dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 13.11.2017

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ROUNDUP: Wirtschaftsvertreter: Ungeregelter EU-Ausstieg Londons wäre fatal

LONDON - Europäische Wirtschaftsverbände haben bei einem Treffen mit der britischen Premierministerin Theresa May eindringlich vor den Folgen eines ungeregelten EU-Austritts gewarnt. An dem Gespräch am Montag in London nahmen auch Vertreter des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) teil. Die Verhandlungen zwischen London und Brüssel verlaufen zäh. Großbritannien verlässt Ende März 2019 die EU.

40 eigene Abgeordnete wollen May das Misstrauen aussprechen

LONDON - Die britische Premierministerin Theresa May verliert in ihrer eigenen Partei immer mehr an Rückhalt. Vierzig Abgeordnete der regierenden britischen Konservativen sind einem Medienbericht zufolge bereit, ihr das Misstrauen auszusprechen. Damit fehlen nur acht Unterzeichner eines "Misstrauensbriefs", mit dem eine Neuwahl der Parteispitze erzwungen werden könnte, wie die Zeitung "Sunday Times" berichtet. Am kommenden Dienstag, wenn das Brexit-Gesetz erneut im Parlament besprochen wird, könnte May eine Niederlage drohen.

Finanzstaatssekretär: Sollten uns auf harten Brexit einstellen

FRANKFURT - Die zähen Brexit-Verhandlungen machen nach Einschätzung von Finanzstaatssekretär Thomas Steffen wenig Hoffnung auf einen geordneten Austritt Großbritanniens aus der EU. "Wir sollten uns alle darauf einstellen, dass der Worst Case tatsächlich im März 2019 passiert", sagte Steffen am Montag bei der "Euro Finance Week" in Frankfurt. "Und dann werden wir sehen, ob irgendjemand in London oder irgendwo sonst noch ein anderes Szenario wird produzieren können. Heute sehe ich das nicht." Ende März 2019 endet die Zwei-Jahres-Frist, bis zu der London mit den verbleibenden EU-Staaten die Modalitäten der künftigen Zusammenarbeit verhandeln kann.

ROUNDUP: FDP für flexible Arbeitszeit - Kritik von Linken und Gewerkschaften

Berlin - Die FDP ist mit ihrem Vorstoß für eine flexiblere Regelung von Arbeitszeiten auf Widerstand bei Linken und Gewerkschaften gestoßen. Fraktionsvizechef Michael Theurer hatte der "Bild"-Zeitung (Montag) gesagt: "Das Arbeitszeitgesetz ist nicht mehr zeitgemäß und muss flexibler werden." Es sollte an die EU-Arbeitszeitrichtlinie angepasst werden. Diese sieht statt einer täglichen Höchstarbeitszeit von durchschnittlich acht Stunden eine wöchentliche Maximaldauer von durchschnittlich 48 Stunden vor - das wären acht Stunden mehr als jetzt, allerdings einschließlich Überstunden.

'Top 500': China überholt USA auch bei Anzahl der Supercomputer

DENVER - China baut seine Vormachtstellung im Ranking der schnellsten Supercomputer der Welt weiter aus. In der 50. Ausgabe der "Top 500"-Rangliste stellt das Land insgesamt 201 Anlagen und überholt die USA (145 Anlagen) damit deutlich. Den dritten Platz belegt Japan mit 35 Rechenanlagen, gefolgt von Deutschland (20), Frankreich (18) und Großbritannien (15).

ROUNDUP: EU-Parlamentspräsident fordert doppelt so viel Geld für Europa

BERLIN - EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani fordert eine Verdoppelung des Haushalts der Europäischen Union. "Wir benötigen doppelt so viel Geld wie heute, also 280 Milliarden Euro statt 140 Milliarden Euro", sagte Tajani den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Dies solle aber nicht durch zusätzliche Beiträge der EU-Staaten, sondern durch eigene Steuereinnahmen finanziert werden. Dem erteilte die FDP als mögliche Regierungspartei in Deutschland sofort eine Absage.

Weltwirtschaftsforum will Lösungen für Brüche in der Welt suchen

COLOGNY - Angesichts tiefer Risse in Wirtschaft und Politik will das Weltwirtschaftsforum (WEF) bei seiner Jahrestagung 2018 nach Lösungen suchen. Das Programm werde die Grundursachen der vielfältigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Brüche unter die Lupe nehmen und zugleich pragmatische Lösungen untersuchen, kündigte das WEF am Montag in Cologny an.

