dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 22.01.2018

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DAVOS/ROUNDUP 2: Nachfrage steigt, Steuern sinken: Die Weltwirtschaft boomt

DAVOS - Der gute wirtschaftliche Lauf Deutschlands und der Welt wird nach den Prognosen des Internationalen Währungsfonds andauern. "Alle Zeichen deuten auf Wachstum hin", sagte IWF-Chefin Christine Lagarde am Montag in Davos, wo sich Wirtschaftslenker und Politiker in dieser Woche zum Weltwirtschaftsforum treffen.

DAVOS/Steuerreform und Boomphase: IWF schraubt globale Wachstumserwartungen hoch

DAVOS - Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für dieses und nächstes Jahr mit einem noch stärkeren Anziehen der Weltwirtschaft. Getrieben vom derzeitigen Aufschwung in Europa und Asien sowie der Steuerreform in den USA dürfte das weltweite Wachstum 2018 und 2019 jeweils 3,9 Prozent betragen, teilte der IWF am Montag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos mit. Noch im Oktober vergangenen Jahres war die Organisation von einem Anstieg um jeweils 3,7 Prozent ausgegangen.

DAVOS: Weltwirtschaftsforum sieht Deutschland unter G7-Ländern vorn

DAVOS - Deutschland bietet laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums die beste Lebensqualität unter den führenden Industrienationen. Im jährlich erstellten "Inclusive Development Index"? hat sich die Bundesrepublik 2018 um einen Platz nach vorne geschoben auf den 12. Rang von insgesamt 103 untersuchten Ländern. Deutschland liegt damit vor den übrigen G7-Staaten Kanada (17) Frankreich (18), Großbritannien (21), den USA (23), Japan (24) und Italien (27), wie das Weltwirtschaftsforum (WEF) am Montag in Davos vor Beginn seiner Jahrestagung mitteilte.

ROUNDUP: US-Regierung verharrt im Stillstand

WASHINGTON - Im festgefahrenen Streit um die Auflösung des Zwangsstillstands der US-Regierung ringen Republikaner und Demokraten im Senat weiter um einen Kompromiss. Die Senatoren sollten um 12.00 Uhr Washingtoner Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) erneut abstimmen. Der Entwurf des republikanischen Mehrheitsführers im Senat, Mitch McConnell, zur Anhebung der Schuldenobergrenze würde eine Übergangsfinanzierung bis zum 8. Februar sicherstellen. Es war aber unklar, ob er die notwendige Zahl von 60 Stimmen bekommt. Die Republikaner sind auf Unterstützung einiger Demokraten angewiesen, weil sie nur 51 Sitze haben.

Trump gibt erneut Demokraten die Schuld am 'Shutdown'

WASHINGTON - US-Präsident Donald Trump hat die Schuld am Regierungsstillstand in den USA erneut den oppositionellen Demokraten gegeben. Hintergrund des "Shutdown" ist der Geldmangel, weil eine Schuldenobergrenze erreicht wurde und der Senat sich bislang nicht auf einen Übergangshaushalt einigen konnte. "Die Demokraten stellen den Dienst und die Sicherheit für Bürger ein, um Dienst und Sicherheit für Nicht-Bürger zu gewährleisten", schrieb Trump am Montag auf Twitter. Die Oppositionspartei habe den "Shutdown" provoziert, um ihre linksgerichtete Wählerbasis zu befriedigen.

Euro-Finanzminister peilen weitere Hilfsmilliarden für Athen an

BRÜSSEL - Das hoch verschuldete Griechenland kann absehbar mit frischen Hilfsmilliarden der internationalen Geldgeber rechnen. Die laufende Überprüfung des griechischen Spar- und Reformprogramms solle nun abgeschlossen werden, sagte der neue Eurogruppen-Vorsitzende Mario Centeno vor dem Treffen der Euro-Finanzminister am Montag in Brüssel. Damit könnten zeitnah zwischen sechs und sieben Milliarden Euro an Athen überwiesen werden. "Wir werden uns das aber sehr genau anschauen", sagte Bundesfinanzminister Peter Altmaier (CDU).

Bundesbank: Auslandsaktivitäten deutscher Firmen verringern Investitionen nicht

FRANKFURT - Geschäftsverlagerungen deutscher Unternehmen ins Ausland führen laut der Deutschen Bundesbank nicht zu einer Erosion der Investitionen im Inland. Zwar seien Produktionsverlagerungen für sich genommen "vermutlich mit einem leicht negativen Effekt auf die gesamtwirtschaftlichen gewerblichen Investitionen in Deutschland verbunden", heißt es im am Montag veröffentlichten Januar-Monatsbericht der Bundesbank. Dies sei insbesondere in den Jahren vor der jüngsten Finanzkrise der Fall gewesen. Die Gründung ausländischer Tochtergesellschaften diene aber auch anderen Zwecken wie der Erschließung neuer Märkte und Finanzierungsmöglichkeiten sowie Steuerersparnissen.

Bundesbank: Lockere Geldpolitik kann Kreditvergabe bremsen

FRANKFURT - In Zeiten dauerhaft niedriger Zinsen kann laut der Deutschen Bundesbank eine lockere Geldpolitik ihren eigentlichen Zweck verfehlen. "Die derzeit niedrigen, teilweise negativen Zinsen - zu denen auch die expansive Geldpolitik beiträgt - belasten das Zinseinkommen", heißt es in dem am Montag veröffentlichten Januar-Monatsbericht der Bundesbank. Dadurch werde die Ertragslage der Banken und somit auch deren Fähigkeit zum Aufbau von Eigenkapital geschmälert. Dies wiederum wirke sich tendenziell auch negativ auf die Fähigkeit der Banken zur Kreditvergabe aus.

Bundesbank: Deutsche Wirtschaft wächst etwas schwächer

FRANKFURT - Die deutsche Wirtschaft dürfte nach Einschätzung der Bundesbank zum Jahresende 2017 hin etwas schwächer gewachsen sein. Im Vergleich zu den Sommermonaten könnte die Zuwachsrate im Schlussquartal leicht niedriger ausgefallen sein, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht der Bundesbank. Das Statistische Bundesamt hat bereits eine vorläufige Wachstumszahl von rund einem halben Prozent genannt. Dies wäre tatsächlich etwas weniger als die in den Vorquartalen erzielten Wachstumsraten.

Nahles dämpft hochgesteckte Erwartungen bei GroKo-Verhandlungen

BERLIN - Die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles hat zu hochgesteckte Erwartungen an die Koalitionsverhandlungen mit der Union gedämpft. "Wir haben einen klaren Auftrag, Koalitionsverhandlungen aufzunehmen, und wir haben sehr klare Positionen, die wir da mitnehmen sollen", sagte Nahles am Sonntagabend im dem ZDF-"heute journal". "Da werden wir uns reinwerfen, gute Ergebnisse rausholen", versicherte die Fraktionschefin.

CDU-Wirtschaftsrat warnt vor Zugeständnissen an die SPD

BERLIN - Der Wirtschaftsflügel der Union hat vor Beginn der Verhandlungen über eine neue große Koalition vor weiteren Zugeständnissen an die SPD gewarnt. CDU/CSU könnten der SPD "keinen Millimeter mehr entgegenkommen", sagte Wolfgang Steiger, Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, der "Bild"-Zeitung (Montag). Die in den Sondierungsgesprächen getroffenen Vereinbarungen seien schon jetzt "ein enormer Belastungstest für den Wirtschaftsstandort Deutschland und seine Arbeitsplätze".

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