dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 19.05.2020 - 17.00 Uhr

GESAMT-ROUNDUP: Prognosen zeichnen düsteres Bild für deutsche Wirtschaft

BERLIN - Ökonomen und Verbände erwarten einen noch tieferen Wirtschaftseinbruch in Deutschland als die Bundesregierung. Nach einer neuen Prognose sinkt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um mindestens zehn Prozent, wie DIHK-Präsident Eric Schweitzer am Dienstag bei einer Videokonferenz sagte. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) prognostiziert für das laufende Jahr einen BIP-Einbruch um 7,1 Prozent. Die Bundesregierung rechnet für das Gesamtjahr mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 6,3 Prozent und der schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte.

ROUNDUP 2: Berlin und Paris werben für milliardenschweren Corona-Aufbauplan

BRÜSSEL - Nach der deutsch-französischen Initiative für ein 500-Milliarden-Euro-Programm zur wirtschaftlichen Erholung in der EU rühren beide Länder nun die Werbetrommel - denn es regt sich Widerstand. Österreich, die Niederlande, Dänemark und Schweden pochen darauf, dass die EU nur rückzahlbare Kredite und keine Zuschüsse ausgibt.

ROUNDUP: ZEW-Konjunkturerwartungen erholen sich weiter

MANNHEIM - Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich trotz Corona-Krise den zweiten Monat in Folge gebessert. Wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte, stieg der von ihm erhobene Indikator im Mai um 22,8 Punkte auf 51,0 Zähler. Bereits im Vormonat hatte sich die Stimmung deutlich aufgehellt, nachdem sie im März wegen der Corona-Pandemie drastisch eingebrochen war. Analysten hatten für Mai im Mittel mit 30,0 Punkten gerechnet.

ROUNDUP 2: Trump attackiert WHO - Länder für fairen Zugang zu Corona-Impfstoff

GENF - Ungeachtet neuer Angriffe von US-Präsident Donald Trump gegen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben die 194 Mitgliedsländer der WHO ihr Vertrauen ausgesprochen. Mit einer Entschließung verlangten sie zum Abschluss ihrer Jahrestagung am Dienstag einen "weltweiten, zeitnahen und gerechten Zugang und ebensolche Verteilung" von Impfstoffen und Medikamenten gegen die Krankheit Covid-19, die durch das neue Virus Sars-CoV-2 ausgelöst werden kann. Ärmere Länder haben Sorge, dass die reichen Länder zunächst nur ihre eigene Bevölkerung bedienen.

ROUNDUP: Kitas und Schulen doch schneller wieder komplett öffnen?

BERLIN - Mehrere medizinische Fachgesellschaften fordern ein Ende des Notbetriebs in Kindergärten und Schulen und eine umgehende unbeschränkte Wiederöffnung der Einrichtungen. In einer gemeinsamen Stellungnahme rufen unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte trotz Corona-Pandemie dazu auf. Der Schutz von Lehrern, Erziehern, Betreuern und Eltern und die allgemeinen Hygieneregeln stünden dem nicht entgegen, heißt es in dem Papier, über das zuerst die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Dienstag) berichtete.

USA: Bautätigkeit bricht mit Rekordtempo ein

WASHINGTON - Die Bautätigkeit in den USA ist im April wegen der Corona-Krise massiv eingebrochen. Die Zahl der Wohnungsbaubeginne fiel im Monatsvergleich um 30,2 Prozent, wie das Handelsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Erhebung im Jahr 1959.

ROUNDUP/Lagarde: Bundesbank muss sich weiterhin an Anleihenkäufen beteiligen

FRANKFURT - Die Bundesbank muss sich nach Überzeugung von EZB-Präsidentin Christine Lagarde trotz des einschränkenden Karlsruher Urteils weiterhin an Anleihenkäufen beteiligen. "Nach dem Vertrag müssen alle nationalen Zentralbanken in vollem Umfang an den Entscheidungen und der Durchführung der Geldpolitik des Euro-Währungsgebiets teilnehmen", sagte Lagarde in einem am Montagabend online veröffentlichten Interview mit vier europäischen Zeitungen, darunter das "Handelsblatt".

ROUNDUP/Großbritannien: Ansprüche auf Arbeitslosenhilfe steigen mit Rekordtempo

LONDON - Die Corona-Krise hat im April voll auf den britischen Arbeitsmarkt durchgeschlagen. Die Zahl der Menschen mit Anspruch auf Arbeitslosenhilfe ("Claimant Count") ist im April um 856 500 gestiegen, wie das Statistikamt ONS am Dienstag in London mitteilte. Dies ist der höchste jemals gemessene Anstieg. Im Vormonat hatte der Wert noch bei revidierten 5400 (zunächst 12 200) gelegen

Anstieg der Erwerbstätigkeit schwächt sich ab

WIESBADEN - Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist zu Beginn der Coronakrise im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Allerdings schwächte sich der Zuwachs ab. Im ersten Quartal waren rund 45,0 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden anhand vorläufiger Berechnungen mitteilte. Das war ein Plus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Einen so geringen Anstieg binnen Jahresfrist hatte es den Angaben zufolge zuletzt im zweiten Vierteljahr 2010 gegeben.

US-Forscher: Mehr als 90 000 Corona-Tote in den USA

WASHINGTON - Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA nach Angaben von Wissenschaftlern mehr als 90 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus ums Leben gekommen. Das ging am Montagabend (Ortszeit) aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Die Zahl der bestätigten Infektionen in den USA lag der Uni zufolge bei mehr als 1,5 Millionen. Weltweit sind mehr als 4,7 Millionen Fälle bekannt.

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