dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 22.11.2017

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GESAMT-ROUNDUP/Schulz: SPD ist sich Verantwortung bewusst - Ausweg gesucht

BERLIN - Vor seinem Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat SPD-Chef Martin Schulz eine konstruktive Rolle seiner Partei bei der Suche nach einer stabilen Regierung zugesichert. "Die SPD ist sich vollständig ihrer Verantwortung in der momentan schwierigen Lage bewusst", sagte Schulz der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Es sei gut, dass der Bundespräsident die Initiative ergriffen habe. "Ich bin sicher, dass wir in den kommenden Tagen und Wochen eine gute Lösung für unser Land finden." Schulz kommt am Donnerstag mit Steinmeier zusammen.

Britische Regierung legt drei Milliarden Pfund für Brexit zurück

LONDON - Die britische Regierung legt in den kommenden beiden Jahren drei Milliarden Pfund (rund 3,4 Milliarden Euro) für den anstehenden EU-Austritt zurück. Damit solle das Land auf "jedes mögliche Ergebnis" beim Brexit vorbereitet werden, sagte Finanzminister Philip Hammond am Mittwoch im Parlament in London bei der Vorstellung der jüngsten Haushaltsplanungen. Knapp 700 Millionen Pfund seien bereits in Brexit-Vorbereitungen investiert worden.

Eurozone: Verbraucherstimmung steigt auf den höchsten Stand seit Januar 2001

LUXEMBURG - In der Eurozone ist die Verbraucherstimmung im November auf den höchsten Wert seit fast 17 Jahren gestiegen. Der entsprechende Indikator sei von minus 1,1 Punkten im Vormonat auf plus 0,1 Punkte gestiegen, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Luxemburg mit.

USA: Michigan-Konsumklima sinkt weniger stark als erwartet

MICHIGAN - Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im November nicht so stark eingetrübt wie zunächst gedacht. Das Konsumklima der Universität von Michigan fiel zum Vormonat um 2,2 Punkte auf 98,5 Zähler, wie die Universität am Mittwoch nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Volkswirte hatten mit 98,0 Punkten gerechnet, nachdem die erste Schätzung der Universität für November noch bei 97,8 Punkten gelegen hatte.

ROUNDUP: Italiens Staatsschulden beunruhigen EU-Haushaltsprüfer

BRÜSSEL - Die anhaltend hohe Staatsverschuldung Italiens beunruhigt die Haushaltsprüfer der EU-Kommission. "Die Schulden werden leicht zurückgehen, aber die Lage gibt weiter Anlass zur Sorge", sagte EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici am Mittwoch in Brüssel zu den italienischen Budgetplänen für 2018. Die Regierung in Rom sei deswegen über eine weitere Überprüfung im kommenden Frühjahr informiert worden.

Griechenland hofft auf bessere Haushaltszahlen als vorgegeben

ATHEN - Griechenland hofft dank einer anziehenden Wirtschaft und sinkender Arbeitslosigkeit auf bessere Haushaltszahlen als von den internationalen Geldgebern gefordert. Die Regierung in Athen rechnet für 2018 mit einem sogenannten Primärüberschuss ohne die Kosten für Schuldendienst von 3,8 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das geht aus dem im Parlament eingebrachten Etatentwurf für 2018 hervor, über den nach Angaben des Parlamentspräsidiums vom Mittwoch am 22. Dezember abgestimmt werden soll.

Moody's: Jamaika-Aus keine Gefahr für Deutschlands Topbewertung

LONDON - Die US-Ratingagentur Moody's sieht wegen der gescheiterten Jamaika-Verhandlungen und der schwierigen Regierungsbildung vorerst keine Gefahr für die Topbewertung der deutschen Kreditwürdigkeit. Auch bei Neuwahlen oder einer möglichen Minderheitsregierung bleibe die Kreditwürdigkeit unverändert robust, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung. Ein längerer politischer Stillstand in der größten europäischen Volkswirtschaft konnte allerdings negative Folgen für die Reformbemühungen in der Europäischen Union haben.

