dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 14.11.2017

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Goldman Sachs-Chefvolkswirt: Beeindruckende Fortschritte an Arbeitsmärkten

FRANKFURT - Der Chefvolkswirt der US-Investmentbank Goldman Sachs, Jan Hatzius, schaut mit Zuversicht auf die Entwicklung der Weltwirtschaft im kommenden Jahr. "Die Fortschritte an den Arbeitsmärkten weltweit seien beeindruckend", sagte Hatzius am Montagabend in Frankfurt. Die Arbeitslosigkeit in den entwickelten Ländern sei im Durchschnitt unter sechs Prozent gerutscht und sei damit fast so niedrig wie vor der Finanzkrise im Jahr 2008. Das Weltwirtschaftswachstum dürfte laut Hatzius in 2018 bei knapp vier Prozent liegen. Es könnte sogar noch höher ausfallen.

GESAMT-ROUNDUP: Hochkonjunktur in Deutschland: Wirtschaft wächst weiter kräftig

WIESBADEN - Die deutsche Wirtschaft steuert 2017 auf das stärkste Wachstum seit sechs Jahren zu. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beflügelt vom Außenhandel und von steigenden Investitionen der Unternehmen unerwartet kräftig um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Dies teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in einer ersten Schätzung mit. Ökonomen hatten im Schnitt mit einem geringeren Plus gerechnet.

ROUNDUP 2/Staatspleite rückt näher: S&P senkt Daumen über Venezuela

CARACAS - Das sozialistisch regierte Venezuela steht nach einem teilweisen Zahlungsausfall vor der Pleite. Nach ergebnislosen Verhandlungen mit Gläubigern des hoch verschuldeten südamerikanischen Landes senkte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) den Daumen.

GESAMT-ROUNDUP: Jamaika-Verhandler vor schwierigem Ringen um Flüchtlings-Kurs

BERLIN - Angesichts vieler ungelöster Streitpunkte steuern die Jamaika-Sondierer beim Kernthema Zuwanderung auf eine Entscheidung in letzter Minute zu. Die Unterhändler von CDU, CSU, FDP und Grünen wollten sich am Dienstagabend unbegrenzt Zeit für diese Frage nehmen. Es war aber nicht davon auszugehen, dass bereits eine weitgehende Verständigung erreicht würde. CSU-Chef Horst Seehofer sagte mit Blick auf den bis spätestens in der Nacht zu Freitag geplanten Abschluss der Sondierungen: "Noch zweimal schlafen, dann wissen wir Bescheid." Offen war auch, ob es zu Fortschritten in weiteren konfliktträchtigen Themen wie Landwirtschaft, Verkehr und der Außenpolitik kommen würde.

ROUNDUP: Finanzprofis sehen Deutschland weiter im Aufschwung - ZEW-Index steigt

MANNHEIM - Die guten Nachrichten aus der deutschen Wirtschaft reißen nicht ab: Im November sind die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten den dritten Monat in Folge gestiegen. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) verbesserte sich um 1,1 Punkte auf 18,7 Zähler, wie das ZEW am Dienstag in Mannheim mitteilte. Der ZEW-Konjunkturindikator basiert auf einer Umfrage unter 198 Finanzprofis und ist einer der ersten Stimmungstest für die Lage im November.

RATING/ROUNDUP: S&P stellt Zahlungsausfall in Venezuela fest

FRANKFURT - Die Luft für das sozialistisch regierte Venezuela wird immer dünner. Nachdem erste Verhandlungen mit Gläubigern des hochverschuldeten Landes keine Ergebnisse gebracht haben, senkt die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) den Daumen. Wie S&P am Dienstag mitteilte, habe das Land Kuponzahlungen für zwei auf US-Dollar lautende Anleihen nicht fristgerecht geleistet. Als Folge stellten die Bonitätswächter einen Zahlungsausfall fest.

