dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 19.03.2021 - 17.00 Uhr

·Lesedauer: 5 Min.

ROUNDUP: Neue Corona-Verschärfungen deuten sich an - 'Starke dritte Welle'

BERLIN - Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen deuten sich wieder schärfere Alltagsbeschränkungen an. Hamburg zog am Freitag schon die von Bund und Ländern vereinbarte "Notbremse" und macht Öffnungen rückgängig, die erst Anfang vergangener Woche ermöglicht worden waren. Kurz vor den nächsten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten an diesem Montag kündigte auch Baden-Württemberg Verschärfungen an. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: "Wir befinden uns in der dritten Welle der Pandemie, die Zahlen steigen, der Anteil der Mutationen ist groß." Die kritische Entwicklung sei allein durch Impfen nicht zu stoppen.

ROUNDUP 3: Ganz undiplomatisch - Konfrontation mit Ansage zwischen USA und China

ANCHORAGE/WASHINGTON - Beim ersten ranghohen Treffen zwischen den USA und China seit dem Amtsantritt von US-Präsident Joe Biden haben sich die Top-Diplomaten beider Seiten ein höchst ungewöhnliches Wortgefecht geliefert. Zum Start der Gespräche in Alaska überzogen sich der neue US-Außenminister Antony Blinken und sein chinesischer Kollege Yang Jiechi gegenseitig mit schweren Vorwürfen und - für diplomatische Treffen dieser Art extrem raren - verbalen Angriffen. Ist das Verhältnis beider Länder, das unter Bidens Vorgänger Donald Trump auf das schlechteste Niveau seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen 1979 gefallen war, nun an einem neuen Tiefpunkt?

EU-Spitzen fordern von der Türkei weitere versöhnliche Signale

BRÜSSEL/ANKARA - Die Europäische Union fordert von der Türkei weitere Signale des Einlenkens als Voraussetzung für bessere Beziehungen. Nach einer Videokonferenz mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan erklärten Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratschef Charles Michel am Freitag: "Die EU-Seite hat die Wichtigkeit einer nachhaltigen Deeskalation und einer weiteren Stärkung der Vertrauensbildung unterstrichen, um eine positivere EU-Türkei-Agenda zu ermöglichen."

Brexit-Streit: Weber fordert Lösung bis Ostern

BRÜSSEL - Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber knüpft die Ratifizierung des Handelsabkommens mit Großbritannien an eine Schlichtung des Streits über die Brexit-Sonderregeln für Nordirland. Falls bis Ostern keine Lösung gefunden werde, sehe er nicht, wie das EU-Parlament in dieser Zeit den Brexit-Handelsvertrag bestätigen könne, sagte der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei nach einer Meldung des "Spiegel" vom Freitag. "Wir werden uns von Boris Johnson nicht vorführen lassen."

Russische Notenbank erhöht überraschend Leitzins

MOSKAU - Im Kampf gegen eine steigende Inflation hat die russische Notenbank am Freitag ihren Leitzins überraschend angehoben. Sie folgte damit dem Beispiel anderer Zentralbanken führender Schwellenländer. Der Leitzins werde um 0,25 Prozentpunkte auf 4,50 Prozent erhöht, teilte die Zentralbank am Freitag in Moskau mit. Analysten hatten einen unveränderten Wert von 4,25 Prozent erwartet. Am Devisenmarkt reagierte der russische Rubel mit Kursgewinnen zum Euro und dem US-Dollar auf den Schritt.

ROUNDUP: Die Corona-Welle rollt: Infektionszahl und Inzidenz steigen rasant

BERLIN - Der Anstieg der Corona-Infektionszahlen in Deutschland verläuft nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) wieder "ganz deutlich exponentiell". "Das Infektionsgeschehen gewinnt an Dynamik", sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Freitag in Berlin.

RKI: Fallzahlen steigen exponentiell - Schwere Wochen stehen bevor

BERLIN - Der Anstieg der Corona-Infektionszahlen in Deutschland verläuft nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) wieder "ganz deutlich exponentiell". "Das Infektionsgeschehen gewinnt an Dynamik", sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Freitag in Berlin. Angesichts der raschen Ausbreitung der ansteckenderen Virusvariante B.1.1.7 stünden "leider wieder schwere Wochen bevor". Eine Verschlimmerung der Lage um Ostern, vergleichbar mit der Zeit vor Weihnachten, sei gut möglich.

ROUNDUP 2: Japans Zentralbank gestaltet ihre Geldpolitik flexibler

TOKIO - Die japanische Zentralbank gestaltet ihre extrem lockere Geldpolitik ein Stück weit flexibler. So wird zum einen die im Jahr 2016 eingeführte Strategie der Zinskurvensteuerung etwas lockerer gehandhabt. Zudem zieht sich die Notenbank ein Stück weit vom Aktienmarkt zurück, auf dem sie in den vergangenen Jahren zu einem mächtigen Akteur geworden ist. Zugleich verschaffen sich die Währungshüter Spielraum für den Fall, dass die bereits extrem niedrigen Zinsen weiter sinken sollten.

Wirtschaftsauskunftei rechnet mit Insolvenzwelle noch in diesem Jahr

HAMBURG - Die Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel rechnet aufgrund der Corona-Pandemie noch in diesem Jahr mit einer Insolvenzwelle in Deutschland. Die Zahl der Firmenpleiten könne sich gegenüber 2020 mehr als verdoppeln. Insgesamt 35 500 Firmeninsolvenzen seien möglich, berichtete Crifbürgel-Geschäftsführer Frank Schlein am Freitag in Hamburg.

ROUNDUP: Japans Zentralbank verschafft sich Spielraum bei Billiggeld-Politik

TOKIO - Japans Zentralbank will ihre Billiggeld-Politik künftig noch flexibler handhaben. Nach zweitägigen Beratungen entschied die Bank of Japan (BoJ) am Freitag, den Schwankungsspielraum für langfristige Staatsanleihen zu vergrößern: zwischen plus und minus 0,25 Prozent. Der Zehn-Jahres-Zinssatz solle bei etwa null Prozent gehalten werden. Auch der kurzfristige Zins bleibe bei minus 0,1 Prozent, aber man könne eine größere Schwankungsbreite bei den langfristigen Zinsen tolerieren. Damit verschafft sich die japanische Zentralbank mehr Spielraum bei dem Versuch, die durch die Corona-Pandemie schwer gebeutelte Wirtschaft des Landes anzukurbeln.

Deutschland: Erzeugerpreise ziehen deutlich an

WIESBADEN - In Deutschland haben die Preise auf Herstellerebene im Februar deutlich angezogen. Die Erzeugerpreise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Im Januar hatte die Jahresrate gerade einmal 0,9 Prozent betragen. Im Monatsvergleich stiegen die Preise, die Produzenten für ihre Waren erhalten, um 0,7 Prozent.

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