dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 08.02.2018

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ROUNDUP: Bank of England bleibt auf Kurs - aber baldige Zinsanhebung in Sicht

LONDON - Die britische Notenbank hält trotz einer hohen Inflation an ihrer lockeren Geldpolitik fest. Gleichzeitig gab sie aber Signale für baldige Zinsanhebungen. Vorerst bleibe der Leitzins unverändert bei 0,50 Prozent, teilte die Bank of England am Donnerstag nach ihrer Zinssitzung in London mit. Experten hatten dies erwartet. Die Entscheidung der Währungshüter fiel einstimmig. Auch das Volumen der Wertpapierkäufe zur Konjunkturstützung ließen sie unverändert.

ROUNDUP: Kompromiss beim Streit um Haushalt im US-Kongress in Sicht

WASHINGTON - Im seit Monaten anhaltenden Streit um die Haushaltssituation in den USA müssen Donald Trump und seine Republikaner erhebliche Kröten schlucken. Entsprechend einer Einigung im Senat zur Abwendung eines erneuten Regierungsstillstandes sollen zwar die Ausgaben für den Verteidigungsetat massiv steigen - das hatte Trump verlangt und es ist eines seiner Wahlkampfversprechen. Die oppositionellen Demokraten setzten jedoch durch, dass sich auch andere Staatsausgaben, etwa für Soziales, deutlich erhöhen.

Fed-Mitglied Harker: Künftige US-Inflationsentwicklung ist noch unklar

NEW YORK - Die künftige Entwicklung der Inflation in den USA ist nach Einschätzung von US-Notenbank-Mitglied Patrick Harker noch unklar. "Möglicherweise wird die Inflation anziehen, möglicherweise aber nicht", sagte der Gouverneur der regionalen Notenbank von Philadelphia am Donnerstag in New York. Er sei zwar zufrieden, dass die Inflation sich zuletzt verstärkt habe, es sei aber unklar, ob die Jahresrate das Ziel von zwei Prozent erreiche.

ROUNDUP 2: Bank of England will gegen hohe Inflation ankämpfen

LONDON - Die britische Notenbank hält trotz einer hohen Inflation an ihrer lockeren Geldpolitik fest. Gleichzeitig gab sie aber Signale für eine baldige Zinsanhebung, weil vorerst nicht mit einer deutlichen Abschwächung der Teuerung zu rechnen sei. Der Leitzins bleibe unverändert bei 0,50 Prozent, teilte die Bank of England (BoE) am Donnerstag nach ihrer Zinssitzung in London mit. Experten hatten dies erwartet. Die Entscheidung der Währungshüter fiel einstimmig. Auch das Volumen der Wertpapierkäufe zur Konjunkturstützung ließen sie unverändert.

Britischer Notenbankchef Carney warnt vor Brexit-Unsicherheit

LONDON - Der Gouverneur der Bank of England (BoE), Mark Carney, sieht die Aussichten für Großbritanniens Wirtschaft aufgrund des anstehenden Brexits skeptisch. "Die Entwicklungen bezüglich des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union bleiben der wichtigste Einflussfaktor und die wichtigste Quelle von Unsicherheit für den wirtschaftlichen Ausblick", schrieb Carney in einem am Donnerstag von der BoE veröffentlichten Brief an den britischen Finanzminister Philip Hammond.

Spanien zahlt Kredite beim Euro-Rettungsschirm ESM frühzeitig zurück

LUXEMBURG - Das einstige Euro-Krisenland Spanien zahlt zum wiederholten Male ausstehende Kredite beim Euro-Rettungsschirm ESM vorzeitig zurück. Die spanische Regierung werde zum bereits siebten Mal Gelder, die sie 2012 und 2013 im Zuge des Banken-Rettungsprogramms erhalten hatte, vor Ablauf der Frist überweisen, teilte der Europäische Stabilitätsmechanismus am Donnerstag in Luxemburg mit. Diesmal handele es sich um eine Summe von fünf Milliarden Euro.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fallen überraschend

WASHINGTON - In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gefallen. Sie sei um 9000 auf 221 000 Anträge gesunken, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Analysten hatten mit einem Anstieg 232 000 Anträgen gerechnet.