Atomwächter: Iran hält sich an Vorschriften des Atom-Deals

WIEN - Der Iran erfüllt nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) weiterhin die Vereinbarungen aus dem Atomabkommen. Die Bestände von niedrig angereichertem Uran liegen mit knapp 97 Kilogramm deutlich unter der erlaubten Menge von 300 Kilogramm, hieß es in einem Bericht am Montag, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Hoch angereichertes Uran kann zum Bau von Atombomben verwendet werden. Der Iran habe auch seine Verpflichtungen bezüglich der Herstellung von Schwerwasser eingehalten. Dies wird in Reaktoren verwendet, die atomwaffenfähiges Plutonium herstellen können. Zudem haben IAEA-Mitarbeiter dem Bericht zufolge problemlos Zugang zu allen relevanten Orten erhalten.

23 EU-Staaten bringen Verteidigungsunion auf den Weg

BRÜSSEL - Deutschland und 22 andere EU-Staaten haben sich zu einer weitgehenden militärischen Zusammenarbeit verpflichtet. In Brüssel unterschrieben am Montag Außen- und Verteidigungsminister der Länder ein Dokument, das den Grundstein für eine europäische Verteidigungsunion legen soll.

POLITIK/ROUNDUP: Trump verzichtet auf Kritik an 'Drogenkrieg' auf Philippinen

MANILA - US-Präsident Donald Trump hat bei seinem Philippinen-Besuch darauf verzichtet, den brutalen Anti-Drogen-Kampf von Staatschef Rodrigo Duterte mit Tausenden Toten zu brandmarken. Das Thema Menschenrechte kam nach Angaben des Weißen Hauses bei einem Treffen der beiden Präsidenten am Montag nur "kurz" zur Sprache. Die philippinische Seite behauptete sogar, es habe überhaupt keine Rolle gespielt. Trump hält sich zu einem Südostasien-Gipfel noch bis Dienstag in Manila auf, der letzten Station einer Asien-Reise.

Fed-Mitglied Harker für weitere US-Zinserhöhung im Dezember

TOKIO/FRANKFURT - Das Mitglied der US-Notenbank Fed, Patrick Harker, hat sich für einen Zinsschritt im Dezember ausgesprochen. Er habe bereits eine weitere Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte ein Stück weit eingeplant, sagte Harker am Montag laut Redetext in Tokio. Er ist der Chef der regionalen Notenbank von Philadelphia und in diesem Jahr im geldpolitischen Ausschuss der Fed stimmberechtigt.

EZB-Vize: Notenbank muss wirtschaftliche Erholung weiter stützen

FRANKFURT - EZB-Vizepräsident Vítor Constâncio warnt vor einer Überbewertung der wirtschaftlichen Erholung im Euroraum. Zweifelsohne gebe es einen breiten, robusten Aufwärtstrend, sagte Constâncio am Montag bei einer Konferenz in Frankfurt. Doch die positive Entwicklung dürfe nicht zu Selbstgefälligkeit führen. "Die Inflation ... ist nach wie vor unterhalb unseres Ziels - nach vier Jahren Wachstum oberhalb des Potenzials."

ROUNDUP: IWF sieht Europa auf verstärktem Wachstumskurs

WASHINGTON - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat sich zuversichtlich zur wirtschaftlichen Entwicklung in Europa geäußert. "Die europäische Erholung hat sich verstärkt und merklich verbreitert", schreibt der IWF in seinem am Montag veröffentlichten regionalen Ausblick für Europa. Das Wachstum in Europa liefere einen großen Beitrag zum globalen Wirtschaftswachstum. Der Ausblick des Währungsfonds bezieht sich auf den gesamte Kontinent, also nicht nur auf die Länder der EU. Als Schwellenländer sieht der IWF Staaten wie Ungarn, Polen, Russland und die Türkei.

ROUNDUP: Armutsrisiko trotz Job bei fast jedem Zehnten

BERLIN - Die Armutsgefährdung von Beschäftigten in Deutschland ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich angestiegen, zuletzt aber etwas gesunken. Aktuell ist fast jeder zehnte Erwerbstätige armutsgefährdet. Das geht aus aktuellen Daten des Europäischen Statistikamts Eurostat hervor, auf die die Linken im Bundestag aufmerksam gemacht haben.

Rajoy verteidigt hartes Vorgehen gegen Separatisten

BERLIN/MADRID - Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat sein hartes Vorgehen gegen die separatistische Regierung Kataloniens verteidigt. "Viele werfen mir vor, ich hätte keine politischen Lösungen gesucht. Aber ... Sie können mir glauben: Es gab keine Alternative", sagte Rajoy dem "Handelsblatt" (Montag). "Die Krise in Katalonien ist das größte Problem, das ich in all meinen Jahren als Regierungschef erlebt habe." Er habe versucht, sich mit dem inzwischen abgesetzten katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont zu einigen, doch das sei nicht möglich gewesen.

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