dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 19.04.2022 - 17:00 Uhr

·Lesedauer: 3 Min.

ROUNDUP 2: IWF senkt wegen des Kriegs in der Ukraine globale Wachstumsprognose

WASHINGTON - Die Weltwirtschaft wird nach einer Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) in diesem Jahr wegen des Kriegs in der Ukraine deutlich langsamer wachsen. Gleichzeitig erwartet der IWF für 2022 eine höhere Inflationsrate, angetrieben unter anderem von gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreisen. "Die Aussichten für die globale Wirtschaft haben einen harten Rückschlag erfahren, größtenteils wegen Russlands Einmarsch in die Ukraine", sagte IWF-Chefvolkswirt Pierre-Olivier Gourinchas am Dienstag.

Lindner: Gesenkte IWF-Wachstumsprognose ist weiteres Warnsignal

BERLIN - Bundesfinanzminister Christian Lindner hat die gesenkte Konjunkturprognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) infolge des Ukraine-Kriegs als ein "weiteres Warnsignal" bezeichnet. "Weniger Wachstum in Verbindung mit steigender Inflation ist eine gefährliche Kombination", sagte der FDP-Politiker am Dienstag in Berlin. Es gebe ökonomisch kein "einfaches Weiter so".

GESAMT-ROUNDUP: Ukraine-Krieg in neuer Phase - Russen stellen weiteres Ultimatum

KIEW/MOSKAU - Mit einem Großangriff der russischen Truppen im Osten des Landes hat der Krieg in der Ukraine nach bald acht Wochen eine neue Phase erreicht. Das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete am Dienstag von Luftangriffen auf mindestens 60 Ziele. In der schwer zerstörten Hafenstadt Mariupol ist die Lage besonders dramatisch. Russland forderte Hunderte Kämpfer, die dort in einem Stahlwerk eingeschlossen sind, noch einmal ultimativ zur Kapitulation auf. Die Ukrainer lehnten ab. In Deutschland ging derweil die Diskussion um die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine weiter.

USA: Baubeginne und -genehmigungen legen überraschend zu

WASHINGTON - Die US-Bauwirtschaft hat sich im März trotz steigender Immobilienzinsen besser entwickelt als erwartet. Die Anzahl neu begonnener Häuser und die Zahl der Baugenehmigungen stiegen überraschend.

Frankreich will europäischen Importstopp für russisches Erdöl

PARIS - Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire pocht auf einen europäischen Importstopp für russisches Erdöl. Außer für den bereits verhängten Einfuhrstopp für Kohle aus Russland habe die Regierung von Präsident Emmanuel Macron diesen immer auch für Erdöl gefordert, sagte Le Maire am Dienstag dem Sender Europe 1. Denn die erste Devisenquelle von Kremlchef Wladimir Putin sei seit einigen Jahren nicht das Gas, sondern das Öl. Ohne die zögerliche Haltung einiger Länder wäre das Ölembargo längst in Kraft, meinte Le Maire, ohne die entsprechenden Länder beim Namen zu nennen. "Wir müssen unsere europäischen Partner noch überzeugen."

Polen fordert schnellere EU-Finanzhilfen für Ukraine

WARSCHAU - Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat bei einem Besuch in der Ukraine schnellere Finanzhilfen der EU für das Nachbarland gefordert. Der nationalkonservative Politiker nahm am Dienstag an der Einweihung eines Containerdorfs für Flüchtlinge in Lwiw (früher: Lemberg) teil, etwa 70 Kilometer von der Grenze zu Polen entfernt. Morawiecki sagte: "Aus diesem Ort appelliere ich an die EU-Kommission, dass der Solidaritätsfonds für die Ukraine endlich anlaufen muss. Es müssen neue Gelder fließen, die nicht von einer Schublade in die andere verschoben werden."

Neuseeland weitet Sanktionen gegen Russland aus

WELLINGTON - Neuseelands Regierung weitet die Sanktionen gegen Russland wegen des Krieges in der Ukraine aus. Im Mittelpunkt der jüngsten Strafmaßnahmen stünden die größten Banken des Landes, die Kriegshandlungen mitfinanzierten, teilte Außenministerin Nanaia Mahuta am Dienstag mit. Konkret gehe es um 18 Finanzinstitute, darunter die russische Zentralbank.

Corona-Welle in Shanghai: Erneut sieben Tote gemeldet

SHANGHAI - In der Corona-Welle in Shanghai sind erneut sieben Tote im Zusammenhang mit Covid-19-Infektionen gemeldet worden. Wie die Behörden nach Angaben von Staatsmedien vom Dienstag berichteten, seien es Patienten zwischen 60 und 101 Jahren mit Vorerkrankungen gewesen. Nach der Aufnahme ins Krankenhaus habe sich ihr Zustand deutlich verschlechtert. Am Vortag hatten die Behörden bereits berichtet, dass drei ältere Patienten ebenfalls mit Vorerkrankungen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus gestorben seien.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.