Eurozone: Wirtschaftswachstum verliert etwas an Tempo

LUXEMBURG - Das Wirtschaftswachstum im Euroraum hat im Sommer leicht an Schwung verloren. Es bleibt aber weiter robust. Im dritten Quartal sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den 19 Ländern des Währungsraums im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent gewachsen, teilte das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag nach einer zweiten Schätzung mit. Die Statistiker bestätigten damit wie von Volkswirten erwartet eine erste Erhebung.

Eurozone: Industrieproduktion sinkt wie erwartet

LUXEMBURG - Die Industrieunternehmen im Euroraum haben ihre Produktion im September wie erwartet gedrosselt. Nach Angaben des Statistikamts Eurostat vom Dienstag lag die Gesamtherstellung 0,6 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Analysten hatten mit diesem Rückgang gerechnet, nachdem die Produktion im September noch um 1,4 Prozent im Monatsvergleich gestiegen war. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt sich für September ein Zuwachs um 3,3 Prozent.

Großbritannien: Inflation stagniert auf erhöhtem Niveau

LONDON - Die Inflation in Großbritannien hat im Oktober auf erhöhtem Niveau stagniert. Wie das Statistikamt ONS am Dienstag mitteilte, lagen die Verbraucherpreise 3,0 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats. Analysten hatten dagegen einen Zuwachs auf 3,1 Prozent erwartet. In diesem Fall hätte Notenbankchef Mark Carney einen Erklärungsbrief an Schatzkanzler Philip Hammond schreiben müssen. Das bleibt ihm erspart, weil die Inflation nicht um mehr als einen Prozentpunkt vom Inflationsziel der Notenbank (zwei Prozent) abweicht.

Italiens Wirtschaft wächst etwas stärker

ROM - Die Wirtschaft Italiens ist im dritten Quartal etwas stärker gewachsen. Nach Angaben des Statistikamts Istat vom Dienstag lag die Wirtschaftsleistung (BIP) 0,5 Prozent höher als im Vorquartal. Dies entsprach den Erwartungen von Analysten. Zudem war es das dreizehnte Quartal mit Wachstum in Folge. Allerdings wurde die Wachstumsrate für das zweite Quartal von zunächst 0,4 Prozent auf 0,3 Prozent korrigiert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchs die Wirtschaft im dritten Quartal um 1,8 Prozent.

Spanien: Verbraucherpreise steigen etwas schwächer

MADRID - In Spanien sind die Verbraucherpreise im Oktober etwas schwächer gestiegen als im Vormonat. Wie das Statistikamt INE am Dienstag nach einer zweiten Schätzung mitteilte, betrug die nach europäischer Methode berechnete Inflationsrate (HVPI) 1,7 Prozent. Eine erste Schätzung wurde damit bestätigt. Im September hatte die Rate 1,8 Prozent betragen. Im Monatsvergleich stieg der HVPI im Oktober um 0,6 Prozent.

'Generation Mitte' fürchtet Ungleichheit mehr als Arbeitslosigkeit

BERLIN - Ein Großteil der Deutschen im mittleren Alter sorgt sich über die soziale Ungleichheit in der Bundesrepublik. Auch der Umgang mit Pflegebedürftigen und drohende Altersarmut beschäftigt viele Menschen zwischen 30 und 59 Jahren, wie eine am Dienstag in Berlin vorgestellte Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Versicherungswirtschaft ergab.

Haushälter: Grünen-Entwicklungszusammenarbeit kostet 36 Milliarden

BERLIN - Der haushaltspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Eckhardt Rehberg, hat davor gewarnt, die Entwicklungszusammenarbeit ohne Einrechnung der Ausgaben für Flüchtlinge aufzustocken. Um die Entwicklungsausgaben ohne diese Kosten in dieser Legislaturperiode auf die international geforderte Quote von 0,7 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufzustocken, würde das insgesamt mehr als 36 Milliarden Euro aus dem Bundeshauhalt ausmachen, erklärte Rehberg am Dienstag in Berlin. Die Grünen wollen laut Sondierungspapier "Internationale Politik" die Entwicklungsausgaben bis 2020 bei 0,7 Prozent dauerhaft erreichen, "ohne Einrechnung der inländischen Ausgaben für Flüchtlinge".

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