dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 21.05.2021 - 17.00 Uhr

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ROUNDUP 2: Konjunkturerholung in Sicht - Bundesbank sieht Inflation von 4%

FRANKFURT - Nach dem Konjunktureinbruch in der Corona-Pandemie zu Jahresbeginn zeichnet sich eine rasche Erholung in Deutschland ab. Die Bundesbank rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal wieder deutlich zulegt. Zunehmende Lockerungen der Corona-Maßnahmen beflügelten im Mai auch die Stimmung der Unternehmen im Euro-Raum. Sie war so gut wie seit Februar 2018 nicht mehr.

USA: Verkäufe bestehender Häuser gehen überraschend weiter zurück

WASHINGTON - Der Lage am US-Häusermarkt hat sich im April überraschend weiter eingetrübt. Die Verkäufe bestehender Häuser fielen im Monatsvergleich um 2,7 Prozent, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Freitag in Washington mitteilte. Es ist der dritte Rückgang in Folge und wird mit einem geringeren Angebot begründet.

Eurozone: Verbraucherstimmung hellt sich weiter auf

BRÜSSEL - Die Verbraucher in der Eurozone haben sich erneut zuversichtlicher gezeigt. Wie die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mitteilte, stieg das von ihr erhobene Verbrauchervertrauen im Mai um 3,0 Punkte auf minus 5,1 Zähler. Es ist der vierte Anstieg des Stimmungsindikators in Folge.

EZB-Präsidentin Lagarde erwartet weiter keinen dauerhaften Inflationsanstieg

LISSABON/FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den Anstieg der Inflation in der Eurozone weiterhin für vorübergehend. In diesem Jahr werde die steigende Inflation zeitweise sein und auch nur auf vorübergehenden Faktoren beruhen, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Freitag nach dem Treffen der Eurogruppe in Lissabon. Die Notenbankerin ist nach wie vor davon überzeugt, dass die Inflationsrate im kommenden Jahr wieder sinken wird.

ROUNDUP/Eurozone: Unternehmensstimmung auf Dreijahreshoch

LONDON - Die Unternehmensstimmung in der Eurozone ist im Mai so gut wie seit Februar 2018 nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex des Marktforschungsinstituts Markit stieg gegenüber dem Vormonat um 3,1 Punkte auf 56,9 Punkte, wie Markit am Freitag nach einer ersten Schätzung in London mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Anstieg auf 55,1 Punkte gerechnet. Mit über 50 Punkten signalisiert die Kennzahl klar Wirtschaftswachstum.

Bundesbank: US-Konjunkturpaket schiebt Europa mit an

FRANKFURT - Das Konjunkturpaket der neuen US-Regierung unter Präsident Joe Biden dürfte laut der Bundesbank auch positiv auf Europa ausstrahlen. Im Euroraum könnte das Niveau des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im laufenden Jahr dadurch um 0,1 bis 0,3 Prozent zunehmen, heißt es im Monatsbericht der Bundesbank vom Freitag. Vor allem die Exporteure dürften von der anziehenden US-Nachfrage profitieren. Grundlage der Schätzung sind zwei Modellrechnungen.

Großbritannien: Unternehmensstimmung steigt stärker als erwartet

LONDON - Die Stimmung britischer Unternehmen profitiert von der Aufhebung von Corona-Beschränkungen. Der Einkaufsmanagerindex von IHS Markit stieg im Mai um 1,3 Punkte auf 62,0 Zähler, wie das Marktforschungsunternehmen am Freitag in London mitteilte. Das ist der höchste Wert jemals ermittelte Wert. Seit Januar 1998 wird ein Indikator für die Gesamtwirtschaft ermittelt. Sowohl die Industrie- als auch die Dienstleisterstimmung hellten sich auf. Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 61,9 Punkten gerechnet.

Scholz: US-Vorschlag zu Mindeststeuer ist Durchbruch

LISSABON - Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat den Vorschlag der USA zu einer globalen Mindeststeuer für internationale Unternehmen von wenigstens 15 Prozent als Durchbruch bezeichnet. "Es ist mehr als realistisch, dass in der Frage der Mindestbesteuerung von großen Konzernen eine internationale Verständigung gelingt", sagte er am Freitag vor einem Treffen der Finanzminister der Eurostaaten in Lissabon. Die vorgeschlagenen 15 Prozent seien zugleich ein "ambitionierter Ansatz".

Japanische Verbraucherpreise fallen neunten Monat in Folge

TOKIO - Entgegen dem Trend in vielen Industriestaaten stehen die Verbraucherpreis in Japan weiter unter Druck. Im April gingen sie ohne die Preise für frische Lebensmittel im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,1 Prozent zurück, wie die Regierung am Freitag in Tokio mitteilte. Das war der neunte Rückgang in Folge, wenngleich Volkswirte im Mittel mit einem etwas größeren Minus gerechnet hatten.

Britischer Einzelhandel profitiert stark von Corona-Lockerungen

LONDON - Der britische Einzelhandel hat im April stark von weniger strikten Corona-Beschränkungen profitiert. Die Umsätze der Einzelhändler seien gegenüber dem Vormonat um 9,2 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt ONS am Freitag in London mit. Analysten hatten mit einem Zuwachs von im Schnitt 4,2 Prozent gerechnet. Gegenüber dem Vorjahresmonat, in dem während der ersten Corona-Welle erhebliche Beschränkungen galten, sprangen die Umsätze um 42,4 Prozent an.

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