dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 18.05.2020 - 17.00 Uhr

ROUNDUP 2: WHO-Konferenz startet mit Milliardenspende aus China - Kritik aus USA

GENF - Mitten in der verheerenden Coronavirus-Pandemie haben Staatschefs und -chefinnen aus aller Welt an die Solidarität der Weltgemeinschaft mit den Schwächsten appelliert. Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere beschworen die internationale Gemeinschaft bei der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag, zuerst das Virus in den Griff zu bekommen, und anschließend Lehren aus dem Umgang mit der Pandemie zu ziehen. Bis Montag waren mehr als 4,7 Millionen Menschen weltweit infiziert, und mehr als 315 000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben.

USA: NAHB-Hausmarktindex erholt sich im Mai stärker als erwartet

WASHINGTON - Die Stimmung auf dem US-Häusermarkt hat sich nach dem historischen Rückgang im Vormonat im Mai stärker als erwartet erholt. Der NAHB-Hausmarktindex sei im Vergleich zum Vormonat um 7 Punkte auf 37 Punkte gestiegen, teilte die National Association of Home Builders am Montag in Washington mit. Im April war der Index im Zuge der Corona-Krise auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren eingebrochen.

Mehr als 175 000 Corona-Nachweise in Deutschland - Über 7900 Tote

BERLIN - Bundesweit sind bis Montagnachmittag über 175 000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.00 Uhr: mehr als 174 700 Infektionen). Mindestens 7960 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16.00 Uhr: 7931). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

ROUNDUP: Gestresste Kita-Eltern können auf längere 'Lohnfortzahlung' hoffen

BERLIN - Eltern können in der Corona-Krise auf eine längere Zahlung von staatlichem Lohnersatz hoffen, wenn sie wegen halbgeschlossener Schulen oder eingeschränktem Kitabetrieb nicht zur Arbeit können. Nach CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sprach sich am Montag auch CSU-Chef Markus Söder dafür aus, die bisher auf sechs Wochen begrenzte Entschädigungsregelung bei Verdienstausfall auszuweiten. Die SPD hatte bei dem Thema Druck gemacht. Sozialminister Hubertus Heil (SPD) sagte am Montag, es komme jetzt Bewegung in das Thema, es sei höchste Zeit zu handeln.

ROUNDUP: Merkel und Macron wollen Wiederaufbau geeint angehen

PARIS/BERLIN - Deutschland und Frankreich wollen im Kampf gegen die Corona-Wirtschaftskrise in Europa an einem Strang ziehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron kündigten am Montag kurzfristig eine gemeinsame Initiative für eine europäische Antwort an.

Deutschland ist in der EU Spitzenreiter bei Corona-Hilfen

BRÜSSEL - Deutschland unterstützt seine Wirtschaft in der Corona-Krise mit mehr Geld als alle anderen EU-Staaten zusammen. Von den bislang angemeldeten Hilfen in Höhe von etwa 1,95 Billionen Euro entfielen rund 51 Prozent auf die Bundesrepublik, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Montag in Brüssel. Die französischen Hilfen machen demnach nur einen Anteil von 17 Prozent aus, die italienischen 15,5 Prozent. Der polnische Anteil beträgt lediglich 2,5 Prozent.

Bundesbank rechnet mit langsamer Erholung der Wirtschaft

FRANKFURT - Die deutsche Wirtschaft wird sich nach Einschätzung der Bundesbank nur langsam vom tiefen Einbruch in Folge der Corona-Krise erholen. "Es spricht derzeit vieles dafür, dass sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Verlauf des zweiten Quartals im Zuge der Lockerungsmaßnahmen wieder aufwärtsbewegen wird und eine Erholung in Gang kommt", schreibt die Notenbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht Mai. "Es besteht aber eine sehr hohe Unsicherheit über die weitere Wirtschaftsentwicklung."

EZB: Karlsruher Urteil schränkt Handlungsfähigkeit nicht ein

FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank sieht ihren Handlungsspielraum durch das kritische Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Anleihenkäufen nicht eingeschränkt. "Wir sind sicher, dass alles, was wir tun, notwendig ist, um unser Mandat zu erfüllen. Und wir werden tun, was wir müssen, um unser Mandat zu erfüllen", sagte der Chefvolkswirt der Notenbank, Philip Lane, in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der spanischen Tageszeitung "El País".

ROUNDUP: Auch Japan rutscht wegen der Corona-Krise in eine Rezession

TOKIO - Wie Deutschland ist auch Japan im Zuge der Corona-Krise in eine Rezession gerutscht. Japans Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal um 0,9 Prozent, wie die Regierung in Tokio am Montag auf vorläufiger Basis bekanntgab. Auf das Jahr hochgerechnet sank das BIP um 3,4 Prozent. Die vor Deutschland drittgrößte Volkswirtschaft der Welt war bereits im Schlussquartal 2019 wegen Erhöhung der Mehrwertsteuer geschrumpft, und zwar nach neuesten Berechnungen um eine hochgerechnete Jahresrate von 7,3 Prozent. Sinkt die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer "technischen Rezession".

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