1,4 Prozent, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Donnerstag in Washington mitteilte. Es ist der erste Anstieg nach vier Rückgängen in Folge. Analysten hatten allerdings mit einem etwas stärkeren Zuwachs um 1,7 Prozent gerechnet. NAR-Chefökonom Lawrence Yun führte den Anstieg auf ein etwas verbessertes Angebot an Häusern zurück.

USA: Frühindikatoren steigen etwas weniger als erwartet

WASHINGTON - Die konjunkturellen Aussichten in den USA haben sich im Juni etwas weniger als erwartet verbessert. Der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren stieg um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das private Forschungsinstitut Conference Board am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Anstieg um 0,8 Prozent gerechnet.

Eurozone: Verbrauchervertrauen trübt sich überraschend ein

LUXEMBURG - Die Stimmung der Verbraucher in der Eurozone hat sich im Juli überraschend verschlechtert. Der Indikator sei um 1,1 Punkte auf minus 4,4 Prozent gefallen, teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Luxemburg mit. Analysten hatten hingegen mit einer Verbesserung auf minus 2,6 Punkte gerechnet. Trotz der Eintrübung notiert das Konsumklima über seinem Niveau von vor der Corona-Krise.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe steigen überraschend

WASHINGTON - Die Erholung des US-Arbeitsmarkts vom Corona-Einbruch hat überraschend einen Dämpfer erhalten. In der vergangenen Woche stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, ein Kurzfristindikator für den Jobmarkt. Im Wochenvergleich gab es einen Zuwachs um 51 000 auf 419 000, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte.

Wirtschaft begrüßt Einigung zu Nord Stream 2

BERLIN - Der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft hat die Einigung der USA und Deutschlands zur Ostseepipeline Nord Stream 2 begrüßt. Der Vorsitzende Oliver Hermes erklärte am Donnerstag: "Wir hoffen, dass die nun erzielte deutsch-amerikanische Verständigung über Nord Stream 2 die jahrelangen Unsicherheiten für die beteiligten Unternehmen beseitigt und den Weg für dieses wichtige europäische Energieprojekt endlich freimacht. Wir halten Nord Stream 2 weiterhin für eine Schlüssel-Infrastruktur für die künftige deutsche und europäische Energieversorgung."

Merkel sieht Versäumnisse beim Klimaschutz

BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Versäumnisse beim Klimaschutz eingeräumt. Merkel sagte am Donnerstag in Berlin, gemessen an dem Ziel, die Erderwärmung auf möglichst nah an 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, sei nicht ausreichend viel passiert. "Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern das gilt für sehr, sehr viele Länder auf der Welt. Und deshalb muss das Tempo angezogen werden."

Eurozone: Schuldenstand erstmals über 100 Prozent der Wirtschaftsleistung

LUXEMBURG - Der Schuldenstand in der Eurozone ist zu Jahresbeginn erstmals über 100 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen. Im ersten Quartal sei der öffentliche Schuldenstand auf 100,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) gewachsen, teile das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mit. Eurostat verweist auf die Corona-Krise, die auch zu Jahresbeginn zu einem erhöhten Finanzierungsbedarf geführt habe. Im vierten Quartal 2020 hatte der Schuldenstand noch 97,8 Prozent gelegen und im ersten Quartal 2020 bei 86,1 Prozent.

Frankreich: Geschäftsklima sinkt nach 14-Jahreshoch

PARIS - Die Stimmung der französischen Wirtschaft hat sich im Juli etwas eingetrübt, allerdings von sehr hohem Niveau aus. Das Geschäftsklima fiel gegenüber dem Vormonat um einen Punkt auf 113 Zähler, wie das Statistikamt Insee am Donnerstag in Paris mitteilte. Der im Juni erreichte Wert von 114 Punkten war der höchste Stand seit 14 Jahren.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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