ROUNDUP: Export glänzt mit Rekord und stärkstem Wachstum seit sechs Jahren

WIESBADEN - Angetrieben von der Erholung der Weltwirtschaft eilen Deutschlands Exporteure von Rekord zu Rekord. Im vergangenen Jahr stiegen die Ausfuhren der Bundesrepublik um 6,3 Prozent auf den neuen Bestwert von 1279,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Es war der vierte Rekord in Folge und das kräftigste Wachstum seit sechs Jahren. Stärker hatten die Ausfuhren zuletzt 2011 zugelegt (11,5 Prozent). Die Importe kletterten im vergangenen Jahr sogar um 8,3 Prozent auf 1034,6 Milliarden Euro.

EZB rechnet weiter mit robustem Wachstum in der Eurozone

FRANKFURT - Nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) ist vorerst kein Ende des Aufschwungs in der Eurozone in Sicht. "Das gegenwärtig breit angelegte und solide Wirtschaftswachstum dürfte sich auch über die kurze Frist hinaus fortsetzen", hieß es im Januar-Wirtschaftsbericht der Notenbank, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die derzeit vorherrschende kräftige Konjunkturdynamik könnte nach Einschätzung der Notenbanker sogar "zu weiteren positiven Überraschungen beim Wachstum führen".

Griechenland geht erneut an den Kapitalmarkt

ATHEN - Zum zweiten Mal seit ihrem Start im Januar 2015 testet Griechenlands Links-Rechts-Regierung die Rückkehr an den Kapitalmarkt. Für eine siebenjährige Staatsanleihe sei das Orderbuch geöffnet, sagte ein hoher Beamter des Athener Finanzministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Ziel sei mindestens drei Milliarden Euro aufzunehmen, hieß es. Wie die griechische Finanzpresse unter Berufung auf Kreise der Schuldenagentur berichtete, wird mit einer Rendite um die 3,75 Prozent gerechnet.

ROUNDUP/Steinmeier: Abschluss der Koalitionsverhandlungen 'wichtiger Schritt'

SEOUL - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich zufrieden über die Einigung von Union und SPD bei den Koalitionsverhandlungen gezeigt. Bei seinem Besuch in Südkorea sagte er am Donnerstag: "Ich weiß, dass man im Ausland und vor allem in Europa auf den Abschluss der Regierungsbildung wartet. Und deshalb denke ich, wir sind zumindest einen Schritt weiter."

ROUNDUP: Chinas Außenhandel überrascht mit robustem Jahresauftakt

PEKING - Chinas Außenhandel ist unerwartet stark in das Jahr 2018 gestartet. Wie das nationale Statistikbüro am Donnerstag mitteilte, gab es ungewöhnlich kräftige Zuwächse bei den Exporten und vor allem bei den Importen. Allerdings haben hierzu auch Sondereffekte ein Stück weit beigetragen.

GESAMT-ROUNDUP: Interner Unmut bei Union und SPD über Koalitionsvertrag

BERLIN - Nach der schwierigen Einigung von Union und SPD auf einen neuen Koalitionsvertrag wächst in den eigenen Reihen Unmut über zentrale Vereinbarungen. Vom Wirtschaftsflügel der Union kam heftige Kritik an der Vergabe des Finanzministeriums an die SPD. Die Jusos bekräftigten ihre generellen Vorbehalte und setzen weiter auf einen Stopp der GroKo beim anstehenden SPD-Mitgliederentscheid. Führende Politiker von CDU, CSU und SPD verteidigten das Regierungsprogramm. Die künftige Opposition kritisierte es als viel zu unambitioniert.

Unions-Wirtschaftsflügel: Ressortaufteilung geht 'ins Mark der CDU'

BERLIN - Der Wirtschaftsflügel der Union hat die Ressortaufteilung in der geplanten großen Koalition mit dem Verlust des Finanzressorts an die SPD massiv kritisiert. Der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung von CDU und CSU, Carsten Linnemann, sagte am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur, die Ressortaufteilung wiege schwer und gehe "mitten ins Mark" der CDU. "Für unsere Partei könnte sich der 7. Februar 2018 als Zäsur herausstellen, als Anfang vom Ende der Volkspartei CDU."

Spanien: Industrieproduktion steigt überraschend fünften Monat in Folge

MADRID - In Spanien gibt es neue Hinweise auf einen weiter robusten Aufschwung: Im Dezember ist die Industrieproduktion überraschend den fünften Monat in Folge gestiegen. Im Monatsvergleich habe die Fertigung um 0,9 Prozent zugelegt, teilte das nationale Statistikamt am Donnerstag mit. Analysten hatten hingegen im Schnitt einen Rückgang um 0,3 Prozent erwartet.

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