dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 17.01.2018

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ROUNDUP: Erste Sorgen in der EZB über Höhenflug des Euro

FRANKFURT/WIEN - In der Europäischen Zentralbank (EZB) sind innerhalb kurzer Zeit mehrere Stimmen laut geworden, die sich tendenziell besorgt über den jüngsten Höhenflug des Euro zeigen. Nachdem der Kurs der Gemeinschaftswährung den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht hatte, sagte EZB-Vizepräsident Vitor Constancio der italienischen Zeitung "La Repubblica" (Mittwochausgabe): "Plötzliche Kursbewegungen bereiten mir Sorgen, soweit sie keine Änderung der fundamentalen Lage widerspiegeln."

Eurozone: Inflation geht etwas zurück

LUXEMBURG - In der Eurozone hat die Preisentwicklung Ende 2017 einen Dämpfer erhalten. Im Dezember seien die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 1,4 Prozent gestiegen, teilte das europäische Statistikamt Eurostat am Mittwoch nach einer zweiten Schätzung mit. Damit wurde eine erste Erhebung wie von Analysten erwartet bestätigt. Im November hatte die Inflationsrate im gemeinsamen Währungsraum etwas höher gelegen, bei 1,5 Prozent.

ROUNDUP: Bitcoin stürzt unter 10 000 US-Dollar ab - Platzt jetzt die Blase?

FRANKFURT - Der Wert der umstrittenen Digitalwährung Bitcoin stürzt immer weiter ab. Am Mittwoch fiel der Kurs auf wichtigen Handelsplattformen wie Bitfinex unter 10 000 US-Dollar. Diese Woche hat der Bitcoin mehr als ein Viertel seines Wertes verloren. Gegenüber dem Rekordhoch von Mitte Dezember bei knapp 20 000 Dollar hat sich der Wert sogar halbiert. Auch die Kurse vieler anderer Kryptowährungen stürzten ab, darunter die Bitcoin-Alternativen Ether und Ripple. Experten rätseln, ob sich die Digitalwährungen von ihrem Absturz noch einmal erholen oder ob die von vielen diagnostizierte Blase nun endgültig platzt.

ROUNDUP: Kanadas Notenbank hebt trotz Risiken durch US-Politik Leitzins an

OTTAWA - Die kanadische Notenbank hat trotz einer ungewissen Zukunft der Beziehungen zum wichtigsten Handelspartner USA ihre Geldpolitik abermals gestrafft. Der Leitzins werde um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent angehoben, teilte die Bank of Canada am Mittwoch in Ottawa mit. An den Finanzmärkten war mit dieser Entscheidung gerechnet worden. Zudem stellten die Währungshüter weitere Erhöhungen in Aussicht, wenn es auch damit keine Eile gebe.

USA: Industrieproduktion steigt stärker als erwartet

WASHINGTON - In den USA ist die Industrieproduktion im Dezember stärker als erwartet gestiegen. Sie habe im Vergleich zum Vormonat um 0,9 Prozent zugelegt, teilte die US-Notenbank Fed am Mittwoch in Washington mit. Analysten hatten nur einen Zuwachs um 0,5 Prozent erwartet.

USA: Stimmung am Häusermarkt gesunken - nur knapp unter 18-Jahres-Hoch

WASHINGTON - Die Stimmung am US-Häusermarkt hat sich zum Jahresbeginn etwas eingetrübt. Nachdem der NAHB-Hausmarktindex im Dezember noch den höchsten Stand seit 18 Jahren erreicht hatte, fiel das Stimmungsbarometer im Januar um 2 Punkte auf 72 Zähler, wie die National Association of Home Builders (NAHB) am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten diesen Rückgang erwartet.

ROUNDUP: Privates Geldvermögen steigt auf Rekordhoch

FRANKFURT - Trotz des Zinstiefs werden die Menschen in Deutschland in der Summe immer reicher. Das Geldvermögen der privaten Haushalte kletterte im dritten Quartal 2017 im Vergleich zum zweiten Vierteljahr um 1,2 Prozent auf den Rekordwert von 5,779 Billionen Euro - auch dank steigender Aktienkurse, wie die Deutsche Bundesbank am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Berücksichtigt werden Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere und Ansprüche an Versicherungen - nicht jedoch Immobilien. Bis Ende 2017 könnte das Geldvermögen Schätzungen zufolge auf etwa sechs Billionen (6000 Milliarden) Euro gestiegen sein.

ROUNDUP: Führende Ökonomen fordern radikale Reformen in der Eurozone

BERLIN/BRÜSSEL - Angesichts der Risiken für eine neue Finanzkrise fordern deutsche und französische Ökonomen grundsätzliche Reformen in der Eurozone. "Die Europäische Währungsunion hat nach wie vor erhebliche Schwächen, ihre institutionelle und finanzielle Architektur ist instabil", heißt es in einem Papier, das am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

DAVOS: Weltwirtschaftsforum warnt vor Umweltrisiken und Cyberattacken

LONDON - Von Umweltrisiken und Cyberangriffen geht einer Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) zufolge heutzutage die größte Gefahr für die Welt aus. Dabei stellen extreme Wettereignisse das größte Einzelrisiko dar, wie das WEF am Mittwoch in London mitteilte. "Wir haben zugelassen, dass Brüche entstehen, die Institutionen, Gesellschaften und die Umwelt schwächen - diese Brüche gilt es jetzt zu heilen", sagte WEF-Gründer Klaus Schwab laut der Mitteilung.

Eurogruppen-Präsident mahnt zu weiterer Euro-Sicherung

BERLIN - Der neue Eurogruppen-Präsident Mário Centeno hat nach einem Treffen mit Bundesfinanzminister Peter Altmaier (CDU) zur Eile bei der weiteren Absicherung des Euro gemahnt. In den kommenden Monaten gebe es ein Fenster der Möglichkeiten, sagte der portugiesische Finanzminister am Mittwoch in Berlin. Die derzeit wirtschaftlich guten Zeiten würden nicht ewig andauern. Der Schutz des Euro vor möglichen künftigen Krisen sei nicht vollendet. "Es geht darum sicherzustellen, dsas der Euro robuster wird."

Russland investiert sieben Milliarden Euro in WM-Infrastruktur

MOSKAU - Für die Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Sommer hat Russland nach eigener Darstellung umgerechnet fast sieben Milliarden Euro in Stadien und Infrastruktur investiert. "Wir sind auf der Zielgeraden, es bleiben wenige Monate", sagte WM-Cheforganisator Alexej Sorokin bei einer Konferenz am Mittwoch in Moskau. Die letzten Stadien würden bald fertig werden. "Sie sind das Herz des Turniers."

Niederlande: Briten klagen auf Erhalt der EU-Rechte nach Brexit

AMSTERDAM - Fünf in den Niederlanden lebende Briten haben vor einem Gericht in Amsterdam die Beibehaltung ihrer Rechte als EU-Bürger nach einem Brexit eingefordert. Der Richter solle dazu beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg ein Rechtsgutachten einholen, forderte der Rechtsvertreter der Kläger, Christiaan Alberdingk Thijm, am Mittwoch in Amsterdam vor dem Gericht. "Meine Mandanten wollen eine Antwort der europäischen Richter, ob sie ihre EU-Bürgerrechte verlieren können." Das Gericht will über die Klage in etwa drei Wochen entscheiden.

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