USA: Aufträge für langlebige Güter überraschend gefallen

WASHINGTON - In den USA sind die Aufträge für langlebige Güter im Oktober überraschend gefallen. Die Aufträge seien um 1,2 Prozent zum Vormonat gesunken, teilte das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington mit. Volkswirte hatten hingegen mit einem Zuwachs von 0,3 Prozent gerechnet. Der Rückgang folgt auf einen Zuwachs um 2,2 Prozent im Vormonat.

USA: Etwas weniger Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe als erwartet

WASHINGTON - In den USA hat es in der vergangenen Woche etwas weniger Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gegeben als erwartet. Sie fielen um 13 000 auf 239 000 Anträge, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Analysten hatten hingegen mit 240 000 gerechnet.

Italiens Staatsverschuldung beunruhigt EU-Haushaltsprüfer

BRÜSSEL - Die anhaltend hohe Staatsverschuldung Italiens beunruhigt die Haushaltsprüfer der EU-Kommission. "Der Schulden werden leicht zurückgehen, aber die Lage gibt weiter Anlass zur Sorge", sagte EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici am Mittwoch in Brüssel zu den italienischen Budgetplänen für 2018. Die Regierung in Rom sei deswegen über eine weitere Überprüfung im kommenden Frühjahr informiert worden.

Grüne wollen gesprächsbereit und eigenständig bleiben

BERLIN - Die Grünen zeigen sich weiterhin offen für Sondierungsgespräche und betonen ihren eigenständigen Kurs als Partei der linken Mitte. "Wir Grüne sind und bleiben gesprächsbereit", heißt es im Leitantrag des Bundesvorstands für den Parteitag an diesem Samstag in Berlin. Man sei bereit, "bei unklaren Mehrheitsverhältnissen eine stabile Regierungskoalition zu bilden." Die Grünen regierten in neun Bundesländern in acht verschiedenen Konstellationen "mit einer klaren Verordnung als ökologische, emanzipatorische Partei der linken Mitte". Diese Verordnung habe "Kraft und Klarheit" gegeben.

Yellen warnt vor Folgen schneller Zinserhöhungen

NEW YORK - Die US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen hat vor den Folgen zu schneller Zinserhöhungen für die künftige Preisentwicklung in den USA gewarnt. "Es kann ziemlich gefährlich sein, wenn man ein Absinken der Inflation zulässt", sagte Yellen in der Nacht auf Mittwoch (MEZ) im Rahmen einer Veranstaltung der Universität von New York. Die Währungshüterin lieferte in der Rede keine klaren Hinweise für künftige geldpolitische Entscheidungen der US-Notenbank Fed.

Litauen verschärft Kampf gegen Steuerhinterziehung

VILNIUS - Das baltische EU-Land Litauen verschärft den Kampf gegen Steuerhinterziehung. Das Parlament in Vilnius verabschiedete nach einem Bericht der Zeitung "Lietuvos rytas" (Mittwoch) mit klarer Mehrheit höhere Strafen für Personen, die falsche Angaben über ihre Einkünfte, Gewinne oder Vermögenswerte machen. Für hinterzogene Beträge von mehr als 3800 Euro droht nun eine Geldstrafe oder bis zu vier Jahre Haft, für Summen von mehr als 28 500 Euro können bis zu acht Jahre Gefängnis verhängt werden. Der Gesetzesänderungen waren im Frühjahr von Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite in die Volksvertretung Seimas eingebracht worden.

WTO beginnt Streitschlichtung wegen Wirtschaftsblockade gegen Katar

GENF - Die Welthandelsorganisation (WTO) wird sich nun doch in einem Streitschlichtungsverfahren mit dem Wirtschaftsembargo gegen Katar befassen. Das Verfahren werde sich auf die Wirtschaftsblockade durch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) konzentrieren, teilte die Organisation am Mittwoch in Genf mit. Katar hatte die WTO erneut zu einer Untersuchung der Rechtmäßigkeit des Embargos aufgerufen, nachdem vor einem Monat die Vereinigten Arabischen Emirate einen solchen Schritt blockiert hatten.

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